Finanzierung: Staatliche Zuschüsse überschätzt, Spenden unterschätzt

    Zivilgesellschaftliche Organisationen finanzieren sich überwiegend selbst, und dabei sind Mitgliedsbeiträge die wichtigste Einnahmequelle. Das hat eine Sonderauswertung der Datenerhebung Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) ergeben. Staatliche Mittel erhält dagegen nur ein Drittel der Organisationen, und nur in den sozialen Diensten finanziert sich ein nennenswerter Anteil (20 Prozent) der Organisationen über öffentliche Mittel. Diese fließen generell vor allem in die Sicherung wohlfahrtsstaatlicher Leistungen, während Kultur- und Sportorganisationen immer weniger Geld vom Staat bekommen. Materiell allerdings profitiere jede zweite Organisation von kommunalen Sachspenden, Personalleistungen oder der Nutzung öffentlicher Räume oder Sportanlagen, heißt es in der Sonderauswertung. Oft unterschätzt werde der Beitrag von Spendeneinnahmen: Jede dritte Organisation finanziere sich über Spenden, und Spendengelder machten insgesamt ein Fünftel aller Einnahmen aus – Tendenz steigend. Die Studie “Wie finanzieren sich zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland?” wurde von ZiviZ und der Körber-Stiftung veröffentlicht. Autoren sind Jana Priemer, Dr. Anaël Labigne und Dr. Holger Krimmer. Der ZiviZ-Fragebogen wurde im September 2012 an 20.052 Organisationen verschickt und enthielt 65 Fragen. Ausgewertet werden konnten 3.767 Datensätze (bürgerAktiv berichtete).

    , Ausgabe 153 Februar 2015