Über neue Erkenntnisse, wie sich der Einfluss der Gates-Stiftung auf die Weltgesundheitsorganisation WHO auswirkt, berichtete Berit Uhlmann am 3. November 2025 in der Süddeutschen Zeitung. Einer Studie der Londoner Queen Mary University zufolge betrugen die Mittel der Gates-Stiftung in den vergangenen zehn Jahren knapp zehn Prozent der Einkünfte der WHO. Da sie zweckgebunden für den Kampf gegen Infektionskrankheiten eingesetzt werden müssten, kämen andere, quantitativ gravierendere Gesundheitsprobleme eigentlich zu kurz, so die Autoren der Studie. So seien nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Leiden, Stoffwechselstörungen oder Krebs weltweit für 74 Prozent der Todesfälle verantwortlich, drei Viertel davon in Staaten mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Für die von ihnen ausgemachte Schieflage kritisierten die Studien-Autoren jedoch weniger die Gates-Stiftung als vielmehr die Staaten, deren Pflichtbeiträge nur noch zehn Prozent der Mittel der WHO ausmachen – der Rest kommt aus freiwilligen Zahlungen anderer Geber wie der Gates-Stiftung. Wenig verwunderlich: „Ihre Verwendung wird fast ausschließlich von den Interessen der Geber bestimmt“, so Uhlmann. Der Artikel erschien unter dem Titel „Wie Bill Gates die Arbeit der WHO beeinflusst“.
Süddeutsche Zeitung: Einfluss der Gates-Stiftung auf die WHO
, Ausgabe 272 November 2025