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    Studien/Umfragen

    Baden-Württemberg: Studie zur Monetarisierung von Ehrenamt

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    Mit der Debatte um Entlohnung im Freiwilligensektor befasst sich das Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung (zze) Freiburg in seiner explorativen Studie “Untersuchung zur Monetarisierung von Ehrenamt und Bürgerschaftlichem Engagement in Baden-Württemberg”. Auch wenn sich im Bereich öffentlicher und gemeinwohlorientierter Aufgaben ein zweiter Arbeitsmarkt etabliert habe, geschehe freiwilliges Engagement nach wie vor weitgehend unentgeltlich, so die Autorinnen und Autoren um Thomas Klie und Martina Wegner. Sie entwerfen ein sechsstufiges “Schema für gemeinwohlorientierte Tätigkeiten” zwischen den Polen “Berufliche Tätigkeitsformen mit Gemeinwohlbezug” und “Freiwillige und ehrenamtliche Tätigkeit ohne geldwerte Leistung und Bezahlung”. Für die Praxis raten sie, jeglichen Geldwertbezug transparent zu handhaben, ihn terminologisch abzubilden und von der reinen Zeitspende abzugrenzen. Die Studie, die im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg entstand, soll die Diskussion innerhalb des baden-württembergischen Landesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement fördern.

    Schweiz: Überblicksstudie zu Philanthropie erschienen

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    Die neu erschienene Studie “Philanthropie in der Schweiz” von Georg von Schnurbein und Steffen Bethmann vom Centre for Philanthropy Studies (CEPS) der Universität Basel schafft erstmals einen Überblick über die verfügbaren Daten zum freiwilligen privaten Engagement im Alpenland. Das Spendenvolumen von Unternehmen, Privatpersonen und Stiftungen für den gemeinnützigen Sektor schätzen die Autoren in ihrer Sekundäranalyse auf jährlich rund 3 Milliarden Schweizer Franken, den monetären Gegenwert freiwillig geleisteter Arbeit mit Bezug auf das Jahr 2004 auf bis zu 31 Milliarden Franken. Die Spendenquote beziffern sie mit etwa 75 Prozent. Für exakte Aussagen über die Leistungskraft des Dritten Sektors in der Schweiz müssten jedoch künftig gesicherte empirische Daten erhoben werden, fordern die Verfasser.

    Saarland: “Sozialstudie Saar” zu zivilgesellschaftlicher Partizipation

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    Den Autorinnen und Autoren der am 07.01.2010 in Saarbrücken vorgestellten “Sozialstudie Saar – Teilhabe und sozialer Zusammenhalt im Saarland” zufolge herrscht eine überdurchschnittliche zivilgesellschaftliche Partizipation im südwestlichen Bundesland. Als Indikatoren ziehen die Verfasser die Mitgliedschaft in Vereinen und Organisationen sowie die Engagementquote heran. In der 230-seitigen Studie heißt es auf Seite 198 folgende mit Bezug auf den Freiwilligensurvey 2004: “Im Vergleich der Bundesländer liegen zwar keine gesonderten Ergebnisse für das Saarland vor, aber die hohen Engagementquoten der nächstgelegenen Länder … sowie die Trendaussage eines Gefälles zwischen geringerem Engagement im Norden und höherem Engagement in den süddeutschen Ländern lässt darauf schließen, dass auch im Saarland von einem überdurchschnittlichen Engagement der Bürgerinnen und Bürger auszugehen ist.” In Auftrag gegeben wurde die empirische Studie vom Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales des Saarlandes beim Otto-Blume-Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik e.V. (Köln).

