Frauen: Schlange stehen für weniger Geld

    Der 18. März 2019 war ein bitterer Tag für die Frauen hierzulande: An diesem Tag erst haben sie statistisch gesehen seit 1. Januar 2018 das gleiche Einkommen erwirtschaftet wie Männer im Jahr 2018, sagt die Statistik. Diesen Missstand zu bekämpfen hatten sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Betreiber von U-Bahnen und Bussen in der Hauptstadt, vorgenommen. Sie offerierten den Frauen an diesem Tag Tagestickets, die 21 Prozent – so groß ist unbereinigt die Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern – unter dem Normalpreis zu erwerben waren. Außerdem bot die BVG Monats- und Jahreskarten 21 Prozent billiger an; diese allerdings nur an einem einzigen Automaten am Alexanderplatz. Dort musste die Zielgruppe der Benachteiligten in einer Endlosschlange den Tag verbringen, sofern sie das Schnäppchen mitnehmen wollte, und sich am Automaten einer Prüfung durch einen Gesichtsscanner unterziehen. Das Ticket überall kaufen zu können, wäre vermutlich ein würdevollerer Weg gewesen; aber für das Unternehmen zu teuer, erklärte die BVG. Verkauft hat sie am 18. März 2019 insgesamt gut 3.500 verbilligte Tickets.

    www.berlin.de/…
    ze.tt/…

    Ausgabe 198 März 2019