Polen: Ratspräsidentschaft möchte Freiwilligentätigkeit in Europa fördern

    Die Förderung der zivilgesellschaftlichen Infrastruktur, die Anerkennung von Freiwilligentätigkeit als einer Form informeller Bildung und die Bereitstellung vergleichbarer Daten zum freiwilligen Engagement in der Europäischen Union hat sich offenbar die polnische EU-Ratspräsidentschaft zum Ziel gesetzt, die Anfang Juli 2011 begann. Im Entwurf einer Ratsentschließung, der am 30.06.2011 in Brüssel veröffentlicht wurde, schlägt die Präsidentschaft diverse Maßnahmen zur Förderung der Freiwilligentätigkeit in der Europäischen Union vor: Die Mitgliedsstaaten und die Europäische Kommission werden unter anderem dazu aufgerufen, die Schaffung eines einheitlichen Rahmenwerks für die Anerkennung der professionellen Qualifikationen und Kompetenzen zu diskutieren, die durch freiwillige Tätigkeit erworben wurden. Der Europäischen Kommission legt das Papier unter anderem nahe, Freiwilligentätigkeit in von der EU unterstützten Projekten als Mittel der Kofinanzierung anzuerkennen und in einem “white paper on volunteering” Maßnahmen aufzulisten, um günstige Bedingungen für die Entwicklung freiwilligen Engagements in der EU zu schaffen. Zudem solle die Kommission die Indikatoren überprüfen, welche Freiwilligentätigkeit in wichtigen Politikfeldern erfassen, um so die Vergleichbarkeit von Daten zum freiwilligen Engagement in der EU zu gewährleisten. Auch möchte die polnische Ratspräsidentschaft unter dem Begriff “Bürgerpartnerschaften” eine Debatte darüber eröffnen, welche Rolle und welche Bedeutung NGOs und anderen Partnern bei der Umsetzung von Sozialpolitik zukommen kann. Das sechsseitige Schreiben an die Arbeitsgruppe für soziale Fragen des Rats der Europäischen Union ist online veröffentlicht.

    , Ausgabe 114 Juli 2011