Eine Hörspielbox, die Kindern die Stadtgeschichte näherbringt, wollte Kai Friedering aus Melle in Niedersachsen produzieren und kostenlos in Geschäften und gastronomischen Einrichtungen verteilen. Die EU bewilligte 42.000 Euro aus ihrem Programm „Leader“ für die Strukturförderung ländlicher Regionen. Doch dann scheiterte das Projekt: Wie Michael Hengehold im Meller Kreisblatt unter dem Titel „42.000-Euro-Projekt liegt auf Eis“ berichtete, war es nicht möglich, seine Gemeinnützigkeit mit dem Finanzamt zu klären, ohne einen Steuerberater einzuschalten, für den es in dem Non-Profit-Projekt jedoch kein Budget gab. Die Auszüge in dem Beitrag aus dem Schriftverkehr mit Details zu Auskunftsregeln, Gebühren und Vorschriften in schönstem Amtschinesisch lassen nachvollziehen, warum Friedering von seinem Vorhaben absah. Im zusätzlich verfassten Kommentar „Keine Behördenarroganz des Finanzamts“ zeigte Hengehold dennoch Verständnis für das Finanzamt: „Steuerrecht ist kompliziert, Laien steigen da nicht durch“, schrieb er. „Trotzdem kann Beratung aber nicht Aufgabe des Finanzamts sein. (…) Wenn man sich vorstellt, es riefen dauernd Bürger an – oder mailten – , die sich diese und jene Vorschrift erklären lassen möchten, wären mutmaßlich ganze Teile des Finanzamts stillgelegt.“ Artikel und Kommentar erschienen am 14. November 2025.
Meller Kreisblatt: Chronik eines Scheiterns an der Bürokratie
, Ausgabe 272 November 2025