Bürgerstiftungen sind eine Erfolgsgeschichte. Seit 1996 haben sich Idee und Konzept dieser Stiftungen von Bürgern für Bürger in Deutschland etabliert. In bisher fast 400 Orten und Regionen engagieren sich bald 50.000 Stifter und Aktive ehrenamtlich mit Zeit, Geld und Ideen für vielfältige gemeinnützige Zwecke.

Die aktuelle Zuwanderung vieler Flüchtlinge nach Deutschland und das Engagement tausender ehrenamtlicher Helfer und zahlreicher Bürgerstiftungen zeigen sowohl die Notwendigkeit als auch die Leistungsfähigkeit bürgerschaftlichen Engagements. Auch in Zukunft braucht unser Land Engagement und Mitgestaltung seiner Bürgerinnen und Bürger, vielleicht mehr denn je. Genossenschaftsbanken haben dies frühzeitig erkannt und 1997 mit der Aktiven Bürgerschaft ein Kompetenzzentrum für bürgerschaftliches Engagement geschaffen. Zahlreiche Volksbanken und Raiffeisenbanken engagieren sich vor Ort für Bürgerstiftungen.

 

 

 

 

 

20 Jahre Bürgerstiftungen: Erfolgreich und zukunftsorientiert

 

Forum Aktive Bürgerschaft am 20. Mai 2016 in der DZ BANK, Pariser Platz 3, Berlin

 

Im Forum Aktive Bürgerschaft 2016 blicken wir auf 20 Jahre Erfolgsgeschichte Bürgerstiftungen zurück. Wir wollen jenen danken, die vor Ort in Bürgerstiftungen aktiv sind oder waren, und an ihren Erfahrungen und Erinnerungen teilhaben. Neue Mitglieder der Bürgerstiftungsfamilie heißen wir willkommen und bieten ihnen unsere Unterstützung an.

An diesem Tag wollen wir auch nach vorne blicken und die Bürgerstiftungen unterstützen, weitere Zustifter zu gewinnen. Es kommen Stifter mit ihren Motiven und Anliegen zu Wort, wir stellen die Ergebnisse unserer Bevölkerungsumfrage vor und diskutieren mit Werbern und Beratern, wie man potentielle Stifter erreichen kann. Vor welchen Herausforderungen unser Land steht und wie Bürgerstiftungen ihre Kraft zur Mitgestaltung der Zukunft am besten entfalten können, ist unser Abschlussthema beim Forum Aktive Bürgerschaft 2016.

Zwischen den beiden Veranstaltungsteilen laden wir zum Lunch ein und informieren auf Themeninseln mit Beispielen und Tipps über das Engagement vieler Bürgerstiftungen für Flüchtlinge und über weitere Themen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11.30 - 13.30 Uhr

 

20 Jahre Bürgerstiftungen in Deutschland – eine Erfolgsgeschichte

 

 

 

 

Bildnachweis: Kai Bienert, Werner Kissel / Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

Begrüßung

 

"Dass die Genossenschaftsbanken in Deutschland Bürgerstiftungen fördern, hat einen guten Grund: Im Konzept dieser ‚Stiftungen von Bürgern für Bürger‘ liegt eine große Nähe zum genossenschaftlichen Selbstverständnis. Nicht zuletzt deshalb sind vor Ort sehr viele Genossenschaftsbanken unter den Stiftern und Spendern und Bankangehörigen ehrenamtlich engagiert. Darauf sind wir sehr stolz und das soll natürlich den Verdienst aller anderen Aktiven und Förderer in keinster Weise schmälern."

"Allen Bürgerstiftungen in Deutschland wünsche ich eine weiterhin gute Entwicklung. Auf die Stiftung Aktive Bürgerschaft können Sie dabei als Partner stets zählen.“

Werner Böhnke, Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Bildnachweis: Kai Bienert, Werner Kissel / Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

Bürgerstiftungen in Deutschland: Die Anfänge

 

Aus der Praxis heraus entsteht ein neues Stiftungsmodell. Die ersten Satzungen und die „10 Merkmale“ werden verfasst. Welche Erfolge und Probleme gab es, was haben die Bürgerstiftungs-Pioniere bis heute erreicht und was beschäftigt sie aktuell?

