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    Studien und Umfragen

    Datenerhebung: 25 Jahre Empirie zum Dritten Sektor

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    In diesem Jahr 2016 jährt sich zum 25. Mal der Start des Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project (CNP) – die größte systematische internationale Datenerhebung zum Dritten Sektor. Nach Vorarbeiten 1990 startete 1991 die Erhebung zu sozialen Organisationen, Wohlfahrt und freiwilligem Engagement in 13 Ländern. Sie sollte die Grundlage legen für miteinander vergleichbare Statistiken und wird inzwischen in Form von Teilstudien in mehr als 45 Ländern fortgesetzt. In Deutschland erhebt das Projekt Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) Daten zum Dritten Sektor; zuletzt 2012. ZiviZ ist seit 2014 als Geschäftsstelle beim Stifterverband für die deutsche Wissenschaft e.V. angesiedelt.

    Ausländische Studierende: Engagement statt Praktika

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    Drei Viertel der ausländischen Studierenden in Deutschland gehen einer freiwilligen Tätigkeit in studentischen oder sozialen Organisationen nach, hat der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) ermittelt. Dieses Engagement verbessere ihr Deutschkenntnisse und die Integration und verhelfe zu mehr Kontakten. Das könne den für internationale Studierende schwierigen Berufseinstieg auf dem deutschen Arbeitsmarkt erleichtern und somit auch ein Ersatz für Praktika sein, die nur von knapp einem Drittel der ausländischen Studierenden absolviert würden; Hindernisse dafür seien vor allem aufenthaltsrechtliche Schranken und mangelhafte Sprachkenntnisse. Grundlage der Erkenntnisse ist eine bundesweite Befragung 2.565 internationaler Master-Studierender aus dem Sommer 2015, veröffentlicht unter dem Titel “Engagiert gewinnt”.

    Landkreise, Kommunen: Engagement für Flüchtlinge läuft gut

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    Deutsche Kommunalpolitiker sind mit dem ehrenamtlichen Engagement der Bürgerinnen und Bürger für Asylsuchende und Flüchtlinge sehr zufrieden. Dies hat eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach ergeben. Mit 99 Prozent sprechen fast alle befragten Landräte, Flüchtlingskoordinatoren und Bürgermeister in Westdeutschland von einer großen Hilfsbereitschaft vor Ort, im Osten sind es 90 Prozent. Für 86 Prozent der Landkreise und Kommunen ist die ehrenamtliche Unterstützung “sehr wichtig”, für 14 Prozent “wichtig”. 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich an der Hilfsbereitschaft der Ehrenamtlichen in absehbarer Zeit wenig ändern wird. Die große Mehrheit berichtet auch, dass die Zusammenarbeit zwischen den haupt- und den ehrenamtlichen Kräften gut funktioniert. Das Allensbacher Institut hat im Auftrag und mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung zwischen November 2015 und Januar 2016 insgesamt 349 kommunale Verantwortungsträger zur Flüchtlingssituation befragt. Insgesamt bewerten die Befragten die Lage positiv, klagen aber über Mangel an Wohnraum, Personal und Zeit für Zukunftsstrategien.

    Pegida: Wer in Dresden demonstriert

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    Vergleichsweise viele Menschen über 50 Jahre, Angestellte oder Rentner: Das sind Mehrheitsmerkmale der Pegida-Demonstranten in Dresden. Sie schätzen die Zukunft der Bundesrepublik pessimistisch ein und vertrauen weder der Bundeskanzlerin, noch dem Bundespräsidenten, noch der EU oder den Medien: Das sind zentrale Ergebnisse einer Befragung, die im November 2015 das Göttinger Institut für Demokratieforschung unter Pegida-Demonstranten durchführte und am 31. Januar 2016 veröffentlichte. Die Forscher verteilten dafür rund 1.800 Fragebögen mit frankierten Rückumschlägen unter den Demonstranten und bekamen ein Drittel zurück. Eine weitere Studie mit ähnlichen Erkenntnissen über die Pegida-Demonstranten veröffentlichte am 25. Februar 2016 der Dresdner Politologe Prof. Dr. Werner Patzelt. Seiner Erkenntnis nach stehen die Demonstranten der bundesdeutschen Demokratie und der Globalisierung kritisch gegenüber und halten die wirtschaftlichen Verhältnisse für Ungerecht. Patzelt arbeitete mit Interviews am Rande der Demonstrationen. Beide Untersuchungen erheben keinen Anspruch auf Repräsentativität. Das Göttinger Institut für Demokratieforschung wird im März 2016 noch eine Online-Befragung der Gegendemonstranten veröffentlichen. Wie die Mit-Autorin Katharina Trittel in der Wochenzeitung Die Zeit berichtete, sammeln sich hier in vielen Städten protesterfahrene Bürger, die zwar für die Aufnahme von Flüchtlingen demonstrieren, doch engagiert sich nur eine Minderheit von ihnen auch in der Flüchtlingshilfe.

