Lebensmittelhandel: Tierwohlfonds reicht nicht aus

    Der Tierwohlfonds der deutschen Lebensmittelbranche erfreut sich so großer Nachfrage, dass seine Mittel zunächst nur für die Hälfte der interessierten Landwirte ausreichen. Aus dem Fonds sollen Landwirte unterstützt werden, die ihre Tierhaltung verbessern. Er wird von zehn großen deutschen Lebensmitteleinzelhandelsketten finanziert, darunter Edeka, Aldi, Lidl, Rewe. Seit Anfang 2015 zahlen sie pro verkauftem Kilo Fleisch 4 Cent in den Fonds ein. Für 2015 kommen so 85 Millionen Euro zusammen. Damit können zunächst 2.142 Schweinehalter mit rund zwölf Millionen Tieren unterstützt werden. Beworben hatten sich mehr als 4.000 schweinehaltende Landwirte. Die Hälfte von ihnen steht nun auf der Warteliste und soll bedacht werden, sobald wieder Geld im Fonds ist. Etwas zeitversetzt zu den Schweinehaltern sollten sich Geflügelhalter für die Teilnahme bewerben können. Der bayrische Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat die Handelsketten aufgefordert, den Fonds aufzustocken.
    Mitglieder der Initiative Tierwohl sind Unternehmen und Verbände aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und dem Lebensmitteleinzelhandel. Tierschützer haben kritisiert, dass die Kriterien des Tierwohlfonds nicht streng genug seien und der Fleischkonsum durch diese Initiative nicht reduziert werde.

    , Ausgabe 156 Mai 2015