Beiträge mit den Schlagworten :

    Studien und Umfragen

    AWV: Zuwendungspraxis modernisieren

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    Zu viel Bürokratie stellt gemeinnützige Organisationen vor große Herausforderungen. Besonders kleinere Vereine und Stiftungen schreckten vor der Beantragung von Fördermitteln zurück, da umfangreiche Berichts-, Nachweis- und Dokumentationspflichten drohten, heißt es in dem Impulspapier “Modernisierung der Zuwendungspraxis für den Dritten Sektor”. Die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e.V. (AWV) hat es im Juni 2018 veröffentlicht. Die Autoren machen 30 Vorschläge zur Modernisierung der Zuwendungspraxis. An gemeinnützige Organisationen richten sie den Vorschlag, die Anerkennung etwa von Overheadkosten wie Personalausgaben, Bürokosten, Mieten durch Verwaltungskostenpauschalen einzufordern, wo diese bisher nicht zugestanden worden sind. An die Öffentliche Hand geht die Mahnung, dass private Spenden nicht den Zweck haben, den Haushalt des Zuwendungsgebers zu entlasten und daher nicht generell den Zuwendungsbedarf reduzieren. Die entsprechende Regelung in den Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen solle geändert werden.

    www.awv-net.de/fachergebnisse/themenfokus/zuwendungspraxis/zuwendungspraxis.html

    www.awv-net.de/upload/pdf/Zuwendungspraxis/AWV-Impulspapier-Modernisierung-der-Zuwendungspraxis-fr-den-Dritten-Sektor.pdf

    VM: Interesse an Nonprofit-Organisationen

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    Wohltätige Organisationen und Sportvereine liegen hoch im Kurs bei vielen Schweizern, sowohl, was das allgemeine Interesse betrifft als auch die Bereitschaft, sich selbst zu engagieren. Das ist das Ergebnis einer Studie der wamag | Walker Management AG, deren zuständige Bereichsleiterin Nina Hänsli eine Zusammenfassung in der Zeitschrift Verbands-Management (VM, 44. Jg. 1/2018) veröffentlicht hat. Sie ging auch der Frage nach, wie Organisationen die sogenannten Millenials (zwischen 1980 und 2000 Geborene) als Arbeitnehmer für sich gewinnen können. “Es zeigte sich, dass es zwar generationenspezifische Unterschiede gibt, diese sind jedoch nicht konstant”, schreibt Hänsli. Vielmehr seien die Millenials kritisch gegenüber Hierarchien und auf der Suche nach Sinnstiftung. “Millenials sind nicht daran interessiert, sich an Regeln zu halten, die für sie keinen Sinn machen – sie wollen Ziele, an welche sie intrinsisch glauben, erreichen”, so Hänsli. Der Beitrag hat den Titel “Wie denkt die Schweiz über Nonprofit-Organisationen?”.

    www.vmi.ch/

    Diakonie: Hilfsorganisationen nicht mehr so bekannt

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    Alle traditionellen großen Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen haben beim Bekanntheitsgrad eingebüßt, meldet das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche Deutschland (SI EKD) nach Auswertung einer bundesweiten repräsentativen telefonischen Erhebung unter 2.001 Teilnehmern ab 14 Jahren. So kannten bei der Vorgängererhebung 2001 noch 99 Prozent das Deutsche Rote Kreuz, 2016 waren es noch 91 Prozent. Besonders starke Einbußen hatten die Arbeiterwohlfahrt (von 91 auf 63 Prozent), die AIDS-Hilfe (von 88 auf 59 Prozent) und das Müttergenesungswerk (von 81 auf 55 Prozent). Die Diakonie, die Wohlfahrtsorganisation der evangelischen Kirche, war nur 2001 für 84 Prozent ein Begriff, 2016 noch für 70 Prozent. Noch schlechter haben sich in der Bevölkerung die Einschätzungen entwickelt, ob eine Organisation unterstützungswürdig ist. Hier sanken die Werte beispielsweise beim Kinderhilfswerk UNICEF von 87 auf 54 Prozent, bei der Menschenrechtsorganisation Amnesty International von 71 auf 52 Prozent und bei der Deutschen Krebshilfe von 93 auf 72 Prozent. Auch die Diakonie verzeichnete hier Verluste. Der Studienbericht nennt Alter und Neugründungen von Vereinen als mögliche Ursachen für die Entwicklungen. Er wurde unter dem Titel “Nah dran? Trends zu Bekanntheit und Image der Diakonie” von Petra-Angela Ahrens in der Reihe SI Kompakt veröffentlicht, Ausgabe 2-2018.