Darüber sprachen Friedemann Walther und Manfred Wortmann mit Ehren- und Hauptamtlichen aus den ersten beiden Bürgerstiftungen, mit den heute kapitalstärksten Bürgerstiftungen in West und Ost und mit dem ersten Förderpreisträger aus dem Bürgerstiftungsreichsten Bundesland Nordrhein Westfalen.

"Bei uns herrschte am Anfang Geldnot, aber es gab viele Menschen, die mitanpacken wollten. Und entsprechend waren die Gremien auch besetzt. Von Anfang an haben wir aber immer den Anspruch gehabt, trotz der Geldknappheit auch ein professionelles, hauptamtlich besetztes Büro zu haben - also nicht nur vom Wohnzimmer von Zuhause aus zu arbeiten, sondern richtig mit Büroräumlichkeiten und einem Sekretariat."

Dorothea Jäger, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Hannover

"Es war für die jungen Bürgerstiftungen von Anfang an die große Befürchtung, dass andere Personen nicht das Konzept Bürgerstiftung übernehmen, aber den Namen. Da haben wir gesagt, das wollen wir auf keinen Fall. Wir wollen Qualitätskriterien. Bei der zweiten Sitzung bei uns in Dresden im Mai 2000 haben wir einen Kriterienkatalog entwickelt, nämlich die 'Zehn Merkmale' für die Bürgerstiftungen. Den haben wir über die Jahre immer wieder diskutiert und er trägt heute noch weiter. Es stimmt durchaus, dass der erste Entwurf bei mir am Küchentisch entstanden ist, aber es waren doch noch Andere beteiligt."

Winfried Ripp, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Dresden

"Für uns als Bürgerstiftung ist es bis heute in einer Stadt wie Hamburg, die eine sehr ausgeprägte Stiftungslandschaft hat, eine Herausforderung, wahrgenommen zu werden. Beigetragen zu einer zunehmenden Wahrnehmung, an der wir aber immer noch arbeiten müssen, hat eine Entscheidung des damaligen Vorstands, den Grundsatz "Wirkung durch Fokussierung", also einen Schwerpunkt, umzusetzen. Ein weiteres wichtiges Element war, dass wir schon seit dem Jahr 2000 in Kooperationen gedacht haben. Das hat mit eine große Rolle gespielt."

Birgit Schäfer, Vorstandsvorsitzende der BürgerStiftung Hamburg

"Die Idee, dass die Bürgerstiftung wenig Geld von Vielen braucht, ist nicht als erstes transportiert worden - sondern die Idee, dass wir Bürger brauchen, die mitmachen, die Idee gut finden und sich zeitlich engagieren wollen. Und dann kam das Thema Geld auch noch dazu."

Nina Spallek, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Gütersloh

"Der Stellenwert der Bürgerstiftung in Dülmen war natürlich für uns einfacher im Gegensatz zu Hamburg oder Hannover. Wir waren im Regierungsbezirk die dritten damals, die die Bürgerstiftung gründeten. Und von daher hatten wir es wesentlich einfacher, ins Bewusstsein der Bürger zu dringen."

Christian Vogt, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Dülmen

Moderation
Friedemann Walther, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Neukölln, Berlin
Manfred Wortmann, Kuratoriumsvorsitzender der Bürgerstiftung Hellweg-Region

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Bildnachweis: Kai Bienert, Werner Kissel / Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

Jede Woche eine neue Bürgerstiftung: Das Boomjahr 2006

 

Im Jahr 2006 wurden 56 Bürgerstiftungen gegründet, mehr als eine pro Woche des Jahres. So viele Neugründungen gab es nie zuvor und auch danach nicht mehr. Was war los im Jahr der Bürgerstiftungs-Boomer und was bewegt die Aktiven heute?

Darüber sprachen Angelika Kell und Dr. Klaus Ulbricht mit Vorständen und Stiftungsräten von Bürgerstiftungen aus Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen und Nordrhein Westfalen, die im Sommer der Fußballweltmeisterschaft mit für ein zweites Sommermärchen in Deutschland gesorgt haben.

"Wichtig ist immer an die Erfahrung der Leute vor Ort anzuknüpfen. Wir als Bürgerstiftung stehen dafür, dass wir ganz klar auf die angloamerikanischen Konzepte von Demokratie, Demokratieentwicklung und Beteiligung Bezug nehmen, die verknüpft sind mit der Idee von Bürgerstiftungen. Im Bereich Bildung stiften wir Projekte, diskutieren aber auch inhaltlich und regen gesamtgesellschaftlich Dinge an."

