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    Studien/Umfragen

    Niedersachsen: Engagement im Emsland

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    Traditionell gewachsene Strukturen, ein reges Vereinsleben und starke kirchliche Bindungen: Diese Faktoren spielen eine Rolle dafür, dass das ländliche Zusammenleben im Emsland an der niederländischen Grenze vergleichsweise gut funktioniere, ist in der Studie “Von Kirchtürmen und Netzwerken – Wie engagierte Bürger das Emsland voranbringen” des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zu lesen. Den sozialen Zusammenhalt führen die Autoren einerseits auf personelle Verflechtungen zurück: Häufig gingen offizielle Funktionen etwa in der Kommune oder in der Kirche mit privatem Engagement einher. Andererseits hätten sich Kirchen und Kommunen mit ihren Angeboten auf die gewandelten Wünsche engagementbereiter Menschen eingestellt, indem sie beispielsweise Beratung oder Räume zur Verfügung stellten. Autoren der Studie sind Theresa Damm, Susanne Dähner, Manuel Slupina und Reiner Klingholz. Das Institut wurde 2000 als gemeinnützige Stiftung gegründet.

    Bundesfamilienministerium: Engagement junger Menschen

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    Wie steht es um das bürgerschaftliche Engagement junger Menschen? Es sei auf 47 Prozent gestiegen, vermeldeten die Untersuchungen des letzten Bundesfreiwilligensurvey; es sei auf 38 Prozent gesunken, besagen dagegen die Befunde der aktuellen Shell-Jugendstudie. Nun kommt eine dritte Einschätzung hinzu: der 15. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung. Die Autoren haben die Daten der letzten Untersuchung des Deutschen Jugendinstituts, den Survey “Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten – AID:A”, ausgewertet. Nach diesen Berechnungen übernehmen rund 24 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren eine ehrenamtliche Leitungsfunktion, beispielsweise als Mannschaftskapitän im Sport, Messdiener im Gottesdienst oder Gruppenleiterin in Freizeiteinrichtungen. Im Freiwilligensurvey und in der Shell-Jugendstudie sind die Zahlen höher, weil hier unter anderem auch Engagement jenseits von Leitungsfunktionen abgefragt wurde. Die Autoren des Kinder- und Jugendberichts schätzen, dass insgesamt über ein Drittel der jungen Menschen konstant ehrenamtlich aktiv sind, vor allem in Sportvereinen, kirchlichen Gruppen und Gesangs- und Musikvereinen. Der Bericht hat den Titel “Zwischen Freiräumen, Familie, Ganztagsschule und virtuellen Welten – Persönlichkeitsentwicklung und Bildungsanspruch im Jugendalter”. Er wurde von einer Sachverständigenkommission im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt und am 1. Februar 2017 in Berlin vorgestellt.

    Geschlechtergerechtigkeit: Frauen in Nonprofit-Vorständen unterrepräsentiert

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    In den zivilgesellschaftlichen Organisationen in Deutschland arbeiten zwar mehr Frauen als Männer, doch wenn es um die Leitung geht, kehrt sich das Verhältnis um. Der Frauenanteil in den Vorständen von Nonprofit-Organisationen liegt bei 38 Prozent, in den Geschäftsführungen beträgt er 42 Prozent. In Aufsichtsräten, Kuratorien und Präsidien sind Frauen mit rund 30 Prozent vertreten. Das haben Franziska Paul und Dr. Andrea Walter von der Universität Münster in einer Onlinebefragung unter 479 zivilgesellschaftlichen Organisationen ermittelt. Zwar liege der Frauenanteil in den Führungspositionen der Nonprofit-Organisationen deutlich höher als in der Privatwirtschaft, in deren zentralen Gremien er ein Viertel, teils auch unter 20 Prozent betrage. Doch gemessen am hohen Frauenanteil aller Beschäftigten des Dritten Sektors – 75 Prozent – sei er nicht zufriedenstellend, so das Fazit von Paul und Walter, die ihre Erkenntnisse unter dem Titel “Besser geht’s nicht? Geschlechterverhältnisse in Führungs-, Kontroll- und Beratungsgremien in Nonprofit-Organisationen in Deutschland” publiziert haben. Die Studie ist Teil des vom Bundesfamilienministerium geförderten Forschungsprojekts “FiA – Frauen im Nonprofit-Sektor” an der Universität Münster unter der Leitung von Prof. Dr. Anette Zimmer und Dr. sc. Eckhard Priller.

