WZBrief ZivilEngagement 02: Mitgliedschaften und Engagement

Die Mitgliedschaftszahlen in gesellschaftlichen Großorganisationen wie Vereinen, Verbänden, Gewerkschaften und Glaubensbündnissen in Deutschland seien, anders lautenden Meldungen zum Trotz, seit 1991 insgesamt annähernd gleich geblieben, so die Autoren der zweiten Ausgabe des WZBrief Zivilengagement, Dietmar Dathe, Eckhard Priller und Marleen Thürling. Allerdings zeichne sich eine Verlagerung der Themen und Bereiche ab: Parteien und Gewerkschaften verzeichneten in diesem Zeitraum einen drastischen Mitgliederverlust, während die Mitgliederzahlen aus dem Sport- und vor allem dem Umweltbereich beträchtlich wuchsen. Auch sozialdemografisch wandle sich die Mitgliederstruktur: Akademiker und Selbständige, Beamte und Angestellte seien seit 1991 stärker vertreten, Frauen, Jugendliche und Arbeiter hingegen weiterhin unterrepräsentiert. Stark sei nach wie vor der Zusammenhang zwischen Mitgliedschaft und weiterem Engagement. “Wer Mitglied ist, engagiert sich mit höherer Wahrscheinlichkeit als ein Nichtmitglied”, aber die Mitgliedschaft sei keine Voraussetzung mehr für ein Engagement, so die Autoren von “Mitgliedschaften und Engagement in Deutschland”.

, Ausgabe 104 August 2010