    Adidas, DZ BANK und andere: Engagement für Flüchtlinge eher kleinteilig

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    36 große deutsche Unternehmen haben am 10. Februar 2016 die Internetplattform “Wir zusammen” vorgestellt. Dort präsentieren sie, was sie derzeit für Flüchtlinge tun. Die Projekte reichen von Praktikumsplätzen für Geflüchtete über Mentorenprogramme bis zu Versprechen, nötigenfalls Patenschaften zu übernehmen. So kündigt die adidas-Gruppe an, jeden ihrer 5.000 Mitarbeiter bis zu drei Tage lang für ehrenamtliche Tätigkeiten freizustellen, etwa, um Sport für Flüchtlinge anzubieten. Die DZ BANK Gruppe will in den kommenden zwei Jahren 50 Hospitationen und Praktika für junge Geflüchtete anbieten. Die Evonik Industries AG hat über die Evonik Stiftung im Herbst 2015 eine Million Euro für Ausbildungsprojekte und Sprachunterricht zur Verfügung gestellt. Die Adam Opel AG beteiligt sich an einem Mentorenprogramm zusammen mit der Universität Main und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). In 100 Tandems sollen Flüchtlinge bei Bewerbungen und Behördengängen unterstützt werden.
    Die Größenordnung der präsentierten Projekte deckt sich mit Unternehmensumfragen, über die in der Presse zu lesen war. Einer Umfrage des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung (München) zufolge beschäftigen nur 7 Prozent der Unternehmen Geflüchtete. Das derzeitige Hauptproblem seien das schleppende Asylverfahren und mangelnde Sprachkenntnisse, sagte dazu Frank-Jürgen Weise, Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) haben am 24. Februar 2016 ein 20 Millionen Euro schweres Programm zur Arbeitsmarktintegration vorgestellt: Jede IHK soll ein Konzept zur Beratung und Vermittlung junger Geflüchteter entwickeln.

    Bundesfamilienministerium: Studie zu Haupt- und Ehrenamt

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    Gut, aber nicht störungsfrei ist das Verhältnis zwischen ehrenamtlich Engagierten und hauptberuflich Beschäftigten in den Bereichen Pflege, Sport und Kultur. Dazu befragt, sagten drei Viertel der Ehrenamtlichen in Bibliotheken, zwei Drittel der ehrenamtlich Engagierten in der Pflege, gut die Hälfte der Freiwilligen in Museen und noch vier von zehn Ehrenamtliche im Sport, sie sähen keinerlei Schwierigkeiten. Die gleiche Frage beantworteten die Hauptamtlichen aus den genannten Bereichen deutlich kritischer: Ungefähr jeweils nur ein Drittel sieht hier keinerlei Schwierigkeiten zwischen Ehren- und Hauptamt.
    Als Gründe für Meinungsverschiedenheiten gaben sowohl Ehrenamtliche als auch Hauptamtliche die unzureichenden Informationen durch Hauptamtliche an. Darüber hinaus wurden mangelnde Zuverlässigkeit der Ehrenamtlichen und die mangelnde Unterstützung des Ehrenamtes durch die Hauptamtlichen aufgeführt. Die Ehrenamtlichen nannten unter den fünf wichtigsten Gründen noch die mangelnde Beteiligung an Entscheidungen sowie mangelnde Gestaltungsspielräume. Die Hauptamtlichen gaben persönliche Antipathien und eigenes mangelndes Engagement an.
    Für die Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat die INBAS-Sozialforschung GmbH aus Frankfurt a.M. insgesamt über 3.000 Personen in knapp 2.000 Einrichtungen und Vereinen befragt. Unter den Befragten waren etwa zur Hälfte Haupt- und Ehrenamtliche. Durchgeführt wurde die Untersuchung von der Inbas-Sozialforschung GmbH aus Frankfurt a.M. Der Endbericht datiert vom 30. September 2015, vorgestellt wurde die Studie am 26. Januar 2016 in Berlin.

