„Wie viel Verantwortung kann eine Gesellschaft Ehrenamtlichen aufbürden?“, fragte Lisa Schnell in der Süddeutschen Zeitung, wo sie über den Ärger berichtete, den die Tafel in Regensburg mit einer Schließzeit von zehn Wochen in der Stadt hervorgerufen hat. Einen Oberbürgermeister-Kandidaten zitiert Schnell mit einer Warnung vor einer „richtig dramatischen Situation“, ein anderer gemeinnütziger Verein werfe der Tafel vor, nicht an ihre Kunden zu denken, die jetzt nichts mehr zu essen hätten, berichtete sie. Üblicherweise schließe die Tafel nur vier Wochen. Die Lage ist dem Bericht zufolge etwas unübersichtlich, es gebe, so Schnell, eine Anzeige wegen Untreue gegen die Vorstandsvorsitzende der Tafel. Der Schriftführer allerdings wies auf Urlaube nicht nur der Mitarbeitenden, sondern auch der Kunden hin, außerdem auf eine Dachrenovierung. Das Angebot der Tafel sei eine Zusatzangebot, die Tafel nicht verantwortlich für prekäre Lebenslagen. „Wobei man bei der Frage wäre, wer für die Armutsbekämpfung zuständig ist“, so Schnell und gibt die Antwort: „Ganz klar der Staat, schreibt der Dachverband der Tafeln.“ Ihr Bericht heißt „Wie lange darf eine Tafel schließen?“ und ist am 9. Juli 2025 erschienen.
Süddeutsche Zeitung: Regensburg debattiert über Tafel-Schließzeit
, Ausgabe 268 Juli 2025