taz: Seenotretter zwischen den Fronten

    Auf die privaten Rettungsboote, die noch immer versuchen, im Mittelmeer Menschen zu retten, denen es gelungen ist, aus Libyen zu entkommen, blickte am 16. Mai 2018 die tageszeitung (taz). Im Fokus des Beitrags “Plötzliches Ende einer Rettung”: das Rettungsschiff “Aquarius” aus Bremen, das 2016 unter dem Applaus des als Schirmherr fungierenden Bremer Bürgermeisters Carsten Siegling (SPD) in See stach und in den darauf folgenden Monaten 6.000 Menschen aus Seenot rettete. “Politische Unterstützung könnten die Seenotretter mit dem Schiff aus der Bremer Lürssen-Werft jetzt wieder gebrauchen”, schrieb Autorin Gareth Joswig. Denn ein Einsatz des Schiffes sei abrupt und zunächst ohne Begründung beendet und das Schiff zur Rückkehr gezwungen worden. Insgesamt geraten die Boote immer wieder in Konflikte mit der libyschen Küstenwache. “Man stehe als deeskalierende und unbewaffnete NGO auf einmal bewaffneten Einheiten gegenüber. Die Rückführung bereits in internationalen Gewässern befindlicher Personen sei ein Völkerrechtsbruch – bei alledem fehle ein Aufschrei”, zitiert Joswig die Retter.

    www.taz.de/Aquarius-darf-keine-Fluechtlinge-retten/!5502959/

    Ausgabe 189 Mai 2018