Beiträge mit den Schlagworten :

    Studien und Umfragen

    Wirkungsvoll investieren: Im Experimentierstadium

    150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

    Begrenzte Anlagemöglichkeiten, zu wenige wirkungsorientierte Organisationen und zu wenig fachliche Expertise: Das sind die Probleme, die das Wachstum auf dem Markt für gesellschaftlich wirkungsvolles Investieren (Social Impact Investment) behindern, resümiert die Bertelsmann Stiftung in ihrer Studie “Social Impact Investment in Deutschland 2016: Kann das Momentum zum Aufbruch genutzt werden?”. Seit 2012 ist demnach kein nennenswertes Wachstum zu verzeichnen; die Förderung von Sozialunternehmen durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau bis Ende 2014 sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben, und vom Nachfolgeprogramm ERP-Venture-Capital-Fondsinvestment profitierten Sozialunternehmen nur mittelbar. Von neuen Fonds sei jedoch für 2016 eine Steigerung der Umsätze auf dem Markt auf sieben oder acht Millionen Euro zu erwarten (Schätzung für 2015: vier bis fünf Millionen Euro). Um ein nennenswertes Wachstum in Gang zu bringen, müsse der Staat durch aktive und finanzielle Förderung die Bedingungen für die privaten Investoren verbessern, heißt es in der Studie, die vom National Advisory Board (NAB) erstellt und von der Bertelsmann Stiftung veröffentlicht worden ist. Die Stiftung koordiniert das NAB, in dem fachübergreifend Experten an der Stärkung des Marktes für wirkungsvolles Investieren zusammenarbeiten.

    Konrad-Adenauer-Stiftung: Migranten sind engagierter

    150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

    In Sportvereinen, Schulen und Kindergärten ist das ehrenamtliche Engagement von Deutschen mit Migrationshintergrund prozentual größer als das Engagement von Deutschen ohne Migrationshintergrund. 48 Prozent der befragten Migranten sind im Sport aktiv, 17 Prozent in Schulen und Kindergärten. Bei den befragten Deutschen ohne Migrationshintergrund sind es 40 Prozent bzw. 10 Prozent. In Kultur und Musik liegen Ausländer (24 Prozent) mit ihrem Engagement prozentual vor Deutschen (21 Prozent) und Migranten (17 Prozent). Diese und weitere Ergebnisse liefert eine von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage über die soziale und politische Partizipation von Deutschen mit Migrationshintergrund und in Deutschland lebenden Ausländern. Befragt wurden zwischen Januar und April 2015 über 3.000 Personen. Die Ergebnisse wurden am 20. Januar 2016 veröffentlicht. Insgesamt sind 25 Prozent der Migranten und 22 Prozent der Ausländer in einem Verein, einer Initiative, einem Projekt oder einer Selbsthilfegruppe aktiv. Bei den Deutschen ohne Migrationshintergrund sind es 51 Prozent. Da der Studie eine andere Methodik als der Freiwilligensurvey der Bundesregierung (bürgerAktiv berichtete) zugrunde liegt, sind die Ergebnisse nicht vergleichbar.

    zfwu: CSR im kleinen Unternehmen

    150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

    Die Ergebnisse seiner empirischen Studie über die Umsetzung von Corporate Social Responsibility (CSR) in einem mittelständischen Unternehmen präsentiert und diskutiert Markus Schenkel-Nofz in der Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (zfwu 16 / 3 (2015)). Vor allem komme es darauf an, wie die CSR-Strategie seitens des Inhabers mit Leben gefüllt werde. Wirke sie auf die Mitarbeiter authentisch, erzeuge sie Vertrauen – andernfalls könnten Implementierung und Umsetzung von CSR aber auch zu “nicht intendierten Effekten führen”, so Schenkel-Nofz. Sein Beitrag trägt den Titel “CSR-Wahrnehmungen und Auswirkungen bei Mitarbeitern”.