    www.si-ekd.de/download/SI-Kompakt_2-2018_final.pdf

    Stiftungen: Mehr Spielraum für Finanzanlagen gefordert

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    Die deutschen Stiftungen insgesamt könnten bis zu zwei Milliarden Euro mehr an jährlicher Rendite erzielen, lautet das Ergebnis einer Studie der European School of Management and Technology GmbH (ESMT) Berlin, die die Kapitalanlage deutscher Stiftungen mit der Kapitalanlage US-amerikanischer Universitätsstiftungen verglichen hat. Erforderlich wären risikoreichere und langfristigere Anlagen und eine größere Diversifizierung, konstatieren die Autoren.

    press.esmt.org/de/Studie_Endowment_Impact

    static.esmt.org/publications/whitepapers/WP-18-01.pdf

    Corporate Citizenship: Es mangelt an Professionalität

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    Zwei Drittel der deutschen Unternehmen engagieren sich gesellschaftlich. Das meldeten im Mai 2018 der Stifterverband und die Bertelsmann Stiftung, die zusammen mit weiteren Partnern mehr als 100.000 Unternehmen angeschrieben und die gut 7.000 Antworten ausgewertet haben. Der Umfrage zufolge setzen sich die Unternehmen vor allem für Sport, Bildung und Soziales ein. 80 Prozent der befragten Unternehmen spenden regelmäßig oder gelegentlich Geld, 70 Prozent leisten Sachspenden, 56 Prozent stellen Mitarbeiter frei für gemeinnützige Zwecke. Dabei kooperiert die Hälfte der befragten Unternehmen unabhängig von ihrer Größe mit lokalen Vereinen. Weitere Partner sind unter anderem Bildungseinrichtungen, Wohlfahrtsverbände, internationale Nichtregierungsorganisationen und (vor allem für größere Unternehmen) Stiftungen. Ein Ergebnis der Befragung: Nur wenige Unternehmen kooperieren in gesellschaftlichen Netzwerken. Zu den wichtigsten Motiven gehören der eigene gute Ruf und der Markenschutz und die Mitarbeiterbindung. Die Wirkung des Engagements wird nur vereinzelt systematisch erhoben, die meisten Befragten antworteten, sie könnten die Wirkung nicht beurteilen, oder ihre Erkenntnisse darüber basierten auf persönlichen Rückmeldungen.

    www.stifterverband.org/pressemitteilungen/2018_05_15_cc-survey

    Kommentar: Die Binnenwelt bleibt abgedunkelt

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    Unternehmerisches Engagement ist gesellschaftspolitisch harmlos, es mangelt an Strategie und Systematik – obgleich doch Unternehmen erklärterweise gesellschaftspolitisch mitgestalten wollen. Dieses Auseinanderklaffen von Anspruch und Wirklichkeit hat die Studie des Stifterverbands und der Bertelsmann Stiftung einmal mehr bestätigt. Die Frage nach den Ursachen bleibt, dem Charakter der Studie geschuldet, unbeantwortet, stellt Dr. Holger Backhaus-Maul fest, Leiter des Fachgebiets Recht, Verwaltung und Organisation am Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seine Schlussfolgerung aus der vorliegenden Studie: Auf die Verdienste der quantitativen Erhebung sollte qualitative empirische Sozialforschung folgen, die Licht ins Dunkel der widersprüchlichen unternehmerischen Entscheidungen bringt.

    www.aktive-buergerschaft.de/kommentar-die-binnenwelt-des-unternehmensengagements-bleibt-abgedunkelt/

    Schweiz: Stiftungen profitieren von Immobilienpreisen

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    Die Zahl der Stiftungen in der Schweiz ist 2017 auf 13.129 gestiegen. Es wurden 364 Stiftungen neu gegründet, aber auch 187 zumeist kleinere Stiftungen aufgelöst. Diese Zahlen enthält der Schweizer Stiftungsreport 2018, der am 22. Mai 2018 veröffentlicht wurde und jährlich erscheint. In größeren Abständen erhebt er Zahlen zum Vermögen der Schweizer Stiftungen. Dieses betrug 2017 insgesamt knapp 100 Milliarden Schweizer Franken (umgerechnet 85 Milliarden Euro) – 30 Prozent mehr als bei der Erhebung zuvor, 2012. Die Steigerung sei unter anderem auf die Umwandlung von Einrichtungen wie Pflegeheimen in Stiftungen zurückzuführen, aber auch darauf, dass viele Stiftungen traditionell in Immobilien investierten und also hier vom Wertzuwachs profitiert hätten, heißt es im Report. Während das durchschnittliche Stiftungsvermögen in der Schweiz bei 8 Millionen Franken (umgerechnet rund 6,8 Millionen Euro) liegt, haben rund 80 Prozent der Stiftungen weniger als 5 Millionen Franken zur Verfügung.
    Was sich hinter den Zahlen verbirgt, könnte seitens der Stiftungen deutlicher gemacht werden, kritisieren Experten. Wie in der Neuen Zürcher Zeitung am 12. Mai 2018 zu lesen war, gibt es bereits eine parlamentarische Initiative, die für mehr Transparenz im Schweizer Stiftungswesen sorgen will.

