International: Kritik an Einfluss der Gates-Stiftung

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will offenbar die Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung in ihren Verwaltungsrat aufnehmen und hat damit Protest bei zivilgesellschaftlichen Organisationen hervorgerufen. Die Stiftung erhalte zu viel Einfluss, kritisierten in einem offenen Brief an die WHO rund 40 Organisationen. Die Stiftung ist der drittgrößte Geldgeber der WHO nach den USA und Großbritannien, sie finanzierte zuletzt rund 14 Prozent des WHO-Haushalts, vorwiegend projektgebunden. Aufgrund ihrer direkten und indirekten Beteiligungen an Lebensmittelkonzernen sei von Interessenkonflikten auszugehen, so die Kritiker.
    In Deutschland unterzeichnete das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine Vereinbarung mit der Gates-Stiftung, bei der Förderung des Zugangs zu Bankkonten und Krediten sowie Ernährung, Wasserversorgung und Gesundheit zusammenzuarbeiten. Auch diese Kooperation stieß auf Kritik, unter anderem von der Hilfsorganisation Misereor: Die Gates-Stiftung offeriere ihre Hilfe oft über die Köpfe der Betroffenen hinweg.

    , Ausgabe 175 Februar 2017