Kai Jahns, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark

"Wir stellen fest, dass wir Strukturveränderungen machen müssen. Das hängt ein bißchen auch mit der Satzung zusammen, die wir damals gemacht haben. In der sind einige geborene Mitglieder der Stadt mit drin, die ja öfters wechseln, weil sie mehr oder weniger oder gar kein Interesse haben. Und da wäre es jetzt wichtig, eine Veränderung herbeizuführen. Wir brauchen neue Impulse nach zehn Jahren."

Raimund Scheu, Stiftungsratsvorsitzender der Bürgerstiftung Taunusstein

"Im zweiten Jahr haben wir den Zeitstifter in den Vordergrund gestellt. Wir haben einige Aktionen auf den Weg gebracht, die den Sinn hatten, Geld einzusammeln und das mit Zeitstiftern zu organisieren. Wer Zeitstifter ist, wer sich engagiert für die Bürgerstiftung, lernt ganz schnell was dahinter steckt, was man damit bewirken kann und ist Botschafter. Das hat uns geholfen, zwischenzeitlich 170 Ehrenamtliche zu haben, die uns ständig oder einmalig begleiten. Und das macht unheimlich viel Spaß."

Ralf Schiffbauer, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Laichinger Alb

"Unser Konzept 'Engagement gestalten' beschreibt den Weg von der Idee, über die verschiedenen Stadien eines Projektes bis hin zu dem Zeitpunkt, an dem vielleicht eine längerfristige Maßnahme entsteht. Und es beschreibt, was dann an Hilfestellung und Aufgaben für die Ehrenamtlichen anfällt. Und da sehen wir auch die Aufgabe der Bürgerstiftung, zu unterstützen. Das kann natürlich ganz unterschiedlich sein. Es gibt Projekte oder Projektideen, da muss man einfach nur die richtigen Spieler zusammen bringen und dann läuft das."

Annegret Sonnenberg, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Wiesloch

"Unser Leitmotiv ist das Thema Mitwirkung, mitreden können, sich einbringen können, auch außerhalb der klassischen Parteienlandschaften und all dieser Dinge, die es bei uns in der Stadt gibt. Das hat man in allen unseren bisherigen Veranstaltungen immer wieder gesehen. Das ist das, was die Bürger aus ganz unterschiedlichen Perspektiven heraus wichtig finden."

Bettina Windau, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Rheda-Wiedenbrück

Moderation
Angelika Kell, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Bürger für Leipzig
Dr. Klaus Ulbricht, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Treptow-Köpenick

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Bildnachweis: Kai Bienert, Werner Kissel / Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

Gründerzeiten ohne Ende: Junge Bürgerstiftungen

 

Auch nach den ersten 20 Jahren entstehen jährlich noch neue Bürgerstiftungen und bereichern ihre Stadt oder Region und die Bürgerstiftungsfamilie in Deutschland. Was tun die Bürgerstiftungs-Youngster gerade und was haben sie noch vor?

Darüber sprachen Anke Humpeneder-Graf und Andreas von Gropper mit jungen Menschen und jungen Bürgerstiftungen aus Orten, die jetzt nicht mehr nur mit Udo Lindenberg, dem Weihnachtsmann, Mercedes-Benz und dem Frankfurter Speckgürtel in Verbindung gebracht werden.

"Wir machen immer wieder Wettbewerbe. Der erste Wettbewerb war ein Schreibwettbewerb. Da kamen richtig schöne Geschichten, die von Schülern eingeschickt wurden. Wir hatten eine große Preisverleihung, bei der auch größere Preise vergeben wurden, bei der es Lesungen gab, die die Autoren selbst gemacht haben. Aktuell sind wir an einem Kreativwettbewerb dran, bei dem man zum gegebenen Thema sämtliche kreative Ideen einbringen kann. Eine fachkundige Jury wird das am Ende bewerten."