    Studierende: Mehr als die Hälfte engagiert sich

    150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

    Gesellschaftliches Engagement ist für viele Studierende selbstverständlich. In der Online-Umfrage CampusBarometer 2015 gaben 59 Prozent von mehr als 6.200 Befragten an, sich neben dem Studium ehrenamtlich zu betätigen. Von ihnen setzten sich 63 Prozent für soziale Zwecke ein, 26 Prozent waren in kulturellen Projekten aktiv. Nur 13 Prozent engagierten sich politisch. Von denjenigen, die sich nicht engagieren, gaben die meisten Befragten Zeitmangel, teilweise wegen Nebenjobs, als Grund an. Rund ein Drittel von ihnen befürchtete, durch Engagement könne das Studium leiden. Allerdings hat das Engagement dieser Umfrage zufolge keine Auswirkungen auf die Dauer des Studiums. Die Daten hat die Deutsche Bildung AG erhoben, ein Unternehmen, das Studienkredite aus Studienfonds vergibt.

    Großspender: Zuckerberg erregt die Gemüter

    150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

    Die Ankündigung des US-amerikanischen Milliardärs Mark Zuckerberg anlässlich der Geburt seiner Tochter, 99 Prozent seines Vermögens zu spenden, ist in deutschen Medien auf Kritik gestoßen. Dem Vorwurf, er wolle Steuern sparen, ist der Milliardär inzwischen entgegen getreten: Er will das Geld in eine Limited Liability Company (LLC) investieren, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Diese Unternehmen müssen im Gegensatz zu den üblichen gemeinnützigen Stiftungen sehr wohl Steuern zahlen, dürfen andererseits aber auch Joint Ventures mit kommerziellen Unternehmen eingehen, Gewinne erzielen ohne sie gleich wieder ausschütten zu müssen und aktive politische Lobbyarbeit betreiben. Zudem gibt es weder eine Verpflichtung auf einen Stiftungszweck noch zur Veröffentlichung. Zuckerberg ließ offen, was er genau vorhat. In dem Brief an seine neugeborene Tochter, den er auf Facebook veröffentlichte, ist unter anderem die Rede von individualisiertem Lernen, Vernetzung, Aufbau von Gemeinschaften und Krankheitsbekämpfung. Mark Zuckerberg hat die Internetplattform Facebook mitgegründet. Sein Aktienanteil an Facebook, von dem er 99 Prozent in die LLC einbringen will, hat einen Wert von rund 45 Milliarden US-Dollar.
    Den Einfluss von Großspendern haben unterdessen die Hilfsorganisationen Misereor, Brot für die Welt und das Global Policy Forum kritisiert. Im November 2015 veröffentlichten sie die Studie “Philanthropic Power and Development: Who shapes the agenda?”. Darin weisen sie darauf hin, dass milliardenschwere Großspender wie die Gates-Stiftung oder die Rockefeller-Stiftung bei der Lösung von Ernährungsproblemen vor allem auf technologische Innovationen setzen und sowohl die Rechte einheimischer Kleinbauern als auch strukturelle Ursachen von Unterernährung ignorierten. Problematisch sei, dass mit dem Bedeutungszuwachs von Stiftungen private Geldgeber eine Mitentscheidungsgewalt über die Prioritäten internationaler Politik erhielten, die niemandem gegenüber Rechenschaft abzulegen hätten.

    DZ BANK, Tchibo und weitere: Bestnoten bei CSR

    150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

    Die Bertelsmann-Stiftung hat zum zweiten Mal die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung indexiert und im Corporate Responsibility Index (CRI) 2015 veröffentlicht. Der CRI bewertet, wie stark die Ausrichtung an verantwortlichem Handeln in den Unternehmensstrukturen verankert ist. Besonders gut schnitten dabei die LR Facility Services (Kategorie bestes Unternehmen), Unilever (bestes Konsumgüterunternehmen), die DZ BANK (bester Finanzdienstleister), Tchibo (bestes Handelsunternehmen), Märkisches Landbrot (bestes der kleinen und mittelständischen Unternehmen) und Krones (bester Maschinen- und Anlagebauer) ab. Insgesamt zeigten sich unverändert große Lücken bei der Messung der Ergebnisse, so die Bertelsmann Stiftung. Beispielsweise würden nur 32 Prozent der am CRI teilnehmenden Unternehmen die gesellschaftliche Wirkung ihrer Aktivitäten messen. Auch seien die Unternehmen selbst größtenteils unzufrieden mit ihren CR-Aktivitäten. Dieser Anteil ist gegenüber dem CRI von 2013 gestiegen.

