„netzpolitik.org“: Civic Hackathons – alles nur Symbolpolitik?

Der Sozialwissenschaftler Daniel Staemmler und der Politikwissenschaftler Sebastian Berg haben auf netzpolitik.org in ihrem Gastbeitrag „Zivilgesellschaft im Wettbewerbsformat“ die Frage aufgeworfen, wieviel zivilgesellschaftliche Teilhabe wirklich im Hackathon-Hype der Bundesregierung steckt. Gerade sogenannte Civic Hackathons wie „#WirVsVirus“ oder dessen Nachfolger „UpdateDeutschland“ erfreuten sich zwar großer Beliebtheit, sowohl bei der Politik als auch bei den zehntausenden Teilnehmenden. Doch sei auch vermehrt Kritik laut geworden. Die beiden Autoren kritisieren, dass vor allem wirtschaftliche Kriterien den Blick auf gesellschaftliche Probleme prägten. Während Bürger zu Entrepreneuren erzogen würden, die in der Krise ihren Beitrag zu leisten hätten, bleibe die Entscheidungshoheit dennoch bei den alten politischen Institutionen. Zudem lasse sich die Wirkung der einzelnen Projekte kaum bemessen, da dafür klaren Maßstäbe fehlten. „Die digitale Zivilgesellschaft riskiert also für Erfolgsmeldungen der Bundesregierung vereinnahmt zu werden, während wenig Raum für die Artikulation und Diskussion grundsätzlicher digitalpolitischer Forderungen und systemischer Veränderungen bleibt“, resümieren sie.

netzpolitik.org/…

, Ausgabe Mai 2021