Hannah-Lea Braun, Aktive der Jugendbürgerstiftung Sindelfingen

"Wir haben immer überlegt, ob wir die Zielgruppe richtig ansprechen und wissen wir, was die Zielgruppe eigentlich möchte? Wir haben dann mit einer Werbeaktion Jugendliche angesprochen und versucht, für die Idee der Jugendbürgerstiftung zu begeistern. So wurde im Jahr 2012/2013 die Jugendbürgerstiftung gegründet. Sie ist eine eigenständige 'Tochter' der Bürgerstiftung Sindelfingen mit einer eigenen Satzung und einem eigenen Vorstand, die von der Bürgerstiftung jedes Jahr mit einem Budget ausgestattet wird."

Katrin Finkelnburg, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Sindelfingen

"Wir schauen gezielt, wer hat einen Migrationshintergrund, wer ist als Geflüchteter zu uns gekommen. Wir unterstützen Hospitationen, wir unterstützen Praktikaplätze mit dem Ziel, danach auch in eine geordnete Ausbildung zu kommen und haben auch erste Erfolge gehabt. Und wir haben auch Mitarbeiter aus verschiedenen Firmen als Mentoren gewonnen, die den Prozess, in die Ausbildung zu kommen, stark unterstützen. Es gibt nichts Schöneres, als hinterher strahlende Menschen zu sehen."

Lutz Köper, stellv. Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Vordertaunus, Eschborn

"Wir sind sehr auf sozialen Medien aktiv, wir sind auf Facebook und haben auch Instagram. Das sind Medien, wo die Jugend heute einfach aktiv ist. Wir versuchen da Aufmerksamkeit zu erregen. Wir haben schon viele Kooperationen gehabt, z.B. eine Kampagne zur Kommunalwahl. Dadurch haben wir versucht, bekannt zu werden und versuchen jetzt auch mit unseren anderen Projekten bekannt zu werden und neue Mitglieder zu suchen."

Anna Outsetari, Vorstandsvorsitzende der Jugendbürgerstiftung Sindelfingen

"Ich spreche sicherlich für die eine oder andere Bürgerstiftung hier, die zu den jüngeren gehören. Es gibt eben auch andere Projekte in Städten, womit man sich etwas profilieren möchte und Dinge, die man einfach unterstützen möchte, weil sie es wert sind, das zu tun. Wir haben festgestellt, dass viele Institutionen nicht in der Lage sind, sich zu positionieren. Das haben wir gerne aufgegriffen. Wir als Bürgerstiftung verstehen uns als Schirm über diesen Institutionen, die wir gerne unterstützen und die wir fördern."

Kyra Prießdorf, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Gronau

"Wir haben mehr als 70 Bürger in diesem kleinen Ort und in der Umgebung überzeugt, der Bürgerstiftung beizutreten. Das ist unser Stiftungskapital. Darüber hinaus brauchen wir natürlich eine ganze Reihe Mittel, um die Baumaßnahme zum Wiederaufbau des Brauhauses in Angriff zu nehmen. Da hat die Stadt Fürstenberg sehr dran mitgewirkt und die Organisationen des Denkmalschutzes haben das auch getan."

Arno Sommer, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Himmelpfort

Moderation
Anke Humpeneder-Graf, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Landshut
Andreas von Gropper, Erster Vorsitzender der Bürgerstiftung Ratzeburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildnachweis: Kai Bienert / Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

Aktive Bürgerschaft: Support für Bürgerstiftungen

 

"Dass es neben der Aktiven Bürgerschaft noch weitere Support-Organisationen gibt, ist für uns zunächst einmal Ausdruck gesellschaftlicher Pluralität und ermöglicht den Bürgerstiftungen eine durchaus wünschenswerte Angebotsauswahl. Ein gemeinsames Anliegen von Aktiver Bürgerschaft, Initiative und Arbeitskreis Bürgerstiftungen ist das Eintreten für die ‚10 Merkmale einer Bürgerstiftung‘. Stichworte für weitere Themen sind beispielsweise Umfragen und Zahlen zu Bürgerstiftungen."

