Move it – Vorsprung durch Engagement

Eintauchen in andere Lebenswelten, dabei Einblicke in soziales Engagement bekommen und berufsorientierte Erfahrungen sammeln – das ist das Ziel von „Move it“, dem sozialgenial-Projekt des Monats Juni 2022.

Im Zertifikatskurs „Move it“ an der Gesamtschule Marienheide unterstützen Schülerinnen und Schüler Menschen aus anderen Lebenssituationen – etwa Senioren, Menschen mit Behinderung oder Kids im Kindergartenalter –, indem sie Zeit mit ihnen verbringen. Wie die Gestaltung aussieht, bleibt den Schülern überlassen: spazieren gehen, beim Einkaufen helfen, gemeinsam spielen oder basteln, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Handysprechstunde Projekt des MonatsDabei ist Eigeninitiative gefragt: Die Schüler suchen sich eine soziale Einrichtung (Kindergarten, Altenheim, Pflegedienst etc.), bei der sie sich engagieren wollen, und verbringen bei flexibler Zeiteinteilung 90 Minuten pro Woche mit einer Person. Fünf Schüler haben zum Beispiel eine Handy-Sprechstunde für Senioren in einem Mehrgenerationenhaus entwickelt, um der älteren Generation zu zeigen, wie sie mit ihrem Smartphone Telefonnummern speichern, E-Mails schreiben und Fotos machen können. Das Interesse war groß, denn gerade in Corona-Zeiten ist das Handy für Senioren oft die einzige Möglichkeit, um mit ihren Angehörigen in Kontakt zu bleiben.

Methode und Umsetzung

Der Zertifikatskurs „Move it“ wird im erweiterten Wahlpflichtbereich in den Jahrgängen 9 und 10 angeboten. Zertifikatskurse dienen dem Erwerb zusätzlicher Qualifikationen. Bei „Move it“ sollen die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Stärken und Talente besser kennenlernen und soziale Fähigkeiten trainieren, die ihnen auch im beruflichen Leben nützlich sein werden: Probleme konstruktiv lösen können zum Beispiel. Das Ganze verbunden mit außerschulischem sozialem Engagement, damit auch andere davon profitieren

Für die Schülerinnen und Schüler stehen ein Anleitungsgespräch, vier Reflexionsrunden und ein Abschlussgespräch pro Halbjahr auf dem Plan. Zum Nachweis des Engagements führen sie eine Stempelkarte, am Ende des Schuljahrs präsentieren sie ihre Eindrücke und Erfahrungen. Noten gibt es auch, der Klassenspiegel ist ein Paradebeispiel für das Benfordsche Gesetz: Mehr als die Hälfte hat eine Eins bekommen, es gab mehrere Zweien, wenige Dreien, niemand hat geschwänzt. Kein Wunder, die Schüler erhalten viel Anerkennung: „Man erlebt die Schüler ganz anders als sonst im Unterricht, auf Augenhöhe, das macht Spaß“, sagt die Lehrerin Iris Heinz, die den Zertifikatskurs anbietet.

Auch außerschulische Partner wie die youngcaritas in Oberberg profitieren von der Zusammenarbeit mit „Move it“: youngcaritas will soziales Engagement fördern, nutzt Instagram oder WhatsApp und spricht so Jugendliche an – ein perfektes sozialgenial-Match.

Die Schülerinnen und Schüler sammeln nicht nur berufsorientierte Erfahrungen, sondern können gelegentlich sogar direkt profitieren. Iris Heinz berichtet von einem Schüler, der wegen seines Einsatzes in einem Seniorenstift gegenüber einem gleich qualifizierten Bewerber den Vorzug erhalten und eine Lehrstelle bei einem Automobilhersteller bekommen hat: Vorsprung durch Engagement!

Schule: Gesamtschule Marienheide | Schulform: Gesamtschule | Dauer: ein Schuljahr | Engagiert: 20 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 9 und 10 | Partner: youngcaritas sowie regionale soziale Einrichtungen | Im Stundenplan verankert als: Zertifikatskurs (Kurs im erweiterten Wahlpflichtbereich) | Unterrichtsverknüpfung:  Praktische Philosophie, Religion, Politik, Deutsch | Weitere Informationen zum Projekt: https://padlet.com/irisheinz/Bookmarks und https://www.gesamtschule-marienheide.de/?p=49586 | sozialgenial-Projekt des Monats:  Juni 2022

Generationenübergreifende Projekte, Gesamtschule, Integration und Teilhabe