    Klimaberichte: Asien-Pazifik vorn

    150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

    In Ländern wie Indien, Indonesien, Malaysia und Südafrika werden mehr Nachhaltigkeitsberichte veröffentlicht als in Europa und den USA. Nach einer Studie der Wirtschaftsberatung KPMG veröffentlichen im Asien-Pazifik-Raum 79 Prozent der Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte, in Europa seien es 84 Prozent. Insgesamt ergab der Report “KPMG Survey of Corporate Responsibility Reporting 2015” ein uneinheitliches Bild: Die Unternehmen berichten sehr unterschiedlich über ihre Aktivitäten. Beispielsweise machten nur die Hälfte Angaben zu Emissionen in der Lieferkette und nur 7 Prozent über die Emissionen bei der Entsorgung ihrer Produkte. Schleppend verlaufe die Integration der sozial-ökologischen Berichterstattung in die Gesamtberichte des Unternehmens. Die Quote der Unternehmen, die integriert berichten, liege fast unverändert bei 11 Prozent, so KPMG. Untersucht worden sind 4.500 Unternehmen in 45 Ländern.

    BMWi: Genossenschaften für Bürgerinitiativen

    150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

    Wirken Aufwand und Kosten, die mit der Rechtsform der Genossenschaft einhergehen, für kleinere Projekte des bürgerschaftlichen Engagements abschreckend? Grundsätzlich nicht, sagt eine am 23. November 2015 vorgestellte empirische Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Nur eine Minderheit der Befragten sah hier Änderungsbedarf. Dem könne beispielsweise durch verbesserte Förderung und abgestufte Prüfungsanforderungen Rechnung getragen werden, schreiben die Autoren in ihren Handlungsempfehlungen. Die Studie “Potenziale und Hemmnisse von unternehmerischen Aktivitäten in der Rechtsform der Genossenschaft” wurde durchgeführt von der Unternehmensberatung Kienbaum und dem Seminar für Genossenschaftswesen der Universität Köln.

    Kommunen und Bürger: Ohne Ehrenamt am Ende

    150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

    Ohne ehrenamtliches Engagement der Bürgerinnen und Bürger sei die Funktionsfähigkeit des teilweise längst überforderten Staates nicht mehr zu erhalten: Das hat der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Dr. Gerd Landsberg, am 5. Dezember 2015, dem Tag des Ehrenamts, in Berlin gesagt. Die Kommunen müssten alles daran setzen, das ehrenamtliche Engagement zu stärken. Eine “neue Verantwortungsteilung” hat auch das Institut Arbeit und Technik (IAT) in seiner Bestandsaufnahme der Zusammenarbeit von Kommunen mit der Bürgerschaft ausgemacht, die am 9. November 2015 veröffentlicht wurde. Auftraggeber waren das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und das Bundesumweltministerium. In der Studie wird ein vermehrtes Interesse der Bürger an Partizipation identifiziert, während die Kommunen mit der Daseinsvorsorge vor allem wegen des demographischen Wandels immer öfter überfordert seien. Als Beispiel wird unter anderem die Organisation der Pflege älterer Menschen in Eichstetten am Kaiserstuhl genannt, die sich für professionelle Anbieter nicht lohnt und nun in Kooperation mit Ehrenamtlichen ermöglicht wird.

    Rheinland-Pfalz: Viele Vereine

    150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

    Rheinland-Pfalz hat 91 Vereine pro 10.000 Einwohner, das ist eine der höchsten Quoten in Deutschland. Die meisten Vereine sind traditionell geprägt. 36 Prozent von ihnen klagen über Mitgliederschwund. Fast die Hälfte der Vereine ist in ländlichen Gebieten, ebenfalls eine überdurchschnittlich hohe Quote – der Bundesdurchschnitt beträgt hier 21 Prozent. Das sind die zentralen Ergebnisse der Studie “Gestalten oder Gestaltet werden?”, eine regionale Sonderauswertung der Datenerhebung Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ). Die Autoren empfehlen mehr Vernetzung und mehr Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Kommunen und Unternehmen.