Ein Beispiel für die Überforderung Ehrenamtlicher schilderte am 16. Mai 2026 Andreas Schröter in den Ruhr Nachrichten: Der erfolgreiche Bürgertreff „Gerne in Derne“ in Derne bei Dortmund hat im Mai 2026 nach zehn Jahren aufgegeben. Er war 2016 im Rahmen eines Modellprojekts für die Bewältigung des demografischen Wandels gegründet worden. „Ein Abschied, der wehtut“, so Schröter. Denn der Bürgertreff erfreute sich großer Resonanz, es gab Kunstausstellungen, Lesungen, Sonntagskaffee mit Selbstgebackenem, Yogakurse, Kinderaktionen, Nachbarschaftsfeste. Doch die Arbeit blieb an fünf Ehrenamtlichen hängen, von denen vier berufstätig waren. Bereits der Ausfall einer der Ehrenamtlichen brachte das Projekt an seine Grenzen. Zum Jahreswechsel 2025/26 gaben eine Haushaltssperre und eine auslaufende Förderung dem Verein den Rest. Zwar hätte die Förderung wieder neu beantragt werden können, aber nur für ein weiteres Jahr – zu wenig Planungssicherheit. Erschwerend komme der bürokratische Aufwand hinzu. Schröter ließ die Betroffenen zu Wort kommen: „Für jede einzelne Förderung, ob das Lesungen waren oder Veranstaltungen – immer dieser verwaltungsmäßige Überbau“, sagt die Vorsitzende Sandra Brinner. „Das ist für Ehrenamtliche eigentlich unzumutbar. Das sind Strukturen, die Ehrenamt einfach auffressen und kaputt machen.“ Der Beitrag ist unter dem Titel „Tut mir in der Seele weh“ erschienen.
Ruhr Nachrichten: Zu viel Erfolg für zu wenig Ressourcen
, Ausgabe 277 Mai 2026