"Im Portal CampusAktiv unter www.campusaktiv.de können sich ab sofort Gremienmitglieder, Ehren- und Hauptamtliche aus Bürgerstiftungen schnell einen Rat einholen, Informationen weitergeben, Erfahrungen mit anderen Bürgerstiftungen teilen und sich gezielt vernetzen. Das Portal stellen wir ausschließlich Bürgerstiftungen bereit, die den ‚10 Merkmalen einer Bürgerstiftung‘ entsprechen.“

Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft
Christiane Biedermann, Programm-Leiterin Bürgerstiftungen der Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

13.30 - 15.00 Uhr

 

Themeninseln „Bürgerstiftungen aktiv für Flüchtlinge“

 

 

 

 

Bildnachweis: Kai Bienert / Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

Das Engagement von Bürgerstiftungen für Flüchtlinge ist weiterhin groß. Das Forum Aktive Bürgerschaft bot Gelegenheit zum gezielten Austausch und zur gegenseitigen Information. Engagierte mehrerer Bürgerstiftungen stellten an vier Themeninseln ihre Flüchtlingsarbeit vor und standen für Fragen bereit. Eingeladen waren auch Integrationspolitiker aus Bund und Ländern.

Mit der Untersuchung „Bürgerstiftungen engagiert in der Flüchtlingsarbeit“ erstellt die Stiftung Aktive Bürgerschaft erstmals Zahlen und Fakten zu diesem Bereich. Die Ergebnisse werden im Herbst 2016 zusammen mit dem jährlichen Report Bürgerstiftungen vorgelegt.

 

 

Partner für Stifter und Stiftungen

 

Bürgerstiftungen begleiten Stifter und kooperieren mit Stiftungen, die sich für Flüchtlinge einsetzen möchten.

Die Bürgerstiftung Berlin  berät und unterstützt Stifterinnen und Stifter in ihrem Engagement für Geflüchtete, zum Beispiel als Partner der Arne-Friedrich-Stiftung im Projekt „VIF – Verantwortung-Integration-Freundschaft“.

Natascha Salehi-Shahnian, Projektkoordinatorin der Bürgerstiftung Berlin

Zusammenhalt und Vielfalt in der Stadt unterstützt die Integrationsstiftung Schwabach als Partner der Bürgerstiftung „Unser Schwabach“.

 

 

 

Fundraising: Finanzielle Mittel einwerben

 

Bürgerstiftungen unterstützen die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit, indem sie finanzielle Mittel für Initiativen oder eigene Projekte einwerben.

Mit ihrem Spendenfonds bündelt die Bürgerstiftung Rheda-Wiedenbrück wirkungsvoll das Engagement für Geflüchtete. Jeder kann damit die ehrenamtlichen Initiativen vor Ort finanziell unterstützen.

Gabriele Conert, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Rheda-Wiedenbrück

Mit dem Fonds „Flüchtlinge & Ehrenamt“ unterstützt die BürgerStiftung Hamburg zusammen mit 20 Stiftungen die große Hilfsbereitschaft in der Hansestadt.

Birgit Schäfer, Vorstandsvorsitzende der BürgerStiftung Hamburg

 

 

 

Lobbying für Bürgerengagement

 

Bürgerstiftungen setzen sich für die Belange von Ehrenamtlichen ein und bringen relevante Akteure zusammen, um gemeinsam mehr zu bewirken.

Am „Runden Tisch Fort- und Weiterbildung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit“ der Bürgerstiftung Stuttgart entstehen zukunftsweisende Antworten.

Irene Armbruster, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Stuttgart

Mit dem „Netzwerk Münchner Schülerpatenschaften“ stärkt die Bürgerstiftung München jedes einzelne Mentorenprojekt. Die Patenschaften begleiten auch Schüler, die aus ihrer Heimat geflohen sind.

Barbara Wolter, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung München

 

 

 

Projektförderer: Gesellschaft mitgestalten

 

Bürgerstiftungen bauen auf ihre Erfahrungen auf und geben mit ihren eigenen Projekten vor Ort wesentliche Impulse.

Mit der Sprachförderung der Bürgerstiftung Lilienthal machen Kinder Fortschritte in Deutsch. Unterstützt wird auch die Außerschulische Lernbetreuung von Kindern aus Flüchtlingsfamilien.

Christa Kolster-Bechmann, Erste Vorsitzende der Bürgerstiftung Lilienthal

Mit der „Bürgerhilfe für Flüchtlinge“ öffnet die Stiftung Bürger für Münster Türen für Menschen, die sich engagieren wollen und erleichtert das Ankommen und Einleben von Geflüchteten.

