Bei dem tagelangen Stromausfall im Berliner Südwesten im Januar 2026 waren nicht nur staatliche Stellen und Katastrophenschutz vor Ort, sondern auch zivilgesellschaftliche Organisationen. Auf Einladung der Stiftung Zukunft Berlin zum „Ratschlag Zivilgesellschaft“ erörterten elf Institutionen und Organisationen im Rückblick, wer sich wie beteiligt hatte, berichtete der Tagesspiegel in seiner Printausgabe am 20. April 2026. „Kirchengemeinden, Stadtteilzentren, Sportvereine oder Kitas aktivierten ihre Ehrenamtlichen, ihre Netzwerke und ihre Ressourcen, um die Situation zu meistern und den Menschen ohne Strom und Wärme zu helfen“, schrieb der Autor des Berichts, Boris Buchholz. Allerdings stellten die Teilnehmenden fest, dass das zivilgesellschaftliche Engagement von den staatlichen Krisenstäben nicht ausreichend wahrgenommen worden sei. „Jemand im Krisenstab sollte wahrnehmen, dass zivilgesellschaftliche Organisationen da sind“, forderte dem Bericht zufolge der Leiter des Nachbarschaftsvereins Mittelhof. Die Krisenmanager in den Bezirken sollten wissen, welche Stadtteilzentren, welche bereits vom Land oder dem Bezirk geförderte Infrastruktur vor Ort vorhanden sei.
Für die Zukunft schlug der Ratschlag unter anderem eine Kampagne „Lerne Deinen Nachbarn kennen“ vor, Kiez-Resilienztage, auf denen sich zivilgesellschaftliche Initiativen vorstellen und Bezirksämter über Kiezboxen informieren, mit denen lokale Kommunikation aufgebaut werden kann. Die Vorschläge wurden an den Berliner Senat übergeben.
Der Beitrag erschien unter dem Titel „Berlin lernt aus dem Blackout“. Eine frühere Fassung war am 2. April 2026 online veröffentlicht worden.