Leitbilder, Handreichungen, Unvereinbarkeitsregeln: An Strategien und Material gegen Rechtsextremismus herrscht bei zivilgesellschaftlichen Organisationen kein Mangel, stellen die Autorinnen und Autoren der Studie „Wirksam gegen Rechtsaußen. Evidenzbasierte Strategien gegen die extreme Rechte“ fest. Man vernetzt sich, bildet und klärt über extrem rechte Narrative auf, demonstriert und fährt öffentlicheitswirksame Kampagnen. Doch während die Strategien gut dokumentiert sind, fehlen Erkenntnisse über ihre Wirksamkeit. Die Studie untersuchte 191 Handreichungen aus den letzten 20 Jahren von 42 deutschen zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie 56 internationale sozialwissenschaftliche Studien aus fünf Jahrzehnten zur Wirksamkeit von Ansätzen gegen die extreme Rechte. Für keines der fünf Strategiefelder finden sich in der Forschung überzeugende und kohärente Erkenntnisse zur Wirksamkeit. Teils fehlen entsprechende Untersuchungen, teils widersprechen sich die Ergebnisse, teils liegen nur vereinzelte Untersuchungen vor. Neben methodischen Problemen scheint auch die Trennung von Praxis und Forschung die Erkenntnisfindung zu erschweren: Das Praxiswissen der Organisationen findet nur selten den Weg in eine wissenschaftliche Auswertung.
Die Studie wurde am 5. Februar 2026 vom Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und der Freien Universität Berlin als Policy Brief veröffentlicht. Autorinnen und Autoren sind Dr. Hans Jonas Gunzelmann, Prof. Dr. Swen Hutter, Christin Jänicke und Dr. Teresa Völker.