Hans-Peter Kosmider, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bürger für Münster

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15.00 - 17.00 Uhr

 

Zukunftsorientiert – Stifter gewinnen und gemeinsam Gesellschaft mitgestalten

 

 

 

 

Bildnachweis: Kai Bienert, Werner Kissel / Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

Begrüßung und Gespräch

 

"Die Entwicklung der Bürgerstiftungen in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte, auf die wir alle stolz sein können. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte, denn ich bin fest davon überzeugt, das Beste liegt noch vor uns!"

"Stiften ist - wie Bürgerengagement insgesamt - aufgrund seiner Freiwilligkeit und Gemeinwohlorientierung nicht nur ein hoher gesellschaftlicher Wert an sich, Stiften ist auch der Wunsch und konkrete Beitrag, um Gesellschaft mitzugestalten."

Dr. Peter Hanker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Aktive Bürgerschaft

Im Gespräch mit:
Zohre Esmaeli, Gründerin des Integrationsfonds „Culture Coaches“  bei der Bürgerstiftung Berlin
Michaela May, Schauspielerin
Stefan Schmidt (parteilos), Beauftragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes Schleswig-Holstein

Die Hot Schrott Band hat spontan auf einen Teil ihrer Gage verzichtet und die Gäste haben auch noch was dazu getan. So gehen vom Forum Aktive Bürgerschaft 1.126,65 Euro an das Projekt Culture Coaches von Zohre Esmaeli bei der Bürgerstiftung Berlin. Das ist stark!

Die Band war das erste Projekt der BürgerStiftung Hamburg. Auf alten Autotüren, Blechkanistern und Plastikfässern trommelte sie mit abgesägten Besenstielen den Rhythmus. 20 Jahre Bürgerstiftungen waren für die Band der Anlass, sich beim Forum Aktive Bürgerschaft 2016 noch einmal zusammenzufinden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildnachweis: Kai Bienert, Werner Kissel / Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

Stifter: Was bewegt sie und wie können Bürgerstiftungen unterstützen?

 

Vom Taschengeld bis zum Millionenerbe, viele Menschen engagieren sich für und durch Bürgerstiftungen. Was treibt sie an, was wollen sie erreichen? Macht Stiften in Zeiten niedriger Zinsen Sinn? Was bieten Bürgerstiftungen Stiftern an Unterstützung und Begleitung an?

Darüber sprach Susanne Kessen mit einer Stifterin und einem Spender, mit einer Journalistin, die über Stifter bei Bürgerstiftungen schreibt und dem Vorstand einer solchen Stiftung, die vor einem Jahr für das erfolgreiche Zusammenbringen von Stifterinteressen und gesellschaftlichem Bedarf vor Ort ausgezeichnet wurde.

"Ich hatte die Idee für meine Stiftung, wollte mich aber nicht damit beschäftigen, die Satzung zu schreiben oder wie man das Vermögen anlegt. Ich wollte auch gerne in einer Gruppe arbeiten, mit Menschen wie du und ich. Ich wollte, dass jemand meine Arbeit weiterführt, wenn ich mal nicht mehr lebe. Mit der Bürgerstiftung Braunschweig habe ich alles richtig gemacht. Ich konzentriere mich auf meine Stiftungsarbeit und die Bürgerstiftung hält mir den Rücken frei."

Véronica Scholz, Stifterin und Stiftungsratsvorsitzende der PharmHuman-Stiftung

"Ich habe mit vielen Bürgerstiftern in den letzten Monaten sprechen können, ganz unterschiedlichen Menschen. Wenn sie etwas gemein haben, dann am ehesten, dass sehr sehr viele Individualisten darunter sind - die etwas Konkretes tun wollen, was direkt wirkt, oder solche Themen und Menschen unterstützen. Eine Bürgerstiftung ist stückweit ein Reich der Freiheit."

Gudrun Sonnenberg, Autorin des bald erscheinenden Buchs „Wir Bürgerstifter“

"Ich bin kein Vereinsmeier, hatte immer wenig Zeit, weil ich beruflich weltweit unterwegs war. Vereine haben Ziele, das waren nicht immer meine. Nur halbherzig mitmachen wollte ich aber auch nicht. Bei der Bürgerstiftung Wiesloch ist das anders. Hier kann sich jeder mit seinen Ideen einbringen oder Themen suchen, die man unterstützen will. Man ist Teil einer Gruppe, muss aber nicht bei allem mitmachen. Deshalb geht ein Teil meiner Lizenzeinnahmen direkt an die Bürgerstiftung."

