Alle Siebtklässler der Verbandsschule im Biet in Neuhausen engagieren sich ein Schuljahr lang im Projekt „Brücken bauen“ für Menschen am Rande der Gesellschaft – unser sozialgenial-Projekt des Monats Mai 2026.
In dem Projekt setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Themen Armut, Alter und Leben mit Beeinträchtigungen auseinander. Unter dem Motto „Nicht über Menschen reden, sondern mit ihnen“ erarbeiten sie sich die Themen nicht nur theoretisch. Ganz praktisch besuchen sie soziale Einrichtungen wie Senioren- und Obdachlosenheime, Tafelläden oder einen ambulanten Kinderhospizdienst, lernen Menschen kennen, die dort arbeiten und leben und engagieren sich dort. Ziel ist es, Brücken zu Menschen zu bauen, mit denen die Schülerinnen und Schüler im Alltag nur wenige Berührungspunkte haben, um den eigenen Horizont zu erweitern, Vorurteile zu überdenken und Toleranz zu fördern. Das Projekt findet im Fach Religion und Ethik statt und ersetzt in Jahrgang 7 den klassischen Fachunterricht.
Das Schuljahr begann mit den Fragen „Wer bin ich?“ und „Wie funktioniert Leben in einer Gemeinschaft?“ Hier knüpft das Projekt auch an das Fach Gemeinschaftskunde an.
Themen: Armut, Alter und Leben mit Beeinträchtigungen
Das Thema Armut wurde zunächst in seinen unterschiedlichen Facetten – Armut in Deutschland, Armut weltweit – behandelt. Ergänzend stellten Mitarbeiter des Wichernhauses, einer Anlaufstelle für obdachlose Menschen, ihre Arbeit vor. An St. Martin, dem Tag zu Ehren des Schutzpatrons der Armen am 11. November, sammelten die Schülerinnen und Schüler Lebensmittel für die Tafel. Beim Schwerpunkt „Leben im Alter“ analysierten sie die Herausforderungen des Älterwerdens, führten Experimente durch, bei denen sie sich in die Lebenswirklichkeit älterer Menschen hineinversetzten, besuchten das Seniorenheim gegenüber und gestalteten Weihnachtskarten für die Bewohner. Dem Thema Leben mit Beeinträchtigung näherten sie sich unter anderem mit Filmen und besuchten ein SBBZ.
In der sogenannten Kernwoche im Februar wurden die drei Säulen des Projekts – Armut, Alter und Leben mit Beeinträchtigungen – durch Besuche in Einrichtungen wie Seniorenheimen, Tafelläden, Kindergärten, Schulen für Kinder mit Beeinträchtigung, der Sterneninsel sowie einem Obdachlosenheim vertieft. Daran schloss sich ein einwöchiges Praktikum an, das die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen jeweils in einer dieser Einrichtungen absolvierten.
Installation: Brücke mit QR-Codes
Ab März haben die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen aus Praktika und Begegnungen in Reflexionstreffen aufgearbeitet und ihre eigene Rolle in der Gesellschaft reflektiert. Die Ergebnisse haben sie in Podcasts umgesetzt. Die Ergebnisse präsentieren die Schülerinnen und Schüler in einer Installation aus Steinen und Wassertropfen, über der sich symbolisch eine Brücke spannt. Über integrierte QR-Codes können die Podcasts direkt angehört werden. Das Projekt wird auch beim Schulfest vorgestellt.
Da es sich um eine Gemeinschaftsschule handelt, erhalten die Siebtklässler keine klassischen Noten, sondern Verbalbeurteilungen, in die ein Test im ersten Halbjahr und ein Praktikumsbericht im zweiten Halbjahr einfließen. Zusätzlich gibt es eine Zeugnisbemerkung und das sozialgenial-Zertifikat.
Schule: Verbandsschule im Biet Neuhausen, Baden-Württemberg | Schulform: Gemeinschaftsschule | Dauer: ein Schuljahr | Engagiert: 56 Schülerinnen und Schüler aus Jahrgang 7 | Außerschulische Partner: Seniorenheime, Tafelläden, Kindergarten und Schule für Kinder mit Beeinträchtigung, Sterneninsel (ambulanter Kinderhospizdienst), Obdachlosenheim | Im Stundenplan verankert: im Fachunterricht | Unterrichtsverknüpfung: Religion, Ethik, Gemeinschaftskunde | sozialgenial-Projekt des Monats: Mai 2026
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