Gutes unternehmen! Gesellschaftliches Engagement des Mittelstands

 

Seit Ende der 1990er Jahre zeigt sich in Deutschland ein wachsendes Interesse an wirtschaftlichen Fragen und unternehmerischen Entwicklungen. Mit dem Bedeutungsverlust staatlichen Handelns und Entscheidens einerseits und der bis ins Alltagsleben von Bürgern wirkenden Globalisierung des Wirtschaftens andererseits rücken Wirtschaft und Unternehmen in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Damit stellt sich auch die grundsätzliche Frage nach der Rolle von Unternehmen in der heutigen Gesellschaft.

In Deutschland werden Unternehmen - spätestens seit der Enquetekommission des Deutschen Bundestages zum bürgerschaftlichen Engagement - als organisierter Teil der Bürgergesellschaft bzw. als Corporate Citizen beschrieben. Der aus der internationalen Diskussion übernommene Begriff Corporate Citizenship (CC) wird in Deutschland mit Begriffen wie Unternehmensbürger  und gesellschaftliche Verantwortung umschrieben und zugleich vom konkurrierenden international etablierten Konzept Corporate Social Responsibility (CSR) abgegrenzt. Als Corporate Citizen werden Unternehmen bezeichnet, die sich wie Bürger, nur in organisierter Form, in der Bürgergesellschaft engagieren. In diesem Sinne wird Corporate Citizenship analog zum Engagement von Bürgern als freiwilliges gesellschaftliches Engagement und zugleich als Ausdruck von Leidenschaften und Interessen verstanden, die aber organisiert und mit Machtressourcen unterlegt sind.

 

 

 

Praxishilfe: Einstieg in Corporate Citizenship

 

Der häufig zitierte Terminus "Win-win"-Situation meint nicht, dass jede Art von gesellschaftlichem Unternehmensengagement automatisch zu beiderseitigen Vorteilen für die Gesellschaft und für das Unternehmen führt. Der Terminus "Win-win"-Situation bezeichnet einen Zustand, bei dem "business case" und "social case" im Gleichgewicht sind. Im fachlichen Sinn spricht man dann von Corporate Citizenship, während bei Sponsoring oder Mäzenatentum der größere Vorteil im Wesentlichen auf der einen oder der anderen Seite liegt.

Gleichzeitig führt jedoch auch nicht jedes Engagement automatisch zu substanziellen Ergebnissen, "social case" und "business case" können auch auf niedrigem Niveau im Gleichgewicht sein. Die Qualität des Engagements entscheidet darüber, ob eine "Win-win"- Situation auf hohem Niveau entsteht. Die Optimierungspotenziale von Corporate Citizenship werden sich in der Praxis genauer bestimmen lassen, wenn verbesserte Instrumente für die Bewertung und Messbarkeit von bürgerschaftlichem Engagement von Unternehmen vorliegen.

Für Einsteiger haben wir deshalb hier einen kleinen Online-Ratgeber zum gesellschaftlichen Engagement mit Hinweisen zum strategisches Vorgehen, zu wichtigen Handlungsfeldern und zu typischen Instrumente des Engagements bereitgestellt.




 

Beispiele: Mittelstand engagiert

 

Mittelständische Unternehmen und örtliche Handwerksbetriebe, Genossenschaftsbanken und Sparkassen sind vielerorts wichtige Partner für das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland. Wir lassen Unternehmer und Führungskräfte zu Wort kommen und schildern am Beispiel eines ostdeutschen Mittelständlers die Suche nach einer zeitgemäßen Rolle gesellschaftlichen Engagements. Wer tiefer einsteigen möchte, findet mit einem umfangreichen Bericht der Bundesregierung zum Engagement der Wirtschaft hier reichhaltige Informationen.

Wer sich reflektiert mit dem Unternehmensengagement auseinandersetzen will, kann zum Band Corporate Citizenship in Deutschland greifen. Über 40 Autoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Mittelstand, Medien und Gesellschaftspolitik leisten hier eine umfassende Zwischenbilanz zu diesem Thema. Erstmals werden sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Debatten, fachliche Expertisen sowie gesellschaftspolitische Analysen zusammengeführt.





