Nichtregierungsorganisationen fordern Atomausstieg

    Eine zukunftsfähige Energieversorgung ohne klimaschädliche und hochriskante Technologien wie Atomkraft fordern fünf deutsche Umwelt- und Entwicklungsorganisationen. In ihrer gemeinsamen Erklärung “Sechs zentrale Eckpfeiler für eine klima- und energiesichere Zukunft” richteten Germanwatch e.V., Greenpeace e.V., Oxfam Deutschland e.V., die Aktion “Brot für die Welt” der Diakonie und die Umweltstiftung WWF Deutschland am 18.03.2011 sechs Forderungen an die Bundesregierung. Unter anderem drangen sie eine Woche nach der Havarie des japanischen Atommeilers Fukushima auf den Ausstieg aus der Atomenergie und einen Baustopp für Kohlekraftwerke, auf einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und die Festschreibung verbindlicher Energieeffizienzziele in Deutschland und Europa.
    Auch eine Unterschriftenaktion des Kampagnennetzwerks Campact e.V. im Internet fordert die Bundesregierung zum Atomausstieg auf. Bis Ende März 2011 fand der am 15.03.2011 gestartete Appell “Abschalten – jetzt und endgültig!” auf der Internetseite von Campact mehr als 300.000 Unterzeichner.
    Einen Atomausstieg in Deutschland bis 2020 hält der Öko-Institut e.V. für realistisch. Im Auftrag der Umweltstiftung WWF Deutschland berechnete das Forschungs- und Beratungsinstitut ein beschleunigtes Ausstiegsszenario. “Unsere Berechnungen zeigen: Es geht beides – Klimaschutz und Ausstieg aus der Kernenergie”, so Regine Günther, Leiterin des Bereichs Energie- und Klimaschutz bei WWF Deutschland. “Die Effekte der Kraftwerksstilllegungen auf den Strompreis werden ausgesprochen gering sein”, versichert Felix Christian Matthes, Forschungskoordinator beim Öko-Institut. “Auch die gefürchtete ‘Stromlücke’ bleibt aus, weil es genügend Alternativen gibt.” Ihre Analyse stellten WWF und Öko-Institut am 18.03.2011 der Öffentlichkeit vor. (> Presseschau)

    , Ausgabe 110 März 2011