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    Studien/Umfragen

    International: Sinkendes Vertrauen in NGO

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    Das aktuelle Edelman Trust Barometer 2018 zeigt ein sinkendes Ansehen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) unter anderem in der deutschen und in der US-amerikanischen Bevölkerung. So sank der Anteil der online Befragten, die NGOs vertrauen, in den USA um 9 Prozentpunkte auf 49 Prozent. In Deutschland ging er um zwei Prozentpunkte auf 37 Prozent zurück. Besonders große Veränderungen gab es in Schweden, hier stieg der Wert um 19 Prozentpunkte auf 42 Prozent, und in Italien sank er um 13 Prozentpunkte auf 46 Prozent. Für das Trust Barometer hat das Marktforschungsunternehmen Edelman Intelligence insgesamt 33.000 Menschen in 28 Ländern befragt. Die Daten werden jährlich erhoben.

    cms.edelman.com/sites/default/files/2018-02/2018_Edelman_Trust_Barometer_Global_Report_FEB.pdf
    www.presseportal.de/pm/63507/3847071

    Asien: Misstrauen gegen Nonprofits

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    Asiatische Spender haben Vorbehalte gegenüber Nonprofit-Organisationen. Gründe sind dem Centre for Asian Philanthropy and Society (CAPS) zufolge wiederkehrende Skandale, Intransparenz und Unberechenbarkeit. CAPS ist ein in Hongkong ansässiges Forschungs- und Beratungsinstitut. Seinem Report “Doing Good Index 2018” zufolge mangelt es unter anderem an Daten über Nonprofit-Organisationen. Der Index untersucht 15 asiatische Länder.

    caps.org/our-research/doing-good-index-2018/

    Bürgerhilfevereine: Fragile Leistungsbereitschaft

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    Kann ehrenamtliches Engagement die Lücken in der Daseinsvorsorge füllen, die der demografische Wandel vor allem in ländlichen Gebieten aufreißt? Dieser Frage ist das Projekt “Bürgerhilfevereine und Sozialgenossenschaften als Partner der Daseinsvorsorge – Modellentwicklung zur ergänzenden Hilfeleistung für ältere Menschen in ländlichen Räumen” (BUSLAR) der Hochschulen Fulda und München nachgegangen. Die untersuchten Vereine in Osthessen und in Oberbayern bieten beispielsweise Fahrdienste, Hilfe im Haushalt oder Einkäufe an, und sie organisieren Gesprächsrunden, Kaffeenachmittage und Ausflüge. Die Engagierten, meist selbst schon älter, möchten das Gemeinwesen stärken und etwas Sinnvolles tun. Was sie nicht möchten, ist, ein zweites Berufsleben aufzubauen. Deshalb beschränken sie ihre Einsätze auf die Zeitfenster, die ihre sonstigen Verpflichtungen ihnen übrig lassen. Die Leistungsfähigkeit der Vereine sei daher fragil, so die Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Monika Alisch und Prof. Dr. Martina Ritter. Ihr Fazit: Selbstorganisierte Bürgerhilfevereine können die Daseinsvorsorge nicht entlasten, sondern brauchen selbst Förderung von den Kommunen. Dann können sie zum sozialen und kulturellen Leben beitragen und den Bewohnern den Zugang zu den Gütern der Gesellschaft ermöglichen. Die Studie soll im Sommer publiziert werden.

    www.buslar.de/
    www.presseportal.de/pm/121509/3819566

    Studie: Mitarbeiter-Einsätze fördern Betriebsklima

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    Bessere Stimmung im Team und neue Kollegen kennengelernt: Diese zwei Effekte stellen sich ein, wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter für Tageseinsätze zu gemeinnützigen Zwecken freistellen. Das fand das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) in einer Befragung unter 120 Personen heraus. Die meisten Befragten hatten an freiwilligen Tageseinsätzen teilgenommen. Die Hälfte von ihnen gab als Motiv an, freiwilliges Engagement kennenlernen zu wollen. Zwei Drittel nannten “Gutes tun” und Sinnstiftung als Motive. Die positiven Effekte auf das Betriebsklima bestätigten 90 Prozent der Mitarbeiter.

    www.kulturwissenschaften.de/home/index.html
    www.kwi-nrw.de/images/text_material-3796.img