Genossenschaftsbanken engagiert für Bürgerstiftungen

 

Im Jahr 2002 hat der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) seine Mitglieder - Volksbanken und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD-Banken, Kirchenbanken und andere Genossenschaftsbanken - zu einem verstärkten Engagement für Bürgerstiftungen aufgerufen. Seitdem sind bis heute durch die Kampagne Bürgerstiftungen mehrere hundert Genossenschaftsbanken in ganz Deutschland bei der Bürgerstiftung in ihrer Region aktiv geworden.

Warum die Genossenschaftsbanken dies tun, was Bürgerstiftungen und Genossenschaftsbanken ideell verbindet und welche Banken sich engagieren, stellen wir transparent und mit Zahlen und Fakten unterlegt dar. Dabei stellen die 10 Merkmale einer Bürgerstiftung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen die Grundlage unseres Engagements dar.

Aus Anlass des Internationalen Jahr der Genossenschaften 2012 haben wir den Pfad der Fakten kurz verlassen. Herausgekommen ist ein fiktives Gespräch zwischen den beiden Urvätern der Bürgerstiftungsbewegung und des Genossenschaftswesen. Hätten sich Frederick H. Goff und Hermann Schulze-Delitzsch begegnen können? Ja, durchaus. Was hätten Sie sich zu sagen gehabt? Vielleicht das hier.




 

 

bürgerAktiv: Meldungen über engagierte Unternehmen

 

bürgerAktiv informiert 11x im jahr über die bundesweit wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland. Die gesamte Ausgabe mit den Meldungen aller Rubriken und die Bestellmöglichkeit finden Sie hier.

 

 

Lidl / Dieter-Schwarz-Stiftung

20 Professuren für die TU München

Die Dieter-Schwarz-Stiftung des gleichnamigen Gründers der Discount-Kette Lidl hat der Technischen Universität München (TUM) 20 Professuren für Betriebswirtschaftslehre gestiftet. Damit finanziert die Stiftung in dem Fach an der TUM mehr als ein Drittel der Professoren. Ungewöhnlich sind die hohe Zahl sowie die Dauer: Die Stellen werden nicht wie üblich für eine festgelegte Anzahl von Jahren eingerichtet, sondern bis zu Emeritierung ihrer Inhaber. Die TUM erklärte, die Freiheit ihrer Forschung bleibe gewährleistet, berichtete am 20. Dezember 2017 die Süddeutsche Zeitung. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hatte 2011 einen Verhaltenskodex formuliert, nach dem Stifter nur grundsätzlich bei der Wahl des Forschungsfelds mitreden, keinesfalls aber auf die Ausgestaltung der Forschung oder die Berufung der Professoren Einfluss nehmen dürfen.

www.sueddeutsche.de/muenchen/technische-universitaet-tu...

Ausgabe 185 Januar 2018

Volksbanken und Raiffeisenbanken

Inklusiv klettern

Trotz Rollstuhl klettern: In der Sektion Wuppertal des Deutschen Alpenvereins kommen Menschen mit und ohne Behinderung zum Sport an der Kletterwand zusammen. Die Gruppe heißt "Die GäMSen" und hat sich 2013 gegründet. Mithilfe ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer unternimmt sie auch Fahrten in die Berge. Der Verein hat dafür die Auszeichnung "Großer Stern des Sports" in Gold 2017 bekommen, den der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) vergibt. Weitere Auszeichnungen gab es für den Judo-Club Kim-Chi aus Wiesbaden für sein Selbstverteidigungskonzept für Kinder und für den Verein "Laufen hilft", der mit einem Frauenlauf auf häusliche Gewalt aufmerksam macht. Den Publikumspreis gewann unter anderen die Rudergemeinschaft Olympus Würzburg e.V. für ihre Initiative "Rudern für alle". Die Auszeichnungen wurden am 24. Januar 2018 von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin überreicht.

www.bvr.de/Presse/Gesellschaftliches_Engagement/Grosser...

Ausgabe 185 Januar 2018

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