Uwe Stadter, Spender bei der Bürgerstiftung Wiesloch

"Ein Full-Service Paket für Stifter anzubieten, ist für uns als Bielefelder Bürgerstiftung leichter, als es nicht zu tun. Wir wollen nicht nur Geld oder Zeit von den Menschen. Wir wollen sie in ihren Anliegen unterstützen und bei Fragen zur Seite stehen. Gerade was das Thema Nachlässe beispielsweise angeht, gibt es viele Fragen. Es gibt die unterschiedlichsten Motive, zu stiften. Darauf gehen wir ganz individuell ein."

Dr. Lutz Worms, Vorsitzender des Vorstands der Bielefelder Bürgerstiftung

Moderation
Susanne Kessen
, Vorstandsmitglied der Stiftung Aktive Bürgerschaft und der Schwäbisch Haller Bürgerstiftung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildnachweis: Kai Bienert, Werner Kissel / Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

Königswege gesucht: Wie erreicht man Geld- und Zeitstifter?

 

Wie erreicht man potentielle Stifter, wie lenkt man die Aufmerksamkeit auf die Bürgerstiftung? Helfen Werbung oder der Weg über Berater rund um das Thema Geld und Steuern? Was wissen die Menschen in Deutschland über Bürgerstiftungen?

Darüber sprach Günter Vogt mit dem Vermögensberater einer Bank, einem Steuerberater mit eigener Kanzlei, mit einem Werbefachmann, der für eine große Bürgerstiftung eine Kampagne entwickelt hat und mit der Aktiven Bürgerschaft, die eine repräsentative Umfrage über Bürgerstiftungen in Auftrag gegeben hat.

"Mir sind noch zwei Punkte wichtig: 1. Die Botschaft 'Es gibt keine Zinsen mehr', stimmt so nicht. Wenn man professionelle Unterstützung hat, kann man noch Erträge erwirtschaften. 2. Viele sehr kleine Stiftungen, wir betreuen 140 Stiftungen durch unsere Bank, können kaum noch ihren Satzungszweck erfüllen. Aus meiner Sicht wäre es für alle Beteiligten gut, mehr zusammenzurücken und diese Stiftungen mit der Bürgerstiftung vor Ort zusammenzulegen."

Klaus Arnold, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Mittelhessen

"Wir Steuerberater werden angesprochen, wenn es z.B. um Testamente oder Unternehmensnachfolge usw. geht. Weder viele meiner Berufskollegen noch die meisten Menschen draußen im Land wissen normalerweise etwas über Stiftungen oder Gemeinnützigkeitsrecht. Bei mir war das bevor ich zur Bürgerstiftung kam auch so. Mein Appell an die Bürgerstiftungen: Wenn sie Zustiftungen, Treuhandstiftungen, Fonds usw. einwerben wollen, müssen sie solche Kompetenzen nachweisen."

Gebhard Hitzemann, Vorsitzender des Stiftungsrates der Bürgerstiftung Schaumburg

"Keiner kennt die Bürgerstiftung. Sie haben einen tollen Namen, machen eine tolle Arbeit. Aber der Wettbewerb ist groß und die Bürgerstiftung hat nicht die Mittel, ihren Namen bekannt zu machen. Wenn wir für die Bürgerstiftung arbeiten, versuchen wir nicht Produkte zu verkaufen, sondern Herzen zu erreichen. Man muss werben, nur über Mund-zu-Mund-Propaganda wird man nicht bekannt."

Bernhard Linn, Geschäftsführer der Agentur Brand Active in Erkrath

"25 Prozent der Bevölkerung haben schon mal von den Bürgerstiftungen gehört, die meisten verstehen darunter aber ganz allgemein Stiftungen und Bürgerengagement. Richtig als Marke bekannt sind die Bürgerstiftungen bei etwa fünf bis zehn Prozent. Fast alle Befragten meinen, dass Bürgerstiftungen einen positiven Beitrag für das Gemeinwohl leisten. Aber dass jeder sich hier engagieren kann, kommt nicht richtig rüber. Dabei sind Bürgerstiftungen die Mitmach-Stiftungen."

Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft

Moderation
Günter Vogt, Vorstandsmitglied der Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildnachweis: Kai Bienert, Werner Kissel / Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

Gesellschaft mitgestalten: Herausforderungen und Beiträge von Bürgerstiftungen

 

Vor welchen Herausforderungen steht unser Land und wie können Bürgerstiftungen und ihre Engagierten die Gesellschaft mitgestalten? Was bringen Bürgerstiftungen ein, was anderen so nicht möglich ist, und wie können Bürgerstiftungen ihre Kraft am besten entfalten?

Darüber diskutierte Holger Backhaus-Maul mit einer Bürgerstifterin und ehemaligen Bezirksbürgermeisterin, einem Chefredakteur und Kenner des politischen Berlins, einem Historiker und Demokratieexperten und einem Wirtschaftsfachmann und Präsidenten der Genossenschaftsbanken.

"Wo kommt der Begriff Politik denn her? Vom Griechischen, von Polis, von Agora. Der Ort,  wo man sich trifft und an dem man für das, was man für richtig hält, Menschen findet, die das gemeinsam mit einem umsetzen. Bürgerstiftungen helfen einem, Gemeinwohlorientierung praktisch zu leben. Was kann ich in meinem Bereich tun, um das zu erreichen, was ich für besser halte, als das, was ich sehe, als das, was ist. Dabei helfen uns Bürgerstiftungen. Sie können uns ermuntern, ermutigen und ertüchtigen, diesen Weg zu gehen, diese Dinge zu tun."

Stephan-Andreas Casdorff, Chefredakteur Der Tagesspiegel

"Für uns als Bürgerstiftung Lichtenberg ist es ein ganz wichtiger Punkt, zu fragen, wo können wir zu einer Veränderung beitragen. Bei uns stehen Debattierrunden nicht so hoch im Kurs wie Aktionen, wo es um konkrete Veränderungen, um konkrete Verbesserungen geht. Von der Satzung her können wir viel, wir kennen die Situation vor Ort sehr gut und wir müssen nicht noch drei Behörden fragen, ob wir das machen dürfen. Das ist unsere große Stärke: Wenn wir etwas gut finden, es Bedarf danach gibt und sich Mitmacher finden, dann machen wir das. Punkt."

Christina Emmrich, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Lichtenberg

"Es gibt in Teilen der Bevölkerung eine große Frustration über den Mangel an Teilhabe, an echten Alternativen und Wahlmöglichkeiten - sowohl was Deutschland angeht, als auch Europa. Vor allem über die großen, anonymen Institutionen gibt es ein Unwohlsein. Die Menschen brauchen Wahlmöglichkeiten und Teilhabemöglichkeiten. Die finden sie z. B. bei unserer dezentral aufgestellten Gruppe der Genossenschaftsbanken, wo wir versuchen, unsere Kunden und Mitglieder mitzunehmen, die finden sie auch bei den Bürgerstiftungen. Transparentes Engagement vor Ort."

Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

"Vor sechs Monaten hätten wir wohl gesagt, die Flüchtlinge sind die größte gesellschaftliche Herausforderung. Aber das eigentliche Problem sind wir selbst, ist der Riss, der durch unsere Gesellschaft geht. Hier die Motivierten und Engagierten, dort die Frustrierten, die Ängstlichen, die, die mit Ressentiments, gar mit Hass auf diese Situation reagieren. Es geht also nicht um uns in Deutschland und die, die von außen zu uns kommen, sondern es geht darum, wie wir alle zusammenleben können. Bürgerstiftungen können da in beide Richtungen Brücken bauen.

Prof. Dr. Paul Nolte, Historiker an der Freien Universität Berlin

Moderation
Holger Backhaus-Maul
, Vorstandsmitglied der Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildnachweis: Kai Bienert / Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

Ausblick

 

"Das war das Forum Aktive Bürgerschaft 2016! Herzlichen Dank allen Mitwirkenden und Teilnehmern."

Dr. Peter Hanker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Aktive Bürgerschaft

"Am 20. Juni startet der Wettbewerb um den Förderpreis Aktive Bürgerschaft 2017. Wir freuen uns über viele Bewerbungen und darüber, Sie bei der bei der Preisverleihung im kommenden Jahr wiederzusehen."

Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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