SZ – ZEIT u.a.: Friedensnobelpreis an Liu – Demokratiebewegung gestärkt?

    Für “seinen langen und gewaltlosen Kampf für fundamentale Menschenrechte” zeichnete das norwegische Nobelkomitee in Oslo am 08.10.2010 den 54-jährigen chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis aus. International stieß die Entscheidung des Nobelkomitees auf positive Resonanz. “Auch chinesische Intellektuelle werteten die Entscheidung als Ermutigung für die demokratischen Kräfte in China”, berichtet die ZEIT am 08.10.2010. “Niemand erwartet, dass ein solcher Preis über Nacht die Demokratisierung Chinas einen großen Schritt voranbringen wird”, schreibt hingegen Henrik Bork in der Süddeutschen Zeitung vom 10.10.2010. “Von der Verleihung des Nobelpreises erhofft sich die marginalisierte Demokratiebewegung eine Belebung”, kommentiert Till Fähnders in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 09.10.2010, “doch wird sie auch Gegenschläge mit sich bringen. Chinas Führung wird aufpassen, dass sie dem Preisträger nicht noch mehr Ehre zuteil werden lässt.” Der Schriftsteller und Bürgerrechtler Liu, Mitautor der “Charta 08”, war im Dezember 2009 wegen “Anstachelung zur Untergrabung der Staatsgewalt” zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. – Nachtrag: Seit Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu wurden in China rund 40 Regimekritiker unter Hausarrest gestellt, wie etwa ZEIT ONLINE am 29.10.2010 meldet.

    , Ausgabe 106 Oktober 2010