    Kommentar: Zwischen Kooperation und Konkurrenz

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    Die Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Wohlfahrt muss verbessert werden, das hat die Studie der INBAS-Sozialforschung GmbH bestätigt. Bei der Frage nach den Ansatzpunkten dafür bleibt sie jedoch vage, meint unsere Kommentatorin Gisela Jakob, Professorin für Erziehungswissenschaften an der Hochschule Darmstadt. Zwar haben die Befragten interessante Gründe für ihre teilweise Unzufriedenheit genannt. Doch wer nun etwas verändern will, muss auf die Details schauen; zum Beispiel könnte es eine Rolle spielen, in welcher Trägerschaft sich eine Einrichtung befindet.

    Stifter in Deutschland: Gut gebildet, männlich, wohlhabend

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    Der häufigste Grund, eine Stiftung zu gründen, ist sicherzustellen, dass das gestiftete Vermögen dauerhaft einem vom Stifter selbst bestimmten Zweck zukommt. Das ist eine der Erkenntnisse aus der Studie “Stifterinnen und Stifter in Deutschland”, die der Bundesverband Deutscher Stiftungen (BDS) im Dezember 2015 veröffentlicht hat. Die Stifter gaben an, sie der Gemeinschaft etwas zurückgeben und Verantwortung zeigen zu wollen. Der Erhebung zufolge sind sie überdurchschnittlich wohlhabend, gut gebildet, mehrheitlich Männer und mehrheitlich älter als 60 Jahre. Stiften ist überwiegend eine private Angelegenheit: Die meisten Stifter berufen Lebensgefährten und Familienangehörige in ihre Stiftungsgremien. Bei der Gründung lassen sich die meisten allerdings professionell beraten. Die Daten beruhen auf der Befragung von 676 Stifterinnen und Stiftern. Autoren sind Nina Leseberg und Karsten Timmer, und die Publikation wurde unterstützt von der Klaus Tschira Stiftung und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

    Vertrauen: Bundesregierung verliert, NGO gewinnen

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    Das Vertrauen der deutschen Bevölkerung in die Bundesregierung ist gesunken, hat das Edelman Trust Barometer 2016 der PR- und Marketing-Agentur Edelman ergeben. In als informiert geltenden Bevölkerungsgruppen sank der Wert um fünf Prozentpunkte von 50 auf 45 Prozent, in der Gesamtbevölkerung um einen Prozentpunkt von 40 auf 39 Prozent. Demgegenüber stieg das Vertrauen in Nichtregierungsorganisationen (NGO) um zwei Prozentpunkte auf 61 Prozent bei den als informiert geltenden Gruppen und um fünf Prozent auf 45 Prozent in der Gesamtbevölkerung. In der Umfrage des Vorjahres (bürgerAktiv berichtete) waren die Werte für die NGO noch gesunken. Für das Trust Barometer befragt Edelman jährlich jeweils rund 1.000 Personen in mindestens Ländern sowie 200 bis 500 gut gebildete und informierte Personen.

    Handel: Unternehmen verschweigen Engagement für Flüchtlinge

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    Ein Teil der Unternehmen, die sich für Flüchtlinge engagieren, verschweigt dieses Engagement in der Öffentlichkeit Das hat eine Umfrage des EHI Retail Institute unter den Kommunikationsfachleuten von 82 Handelsunternehmen ergeben. Zwar engagieren sich drei Viertel der Unternehmen für Flüchtlinge, doch darüber nach außen zu informieren, lehne rund die Hälfte von ihnen ab: Das Thema Flüchtlingshilfe sei nicht geeignet für die Selbsteinschätzung, lautet die mit Abstand häufigste Begründung. Knapp die Hälfte der engagierten Unternehmen befürchtet, dass das Engagement in der Öffentlichkeit negative Reaktionen hervorrufen könnte. Die Studie wurde im Dezember 2015 publiziert.

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