„sozialgenial macht den Unterschied“

Die Verbindung von Engagement und Fachunterricht ist entscheidend für den Kompetenzerwerb. Schulleiterin Nella Zimmer schildert im Interview mit bürgerAktiv, wie es an der Carl-Engler-Schule in Karlsruhe mit den sozialgenial-Projekten gelingt, das Wissen aus dem Fachunterricht mit der praktischen Anwendung im Engagement zu verzahnen.

Warum haben Sie sich entschlossen, mit der Carl-Engler-Schule bei sozialgenial mitzumachen?

Wir waren interessiert, für uns als Lehrende neue Impulse zu bekommen und über den Tellerrand zu schauen. Von der Mitgliedschaft bei sozialgenial versprachen wir uns zu erfahren, was andere Schulen – auch in anderen Bundesländern – machen, und wir waren neugierig auf das Konzept.

Was haben Sie entdeckt?

Mit dem Programm können wir zeigen, was wir als berufliche Schule unseren Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg geben und wie engagiert diese sind. Durch sozialgenial ist uns bewusst geworden, dass wir mit unseren bisherigen Nachhaltigkeitsprojekten schon viel Engagement praktizieren. Unsere Schülerinnen und Schüler haben Stolpersteine geputzt, an schulweiten Nachhaltigkeitstagen aktiv teilgenommen, im Wald invasive Pflanzen entfernt. Aber dabei gab es nie eine Verbindung mit dem Fachunterricht. Da macht sozialgenial den Unterschied, die sozialgenial-Projekte entstehen aus dem Unterricht heraus. Das ist neu.

Welche Service-Learning-Projekte setzen Sie mit sozialgenial um?

Es gab ein Projekt in der Technischen Oberschule, die in zwei Jahren zum Abitur führt, in dem die Schülerinnen und Schüler im Projektfach einen Lernzirkel mit Experimenten für Schüler und Schülerinnen der Grundschule der 4. Klasse konzipiert und an der Carl-Engler-Schule mit den Grundschulschülern durchgeführt haben. Das hat inzwischen zweimal stattgefunden. Im handwerklich-technischen Unterricht der 11. Klasse des Technischen Gymnasiums haben Schüler einen Tischkicker für die Schule gebaut, damit die Mitschüler mal vom Handy loskommen und sich bewegen. Man muss Geld einwerfen, um zu spielen, und die Einnahmen werden an den Förderverein der Karlsruher Kinderkrebsklinik gespendet.

Zurzeit entwickeln Schüler und Schülerinnen des Seminarkurs unseres technischen Gymnasiums ein digitales, interaktives Lernprodukt für Schüler und Schülerinnen eines Schülerhortes in Karlsruhe. Es soll spielerisch über Ursachen, Folgen und Lösungsmöglichkeiten des Klimawandels informieren. Die Schüler und Schülerinnen des Technischen Gymnasiums können hierbei ihr Fachwissen aus Physik, Umwelttechnik und Mechatronik einbringen.

Welche Kompetenzen erwerben die Schülerinnen und Schüler in diesen Projekten?

Ich sehe einen Kompetenzzuwachs bei der Selbstorganisation und bei der Kreativität. Da waren insbesondere die Schüler und Schülerinnen gefragt, die ihr Wissen für Grundschüler herunterbrechen mussten. Sehr wichtig finde ich auch die Fähigkeit, im Team zu arbeiten. Es waren alles Teamprojekte! Man muss lernen, sich abzusprechen und zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus können die Schüler ihr Wissen anwenden, das stärkt die Handlungskompetenz. Insgesamt stärken solche Projekte das Selbstbewusstsein.

Nella Zimmer ist Oberstudiendirektorin und Schulleiterin der Carl-Engler-Schule in Karlsruhe. Die Carl-Engler-Schule ist eine berufliche Schule mit naturwissenschaftlichen und technischen Bildungsgängen.

Interview: Gudrun Sonnenberg
Foto: Werner Kissel/Stiftung Aktive Bürgerschaft

Der Beitrag ist Teil des Fokus Lernen fürs Leben der bürgerAktiv – Nachrichten für Engagierte August 2025 der Stiftung Aktive Bürgerschaft.

 

Ausgabe 269 August 2025, Fokus