    ZiviZ: Vereinsdomäne Sport im Wandel

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    Sport spielt sich längst nicht mehr nur im klassischen Sportverein ab, sondern dieser bekommt Konkurrenz durch Sportangebote etwa von Bürgerstiftungen, freien Jugendhilfe-Trägern oder Stadtteilinitiativen. Das ist ein Ergebnis der Studie “Der gemeinnützige Sport zwischen Kontinuität und Wandel”, eine vom Stifterverband veröffentlichte Sonderauswertung des ZiviZ-Surveys von 2012. Sie ergab auch, dass eine wachsende Anzahl von Interessenten sich lieber engagieren, wenn ihr Engagement nicht an die Mitgliedschaft im Verein gebunden ist. Andererseits seien es vor allem die Vereinsmitglieder, die die Neuzugänge anwürben. Der ZiviZ-Survey ist eine Erhebung der Initiative Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ), die seit 2014 als Geschäftsstelle im Stifterverband firmiert. Deren Leiter Dr. Holger Krimmer ist Autor der vorliegenden Auswertung, die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gefördert worden ist. Zurzeit startet ZiviZ eine neue Befragung, deren Ergebnisse 2017 veröffentlicht werden sollen.

    Nachhaltiger Konsum: Imagegewinn statt Engagement

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    Nicht alle Kunden kaufen als nachhaltig deklarierte Produkte aus echtem Engagement, sondern ein Teil der Käufer möchte vor allem einen Imagegewinn erzielen. Deshalb führe der Handel mit als nachhaltig deklarierten Produkten nicht automatisch zu besseren Umwelt- und Sozialstandards, lautet das Ergebnis einer Studie, die unter dem Titel “Shopping for a better world funktioniert nur bedingt” im DIW Wochenbericht 38/2016 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) veröffentlicht wurden. Autorin Jana Friedrichsen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIW Berlin, führt aus, dass die Unternehmen mit Blick auf die am Ansehen interessierten Käufer die Standards der als nachhaltig deklarierten Produkte absenkten; auch, weil diese Käuferschicht weniger zu zahlen bereit ist.

    Kapitalmarkt: Zweifel an Wirksamkeit grüner Anleihen

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    Weniger könnte mehr sein, lautet eine der Schlussfolgerungen von Antje Schneeweiß, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Südwind Institut, die die Wirksamkeit grüner Anleihen (Green Bonds) untersucht hat. Die Transparenz lasse zu wünschen übrig. Es fehlten gesetzliche Informationsvorschriften. Außerdem seien die Emittenten nicht über jeden Zweifel erhaben. Schneeweiß nannte als Beispiel Geschäftsbanken, die zwar grüne Anleihen ausgaben, für ihre eigene Geschäftstätigkeit aber eine Beteiligung an umweltschädlicher Kohleverstromung nicht ausschlossen. So sei es möglich, dass aus den Erlösen umweltfreundlicher Projekte letztlich auch umweltschädliche Projekte finanziert würden. Die Studie wurde im Juni 2016 unter dem Titel “Green Bonds – Black Box mit grünem Etikett?” publiziert.

    Bundesbildungsministerium: Deutschlandstipendium evaluiert

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    Das 2011 eingeführte Deutschlandstipendium ist noch weit von seinem avisierten Ziel entfernt, ist dem Bericht über die Evaluation zu entnehmen, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vorgelegt hat. Bis Ende 2014 haben demnach 288 vorwiegend staatliche Hochschulen am Deutschlandstipendium teilgenommen. Die Zahl der Stipendiaten stieg auf 22.503. Damit lag die Förderquote zuletzt bei 0,84 Prozent der Studierenden – mittelfristig sollen aber 8 Prozent erreicht werden. Die Deutschlandstipendien in Höhe von monatlich 300 Euro werden je zur Hälfte vom Bund und von privaten Mittelgebern finanziert, und die Hochschulen müssen die privaten Mittel selbst einwerben. Die gesetzlich vorgeschriebene Evaluierung habe ergeben, dass an allen Hochschulstandorten weitgehend unabhängig von regionalen Faktoren die Bedingungen gegeben sind, ausreichend private Mittel einwerben zu können, schreibt die Bundesregierung in ihrer Unterrichtung des Parlaments (Drucksache 18/7890). Kritik kam vor zwei Jahren vom Bundesrechnungshof, der die hohen Verwaltungskosten bemängelte (bürgerAktiv berichtete).

