Wissenschaft: Neues Zentrum in Berlin und neues Bundesinstitut

    Am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) ist am 27. November 2017 das Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung eröffnet worden. Es soll die Entstehung und Entwicklung von Konflikten und Konfliktlinien in der Gesellschaft erforschen, aktuell solche, die durch die Einwanderung entstehen. Außerdem geht es um Organisationsformen und -räume von Protest und Engagement. Eine dritte Säule befasst sich mit bürgerschaftlichem Engagement: Wie vernetzen sich Initiativen langfristig, wie entwickeln sich solche Netzwerke, wie entwickeln sich Stiftungen, und wie verhält sich das bürgerschaftliche Engagement zu den politischen Konflikten. Ein wichtiges Ziel dabei sei der Aufbau von Dateninfrastrukturen, betonte der Gründungsdirektor des Zentrums, der Münchner Politikwissenschaftler Prof. Dr. Edgar Grande, gegenüber bürgerAktiv. Grande bringt dazu Daten aus seinen Forschungsprojekten der vergangenen Jahre mit, unter anderem zur Politisierung von Konfliktthemen in Wahlkämpfen in Westeuropa, die im neuen Zentrum der Wissenschaft zugänglich gemacht werden sollen.
    Das Zentrum ist eine Kooperation von WZB und Freier Universität. In den kommenden fünf Jahren leisten die Volkswagenstiftung und die Mercator Stiftung eine Anschubfinanzierung. Projekte mit weiteren Geldgebern sind in Planung. Damit können laut Grande sechs bis acht wissenschaftliche Stellen und fünf bis sechs Forschungsprojekte finanziert werden.
    Bundesweit läuft derzeit eine dezentrale Ausschreibung für ein “Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt”, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung am 8. November 2017 bekannt gemacht hat. Mit bis zu 10 Millionen Euro jährlich aus Bundesmitteln sollen antidemokratische Phänomene in Randgruppen der Bevölkerung und ihre mangelnden Zugehörigkeitsgefühle untersucht werden.

    , Ausgabe 184 November-Dezember 2017