Der Zuwachs an Kompetenzen im Service Learning wird besonders nachhaltig, wenn Schülerinnen und Schüler sich ihre Weiterentwicklung bewusst machen. Deshalb sind Bestandsaufnahme und Reflexion fest in den sozialgenial-Projekten verankert, erläutert Caroline Deilmann von der Stiftung Aktive Bürgerschaft.
Von Caroline Deilmann
Spenden sammeln, über Cybermobbing aufklären oder bienenfreundlich gärtnern – in sozialgenial-Projekten engagieren sich Schülerinnen und Schüler für die Gesellschaft.
Das Engagement ist dabei jedoch nur ein Aspekt. Hinter den sozialgenial-Projekten steht das Bildungskonzept Service Learning. Es geht darum, handlungsorientiert zu lernen und einen Bezug der schulischen Lerninhalte zur Lebenswelt herzustellen. Service Learning hilft dabei, Lernziele und Kompetenzerwartungen aus dem Lehrplan zu erreichen.
Service Learning ermöglicht eine andere Form des Lernens und des Kompetenzerwerbs – schülerzentriert und bestärkend, die intrinsische Motivation fördernd und lebensnah. Entscheidend dafür ist, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Stärken auseinandersetzen und sich den Kompetenzzuwachs im Lauf des Projektes bewusst machen.
Die Ausgangsfrage lautet: Was kannst du gut, was anderen nützt?
Deshalb steht zu Beginn eines sozialgenial-Projekts die Frage „Was kannst du gut, was anderen nützt?“. Ausgehend davon erarbeiten die Schülerinnen und Schüler, welche Stärken, Interessen und Fähigkeiten sie haben und wie sie diese in ihr Projekt einbringen können. Dabei helfen ihnen die sozialgenial-Kompetenzkarten der Stiftung Aktive Bürgerschaft. Auf ihnen finden sie Beispiele für fachliche Kompetenzen und Soft Skills wie Teamgeist, Kommunikationsfähigkeit oder Organisationstalent. Auf den Karten können sie weitere Kompetenzen ergänzen und ihre Selbsteinschätzung dazu visualisieren.
Während des Projekts und an seinem Ende steht die Reflexion. Sie verbindet Lernen und Engagement und sorgt dafür, dass aus den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler ein echter Kompetenz- und Wissenszuwachs wird. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren: Was habe ich erlebt? Wie habe ich mich selbst und andere erlebt? Wo gab es Schwierigkeiten und wie bin ich damit umgegangen? Was kann ich jetzt besser als vorher? Auch hier helfen die sozialgenial-Kompetenzkarten dabei, den Kompetenzgewinn und das damit geleistete Engagement für die Gesellschaft zu verdeutlichen.
Die Karten machen sichtbar, was sich hinter dem Begriff Kompetenz verbirgt. So können die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Erfahrungen aus dem Projekt und die Lerneffekte fürs Leben mitnehmen, sondern auch eine Einschätzung ihrer selbst – eine zentrale Voraussetzung für junge Menschen, um gut ins Leben zu starten.
Caroline Deilmann ist Programm-Leiterin Service Learning bei der Stiftung Aktive Bürgerschaft.
Foto: Werner Kissel/Stiftung Aktive Bürgerschaft
Der Beitrag ist Teil des Fokus Lernen fürs Leben der bürgerAktiv – Nachrichten für Engagierte August 2025 der Stiftung Aktive Bürgerschaft.