    Datenerhebung: 25 Jahre Empirie zum Dritten Sektor

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    In diesem Jahr 2016 jährt sich zum 25. Mal der Start des Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project (CNP) – die größte systematische internationale Datenerhebung zum Dritten Sektor. Nach Vorarbeiten 1990 startete 1991 die Erhebung zu sozialen Organisationen, Wohlfahrt und freiwilligem Engagement in 13 Ländern. Sie sollte die Grundlage legen für miteinander vergleichbare Statistiken und wird inzwischen in Form von Teilstudien in mehr als 45 Ländern fortgesetzt. In Deutschland erhebt das Projekt Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) Daten zum Dritten Sektor; zuletzt 2012. ZiviZ ist seit 2014 als Geschäftsstelle beim Stifterverband für die deutsche Wissenschaft e.V. angesiedelt.

    Bundesfamilienministerium: Studie zu Haupt- und Ehrenamt

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    Gut, aber nicht störungsfrei ist das Verhältnis zwischen ehrenamtlich Engagierten und hauptberuflich Beschäftigten in den Bereichen Pflege, Sport und Kultur. Dazu befragt, sagten drei Viertel der Ehrenamtlichen in Bibliotheken, zwei Drittel der ehrenamtlich Engagierten in der Pflege, gut die Hälfte der Freiwilligen in Museen und noch vier von zehn Ehrenamtliche im Sport, sie sähen keinerlei Schwierigkeiten. Die gleiche Frage beantworteten die Hauptamtlichen aus den genannten Bereichen deutlich kritischer: Ungefähr jeweils nur ein Drittel sieht hier keinerlei Schwierigkeiten zwischen Ehren- und Hauptamt.
    Als Gründe für Meinungsverschiedenheiten gaben sowohl Ehrenamtliche als auch Hauptamtliche die unzureichenden Informationen durch Hauptamtliche an. Darüber hinaus wurden mangelnde Zuverlässigkeit der Ehrenamtlichen und die mangelnde Unterstützung des Ehrenamtes durch die Hauptamtlichen aufgeführt. Die Ehrenamtlichen nannten unter den fünf wichtigsten Gründen noch die mangelnde Beteiligung an Entscheidungen sowie mangelnde Gestaltungsspielräume. Die Hauptamtlichen gaben persönliche Antipathien und eigenes mangelndes Engagement an.
    Für die Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat die INBAS-Sozialforschung GmbH aus Frankfurt a.M. insgesamt über 3.000 Personen in knapp 2.000 Einrichtungen und Vereinen befragt. Unter den Befragten waren etwa zur Hälfte Haupt- und Ehrenamtliche. Durchgeführt wurde die Untersuchung von der Inbas-Sozialforschung GmbH aus Frankfurt a.M. Der Endbericht datiert vom 30. September 2015, vorgestellt wurde die Studie am 26. Januar 2016 in Berlin.

    Stifter in Deutschland: Gut gebildet, männlich, wohlhabend

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    Der häufigste Grund, eine Stiftung zu gründen, ist sicherzustellen, dass das gestiftete Vermögen dauerhaft einem vom Stifter selbst bestimmten Zweck zukommt. Das ist eine der Erkenntnisse aus der Studie “Stifterinnen und Stifter in Deutschland”, die der Bundesverband Deutscher Stiftungen (BDS) im Dezember 2015 veröffentlicht hat. Die Stifter gaben an, sie der Gemeinschaft etwas zurückgeben und Verantwortung zeigen zu wollen. Der Erhebung zufolge sind sie überdurchschnittlich wohlhabend, gut gebildet, mehrheitlich Männer und mehrheitlich älter als 60 Jahre. Stiften ist überwiegend eine private Angelegenheit: Die meisten Stifter berufen Lebensgefährten und Familienangehörige in ihre Stiftungsgremien. Bei der Gründung lassen sich die meisten allerdings professionell beraten. Die Daten beruhen auf der Befragung von 676 Stifterinnen und Stiftern. Autoren sind Nina Leseberg und Karsten Timmer, und die Publikation wurde unterstützt von der Klaus Tschira Stiftung und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.