    Statistik: Homogene Gruppen

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    Die meisten zivilgesellschaftlichen Organisationen in Deutschland haben kulturell homogene Gruppen als Mitglieder oder freiwillig Engagierte. Das gilt auch für Organisationen, die sich international entwicklungspolitisch betätigen. Die Migranten in Deutschland organisieren sich in rund 17.000 Migrantenorganisationen. Diese Zahlen gehören zu den Ergebnissen des ZiviZ-Survey 2017, die am 29. Juni 2017 veröffentlicht wurden. Sie stammen aus einer Befragung von mehr als 6.300 gemeinnützigen Organisationen – Vereine, Stiftungen, Genossenschaften und gemeinnützige GmbHs. Eine Vorläufererhebung fand 2012 statt. Die aktuellen Zahlen besagen, dass es jetzt mehr als 600.000 Vereine in Deutschland gibt; jeder zweite Deutsche ist Mitglied in einem von ihnen. 95 Prozent der gemeinnützigen Organisationen sind Vereine. Mitgliederzuwachs verzeichnen vor allem Interessenvertretungen von Bürgern und Verbrauchern. Am stärksten ist die Gruppe der Fördervereine gewachsen. Der Anteil der Organisationen, die bezahlte Beschäftigte einsetzen, ist leicht gestiegen, auf 28 Prozent. Von denen, die nur mit ehrenamtlichen Engagierten arbeiten können, klagen 61 Prozent über Schwierigkeiten, Mitglieder zu finden. Hauptproblem für die Motivation ist der Kampf mit der Bürokratie, sei es bei Veranstaltungen, sei es bei der Gemeinnützigkeit. ZiviZ ist seit 2014 als Geschäftsstelle beim Stifterverband angesiedelt. Der Survey soll alle fünf Jahre erhoben werden. Förderer des ZiviZ Surveys 2017 sind die Bertelsmann Stiftung, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Robert Bosch Stiftung und die Stiftung Mercator. Autoren sind Jana Priemer (Projektleitung), Dr. Holger Krimmer und Dr. Anaël Labigne.

    Studie: Jüngere Erben setzen auf Wirkung

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    Reiche junge Menschen, die etwas Gutes tun wollen, legen großen Wert auf Effektivität, Effizienz und Transparenz bei den Organisationen, die sie unterstützen. Das meldeten im Mai 2017 Prof. Dr. Silke Boenigk und Jutta Schrötgens von der Universität Hamburg. In einer qualitativen Studie hatten sie 23 vermögende Erben interviewt, die nach 1961 geboren waren und ein Erbe von mindestens einer Million Euro erwarteten. Neben altruistischen Motiven spürten einige auch einen Erwartungsdruck der Gesellschaft an reiche Familien, sich für das Gemeinwohl zu engagieren, so Boenigk/Schrötgens.

    DAX 30: Engagement ohne Strategie

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    Mehr als 500 Millionen Euro Sach- und Geldspenden geben die im Deutschen Aktienindex (DAX) notierten DAX-30-Unternehmen jährlich für ihr gesellschaftliches Engagement aus. Doch das Engagement – über das nur 60 Prozent berichteten – sei größtenteils beliebig; nur 17 Prozent der DAX-30-Unternehmen hätten klare Schwerpunkte gesetzt, Wirkungsmessung und Berichterstattung seien meist rudimentär und die Zuständigkeiten für die mit dem Engagement verbundenen Prozesse nur in wenigen Unternehmen klar geregelt. Das berichten die Verfasser der Studie “From Good Intentions to Real Results – Corporate Citizenship of German’s DAX 30 Companies”, goetzpartners und Beyond Philanthropy. Die Studie basiert den Angaben nach auf Recherchen, Befragungen und Expertengesprächen.

    Schweiz: Konstantes Stiftungswachstum

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    In der Schweiz sind 2016 349 gemeinnützige Stiftungen neugegründet worden und 168 wurden liquidiert. Das entspricht ungefähr den Veränderungen des Vorjahres. Die Zahl der Stiftungen in der Schweiz Ende 2016 betrug 13.172. Alle Zahlen sind im Schweizer Stiftungsreport 2017 nachzulesen.

    Forderung: Daten für das Gemeinwohl

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    Datenerhebungen sollten allen Bürgern zugutekommen, lautet die Forderung eines Impulspapiers, das aus dem Projekt “Gemeinwohl im digitalen Zeitalter” hervorgegangen ist, eine Kooperation der Bertelsmann-Stiftung und der Stiftung Neue Verantwortung. Zivilgesellschaftliche Organisationen sollten die Verwendung von Daten und Datenschutz stärker thematisieren, lautet die Forderung des Papiers. Beispielsweise könne die Auswertung von großen Datenmengen zur Gesundheit der besseren Versorgung der Bevölkerung und somit dem Gemeinwohl dienen; andererseits sei etwa darauf zu achten, dass in der Anlage von Untersuchungen nicht Diskriminierungen Vorschub geleistet werde. Das Papier ist mit “Der Puls der Gesellschaft” betitelt, Verfasserin ist Leonie Beining von der Stiftung Neue Verantwortung.

    Statistik: Engagement und Religion

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    Jeder zweite Muslim und jeder zweite evangelische Christ in Deutschland sind ehrenamtlich engagiert: So lauten zwei Studien, die im März 2017 veröffentlicht wurden. Die Bertelsmann Stiftung erhob in einem “Religionsmonitor”, dass 44 Prozent der Muslime sich 2016 in der Flüchtlingshilfe engagiert hätten, sowie 21 Prozent der Christen und 17 Prozent der Konfessionslosen. Durch die Flüchtlingshilfe habe das Ehrenamt neue Bevölkerungsteile erreicht, so die Stiftung. Das Sozialwissenschaftliche Institut (SI) der Evangelischen Kirche Deutschlands meldete unterdessen, dass sich mit 48,7 Prozent fast jeder zweite evangelische Einwohner Deutschlands freiwillig engagiere, vor allem in den Bereichen Sport und Kultur.
    Das SI hat seine Daten in einer Sonderauswertung des vierten Freiwilligensurveys vorgenommen. Die Bertelsmann Stiftung ließ für den Religionsmonitor rund 10.000 Menschen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Großbritannien und der Türkei befragen; es ist der dritte Monitor nach 2007 und 2013.