Was wird die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung mit den schätzungsweise 25 Millionen Euro pro Jahr anfangen, die ihr zustehen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllt? Das fragte Joscha Westerkamp unter dem Titel „Finanzieren Steuergelder bald eine rechte Nachwuchsschmiede?“ in der Süddeutschen Zeitung. Geplant sei, bis zu 160 Mitarbeitende einzustellen, rund tausend Veranstaltungen jährlich anzubieten und Stipendien an Studierende und Doktoranden zu vergeben, erfuhr er von der Stiftungsvorsitzenden Erika Steinbach. So weit, so ähnlich den Aktivitäten anderer parteinaher Stiftungen: „Die Besonderheit bestünde eben darin, dass AfD-konforme ideologische Positionen relevant sind und vermittelt werden“, zitiert Westerkamp den ebenfalls von ihm befragten Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber. Zur konkreten Bedeutung für den Bereich der Stipendien schreibt Westerkamp: „Wer der AfD bereits ideologisch nahesteht, könnte über Stipendien eine noch engere Nähe zur Partei entwickeln, sagt Pfahl-Traughber. Eine mögliche Folge: Die Attraktivität der Partei könnte für formal höher Gebildete wachsen. Bisher gibt es unter ihnen vergleichsweise wenige AfD-Wähler. Die mindestens in Teilen rechtsextreme Partei könnte so weiteren Zuwachs erhalten.“ Der Beitrag erschien am 21. April 2026.
Süddeutsche: Was die Desiderius-Erasmus-Stiftung bewirken könnte
, Ausgabe 276 April 2026