    Verbraucherumfragen: Soziales Engagement zahlt sich für Unternehmen aus

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    Sechs von zehn Deutschen erwarten von Unternehmen, dass sie sich sozial engagieren. Das ist ein zentrales Ergebnis der dritten jährlichen goodpurpose-Verbraucherstudie der PR Agentur Edelman, die am 27.10.2009 veröffentlicht wurde. Soziales Engagement sei für den Erfolg einer Marke immer wichtiger, müsse jedoch glaubwürdig sein und im Einklang mit den Markenwerten und der Markenpositionierung stehen. Die Agentur rät unter dem Motto “Mutual Social Responsibility”, soziales und unternehmerisches Engagement gleichwertig zu behandeln und die Konsumenten in das Unternehmensengagement zu involvieren. Befragt wurden 6.000 Personen in zehn Ländern, darunter Brasilien, China, die USA und Deutschland.
    Auch als Arbeitnehmer bevorzugen die Deutschen Unternehmen, “die sich durch einen hohen ethischen und sozialen Anspruch auszeichnen”. Das ergab die internationale Erhebung “Kelly Global Workforce Index” des Personaldienstleisters Kelly Services unter fast 100.000 Arbeitnehmern in 34 Ländern, davon über 2.000 in Deutschland. Für 61 Prozent der Befragten ist ethisches Verhalten eines potentiellen Arbeitgebers “besonders wichtig”; 91 Prozent bevorzugen Unternehmen als Arbeitgeber, die als sozial und ethisch verantwortungsvoll bekannt sind. Mehr als ein Drittel der Befragten würde ein geringeres Gehalt oder eine Degradierung in Kauf nehmen, um für ein Unternehmen mit einer einwandfreien Reputation zu arbeiten, so die am 05.11.2009 in Deutschland publizierte Umfrage.

    Österreich: Erster Freiwilligenbericht erschienen

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    Das österreichische Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz stellte am 18.06.2009 den “1. Bericht zum freiwilligen Engagement in Österreich” vor. Ihm zufolge waren 2006 im Alpenland gut 3 Millionen Menschen – 43,8 Prozent der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren – freiwillig engagiert, jeweils rund die Hälfte in formellen Organisationen und informellen Strukturen wie etwa der Nachbarschaftshilfe. Im Vergleich zum Jahr 2000, in dem durch persönliche Befragungen erste Daten erhoben wurden, ist das wöchentliche Arbeitszeitvolumen der Engagierten um knapp 12 Prozent zurückgegangen. Die Studie wurde vom Institut für interdisziplinäre Nonprofit Forschung an der Wirtschaftsuniversiä̈t Wien (NPO-Institut) durchgeführt.

    Studie zur Zivilgesellschaft in Ostdeutschland

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    Bereits im Mai 2009 wurde die Studie “Entwicklung der Zivilgesellschaft in Ostdeutschland” veröffentlicht. Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und des Beauftragten für die neuen Bundesländer, Wolfgang Tiefensee, analysieren die Autorinnen und Autoren auf Grundlage der Daten aus den Freiwilligensurveys 1999 und 2004 die Besonderheiten der ostdeutschen Zivilgesellschaft. Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall hat die aktive Beteiligung am freiwilligen Engagement in Ostdeutschland zwar noch nicht den gleichen Stand wie in Westdeutschland erreicht, doch ist zwischen 1999 und 2004 eine deutliche Steigerung zu verzeichnen, so ein Ergebnis. Zudem ähneln sich die Funktions- und Arbeitsweise der Zivilgesellschaften in Ost- und Westdeutschland aufgrund des weitgehend einheitlichen Institutionen- und Organisationenrahmens der gesamtdeutschen Zivilgesellschaft. Die Studie ist online vollständig veröffentlicht.

    Engagementbericht des Bundesfamilienministeriums jetzt veröffentlicht

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    Der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) beim Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in Auftrag gegebene Bericht zur Lage und zu den Perspektiven des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland wurde am 10.08.2009 veröffentlicht. Die unter der Leitung von Dr. Eckard Priller erstellte Studie beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit bürgerschaftlichem Engagement im Kontext von Familie und familiennahen Unterstützungsformen. Ferner betrachtet der 200 Seiten umfassende Bericht die Struktur und Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements, untersucht den aktuellen Stand der Engagementpolitik von Bund, Ländern und Kommunen und entwickelt Vorschläge und Handlungsempfehlungen für dieses Politikfeld. – Die im Rahmen der Erstellung des Berichts in Auftrag gegebenen Expertisen können, ebenso wie der Bericht, von der Homepage des WZB heruntergeladen werden.