    www.swissfoundations.ch/de/medienmitteilungen

    www.swissfoundations.ch/sites/default/files/18003 Swissfoundations Report 18 D (Web)_1.pdf

    www.nzz.ch/meinung/im-stiftungsparadies-steigt-der-politische-druck-ld.1385185

    Karlsruhe: Elektrotechnikstudierende engagieren sich

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    Regenerative Energie im Kindergarten richtig nutzen oder elektronische Systemlösungen bauen: Die Elektrotechnikstudierenden der Hochschule Karlsruhe (Baden-Württemberg) können ihr Fachwissen gesellschaftlich nutzbringend anwenden, wenn sie am Service Learning der Hochschule teilnehmen. Das Angebot soll sie auf den Weg zu fachübergreifendem und bedarfsorientiertem Denken und Handeln bringen. Es wird im Rahmen des Projekts Hochschuloffenes Elektro Technik Zentrum (H.ErT.Z) angeboten, dem die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen) im April 2018 einen Besuch abstattete. Das Ministerium fördert das H.ErT.Z und will mit dem “Fonds Erfolgreich Studieren (FESt-BW)” die Lehre verbessern.

    www.eit.hs-karlsruhe.de/hertz/projekt-hertz/service-learning/service-learning-an-der-fakultaet-fuer-elektro-und-informationstechnik.html

    www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/yes-its-humboldt-zu-gast-in-karlsruhe/

    Mitarbeiterengagement: Meistens freigestellt

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    Mitarbeiterengagement findet großteils in der Arbeitszeit statt, also indem die Mitarbeiter freigestellt werden. Darin sehen die Verfasser (Moritz Blanke, mit Anja Herde, Dr. Reinhard Lang und Ellen Sturm) einen neuen Trend. Sie sind die Autoren der Studie “Corporate Volunteering in Deutschland”, die im April 2018 vom Unternehmensnetzwerk UPJ veröffentlicht wurde. In mehr als drei Vierteln der 60 für die Studie befragten mittelständischen und großen Unternehmen engagierten sich die Mitarbeiter ausschließlich in der Arbeitszeit, überwiegend oder zur Hälfte in der Arbeitszeit. Das deute auf Institutionalisierung, Professionalisierung und eine systematische Herangehensweise hin, so die Autoren. Im Durchschnitt aller in der Studie berücksichtigten Unternehmen wurden die Mitarbeiter 1,9 Tage pro Jahr für gemeinnütziges Engagement freigestellt – dahinter stand eine Bandbreite von 0,6 Tagen bis zu 6 Tagen pro Jahr. Die Studie mit diesen und weiteren Ergebnissen wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

    www.upj.de/nachrichten_detail.81.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=3868&tx_ttnews[backPid]=20&cHash=16c23b61a9

    Alliance: Geberzirkel auf Wachstumskurs

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    Geberzirkel – selbst organisierte Gruppen von Menschen, die gemeinsam entscheiden, an welche Nonprofit-Organisation sie spenden – sind in den USA, Australien und auch Asien auf dem Vormarsch. In Australien sei seit 2014 ihre Zahl von 9 auf 21 gestiegen, in Asien habe sie sich im gleichen Zeitraum verdoppelt, schrieb Rob John, Partner des Center for the Study of Philanthropy an der University of St. Andrews, im Alliance Magazine (Vol 23, Number 1 March 2018). Sein Beitrag “Asian giving circles come of age” stellt eine Studie aus 2017 vor, die sich mit 38 asiatischen Zirkeln befasst. Die 188 Befragten geben nicht nur Geld, sondern spenden auch Zeit für professionellen Rat an die Organisationen, die sie unterstützen. Je informierter sie durch ihre Mitgliedschaft im Zirkel wurden, desto engagierter und überzeugter wurden sie in ihren philanthropischen Aktivitäten, so John. Die Geberzirkel ermöglichten den Spendern ähnliche Weiterentwicklung und auch Zufriedenheit, wie sie bislang vor allem institutioneller Philanthropie in Stiftungen oder Familienfonds zugeschrieben wurde.

    www.alliancemagazine.org