Studie zum Engagement Jugendlicher: “Bildung macht den Unterschied”

    Beinahe die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland (44,9 Prozent) hat sich im Jahr 2010 ehrenamtlich engagiert, so die Studie “Jugend. Engagement. Politische Sozialisation” der Universität Würzburg. Die Engagementquote korreliert mit der Schulform: Während sich bei Gymnasiasten der Studie zufolge jeder Zweite engagierte (50,5 Prozent), war unter Hauptschülern nur jeder dritte Befragte sozial aktiv (33,1 Prozent). “Ehrenamt ist bereits bei Jugendlichen ein zentraler Zugang zur Gesellschaft. Da werden die Hauptschuljugendlichen auch bei diesem Zugang ein weiteres Mal abgehängt”, kommentiert der Leiter der Studie, Heinz Reinders, die Ergebnisse. Hauptschüler müssten daher gezielt für ein Ehrenamt gewonnen werden, so Reinders und seine Co-Autorin Gabriela Christoph, und es müssten ihnen “der Spaß des Engagements, aber auch der persönliche Nutzen zur Kompetenzentwicklung verdeutlicht werden” – insbesondere, weil sich Hauptschüler eher über Freunde und interessante Projekte motivieren ließen, denn aus Eigeninitiative ein Engagement zu beginnen. “Dieser verbesserte Zugang von Jugendlichen unterer Bildungsgänge ist um so bedeutsamer, als dass die Studie im Querschnitt Hinweise darauf liefert, dass engagierte Jugendliche sich selbst stärker als teil (!) ‘ihrer’ Gesellschaft begreifen und auch in Zukunft als Erwachsene häufiger gesellschaftliche aktiv sein wollen”, schließen die Forscher aus ihren Ergebnissen. Gefragt hatten sie die Jugendlichen: Bist Du in deiner Freizeit für einen guten Zweck oder für andere Menschen in irgendeiner Form aktiv? Besonders oft genannt wurden kirchliches Engagement und Spenden. Die repräsentative Studie “Jugend. Engagement. Politische Sozialisation. Deskriptive Befunde der ersten Erhebungswelle 2010”, für die von Oktober 2010 bis Mitte Januar 2011 telefonisch 2.408 Jugendliche von 14 bis 15 Jahren befragt worden waren, ist Mitte Juli 2011 in der Schriftenreihe Empirische Bildungsforschung der Universität Würzburg erschienen. Für die kommenden Jahre sind in der Längsschnittstudie weitere Befragungen geplant. (< Ausgabe 113 – Juni 2011 zum baden-württembergischen “Jugendsurvey”)

    , Ausgabe 114 Juli 2011