    Studien zur zivilgesellschaftlichen Integration

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    In zwei repräsentativen Studien wird die zivilgesellschaftliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund sowie Muslimen in Deutschland positiv bewertet. Im Auftrag des Deutschen Caritasverbands ermittelte das Heidelberger Institut Sinus Sociovision, dass sich 18 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland in einem deutschen Verein engagieren und weitere 12 Prozent an einem Engagement interessiert sind. 2.072 Personen waren in den Jahren 2006 bis 2008 für die am 25.03.2009 veröffentlichte repräsentative Studie befragt worden. – Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge publizierte am 26.06.2009 die erste bundesweit repräsentative Studie zum “Muslimischen Leben in Deutschland”. 52 Prozent der rund 6.000 Befragten aus muslimisch geprägten Ländern sind aktives oder passives Mitglied in einem deutschen Verein, 17 Prozent sowohl in einer deutschen als auch in einer herkunftslandbezogenen Gruppierung, und nur vier Prozent sind ausschließlich in einem herkunftslandbezogenen Verein organisiert, so ein zentrales Ergebnis der auf Anregung der Deutschen Islam Konferenz durchgeführten Studie (> Kommentar).

    NVSQ: Studie zu US-Bürgerstiftungen – Vertrauen ist Schlüsselfaktor

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    Elizabeth Graddy und Lili Wang fassen in Nonprofit and Voluntary Sector Quartely (Volume 38 / Number 3 June 2009) ihre Studie über Bürgerstiftungen in den USA zusammen, in der sie die Abhängigkeit dieser zivilgesellschaftlichen Organisationsform von ihrem gesellschaftlichen Umfeld untersuchen. Die Autorinnen konnten einen positiven Zusammenhang zwischen generellem interpersonalem Vertrauen in die Bürgerschaft (community) und an die Bürgerstiftung fließenden Spenden und Zustiftungen feststellen. Für die bereits 2007 erschienene Studie “Community Foundation Development and Social Capital” werteten sie Daten etwa des Social Capital Community Benchmark Survey aus dem Jahr 2000 sowie des Council on Foundations, des Grantsmanship Center, von Guidestar.org sowie von Bürgerstiftungswebsites aus. Graddy und Wang weisen zudem nach, dass Bürgerstiftungen mit zunehmendem Alter steigende Pro-Kopf-Zuwendungen verzeichnen, wenn ihr Gemeinwesen durch allgemein hohes Vertrauen gekennzeichnet ist. Das Vorhandensein weiterer gemeinnütziger Organisationen vor Ort beeinflusst die Zuwendungshöhe hingegen nicht, was die Möglichkeit für kollaboratives Fundraising eröffnet, von dem in Zeiten verstärkten Wettbewerbs um Fördergelder alle Akteure profitieren können. Graddys und Wangs Fazit: “Trust will be a key factor. Community foundations not only need to build connections with donors and gain their trust, but they also need to act as a catalyst for trust building in the whole community.”

    Neue Zahlen zum europäischen Stiftungswesen

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    Das Heidelberger Centre for Social Investment (CSI) und das Hamburger Max Planck Institut für ausländisches und internationales Privatrecht haben für die Europäische Kommission eine international vergleichende Studie über Stiftungen erarbeitet. Die Autoren stellen die These auf, dass der europäische Stiftungsmarkt, auch im Vergleich mit dem US-amerikanischen Pendant, deutlich größer ist als aufgrund bisheriger Untersuchungen angenommen. Für Europa gehen sie von 90.000 bis 110.000 Stiftungen aus; ihr Vermögen schätzen sie auf eine Summe zwischen 350 Mrd. und 3 Billionen Euro. Die Studie ist Teil der Formulierung des “European Foundation Statute”, das zur Beseitigung von Barrieren für internationale Stiftungstätigkeiten beitragen will. Die Europäische Kommission ruft zur Diskussion der Ergebnisse auf.