Zivilgesellschaftlich und organisiertes Engagement in Sachsen

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Das organisierte Engagement in Sachsen leidet unter Mitglieder- und Ressourcenmangel, ist soziokulturell gering in der sächsischen Gesellschaft verankert und hängt an öffentlichen Fördertöpfen. Folglich ist es vor allem in staatlichen und kommunalen Aufgabenbereichen stark ausgeprägt, und Politik und Verwaltung können ihre Präferenzen in der Engagementförderung leicht durchsetzen. Das stellen Holger Backhaus-Maul, Lina Hehl und Rudolf Speth in ihrer Studie „Konturen einer Zivilgesellschaft? Organisiertes Engagement in Sachsen“ fest, in der sie Expertinnen und Experten aus Engagementorganisationen zu ihren Vorstellungen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen befragten. Das organisierte Engagement könne andersherum einer Polarisierung der Gesellschaft und Bestrebungen zur Zersetzung von Demokratie kaum etwas entgegensetzen, so die Studienautoren mit Blick auf das Erstarken demokratiefeindlicher Kräfte in dem Bundesland. Auch nach drei Jahrzehnten habe sich keine gemeinsame Vorstellung von einer Zivilgesellschaft mit einer gemeinsamen Handlungslogik und Handlungspraxis herausgebildet. Die Studie ist als Working Paper Nr. 13 des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt erschienen.

Zur Studie

World Giving Report: 61 Prozent der Menschen spenden

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Weltweit haben 61 Prozent der Menschen 2025 gespendet, so die aktuellen Zahlen des World Giving Report 2026. Dabei unterscheiden sich die Quoten regional: In Asien waren es 68 Prozent, in Afrika 67 Prozent – in Europa dagegen 57 Prozent und in Südamerika 50 Prozent. Der Report erfasst Spenden für Menschen in Not, für gemeinnützige und religiöse Zwecke. Im Durchschnitt gaben die Menschen 1 Prozent ihres Einkommens – auch hier gab es regionale Unterschiede: Afrikanerinnen und Afrikaner gaben 1,6 Prozent, Europäerinnen und Europäer 0,6 Prozent ihres Einkommens. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen rückläufig ( bürgerAktiv berichtete).

Den Report erstellt die Charities Aid Foundation (CAF) zusammen mit nationalen Organisationen. In Deutschland arbeitete sie mit der Maecenata Stiftung zusammen. Hier spendeten laut Länderbericht nur 46 Prozent der Menschen; die größten Unterschreitungen der internationalen Durchschnittswerte gab es bei den Spenden an notleidende Menschen und für religiöse Zwecke.

World Giving Report 2026
Länderbericht Deutschland 2026

Unternehmen setzen Engagement für Demokratie nur partiell um

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Unternehmen finden Engagement für die Demokratie wichtig und möchten etwas tun, doch zwischen Haltung und Praxis klafft eine Lücke – so lässt sich die Studie „Unternehmen in der Demokratie: besorgt, willens, gefordert“ zusammenfassen. Sie wurde am 6. Juli 2026 von der Bertelsmann Stiftung, dem Institut der deutschen Wirtschaft und der Universität St. Gallen veröffentlicht.

Demnach äußerten in der Befragung rund 60 Prozent der Geschäftsleiterinnen und Geschäftsleiter, dass Unternehmen sich für die Demokratie einsetzen sollten. 80 Prozent gaben an, sich in den vergangenen drei Jahren engagiert zu haben – allerdings oft intern mit Statements wie Wahlaufrufen oder im Unternehmensleitbild oder über ihre Netzwerke und Verbände. Nur 21 Prozent haben den Auskünften zufolge öffentlich mit Statements Position bezogen. Knapp zwei Drittel der Unternehmen geben mangelnde Ressourcen als Grund an, sich nicht stärker zu engagieren, außerdem äußerte ein Teil der Befragten Zweifel an Wirksamkeit und Zuständigkeit des Engagements.

Zur Studie

 

Nationaler Bildungsbericht 2026: Herkunft zählt auch beim Engagement

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Der Bildungserfolg junger Menschen in Deutschland hängt weiterhin von der Herkunft ab, was sich mittelbar auch auf das bürgerschaftliche Engagement auswirkt. Das ist dem nationalen Bildungsbericht 2026 zu entnehmen. Das Engagement hängt laut Bericht mit dem Schulabschluss zusammen: Von Menschen mit höherer Schulbildung engagiert sich demnach knapp die Hälfte – meist im sozialen Bereich oder etwa in Elternvertretungen von Schule und Kita. Demgegenüber engagiert sich nur ein Viertel der Menschen mit niedriger Schulbildung. Bei Personen mit mittlerer Schulbildung liegt die Engagementquote bei gut einem Drittel, und hier dominieren Themenfelder wie Freizeit und Gesellschaft, Feuerwehr und Katastrophenschutz.

Von den 14- bis 20-Jährigen sind 48 Prozent engagiert – in Sportvereinen, Kunst, Musik oder kirchlichen Zusammenhängen. Auch hier sind deutlich mehr junge Menschen mit höherer Bildung engagiert.

Die Zahlen zum Engagement basieren auf dem Deutschen Freiwilligensurvey 2024, der unter freiwilligem Engagement Tätigkeiten versteht, die freiwillig und gemeinschaftlich in der Freizeit außerhalb von Familie und Beruf ausgeübt werden, nicht auf materiellen Gewinn abzielen und im öffentlichen Raum stattfinden. Der nationale Bildungsbericht 2026 „Bildung in Deutschland“ wurde unter Federführung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation erstellt und gemeinsam am 15. Juni 2026 von Bund und Ländern vorgestellt. Die Studie erscheint alle zwei Jahre.

Zum Bildungsbericht

APuZ: Bevölkerungsschutz, Zivilgesellschaft und der Ernstfall

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Wie die Zivilbevölkerung im Kriegs- oder Katastrophenfall geschützt und zu adäquatem Verhalten befähigt werden kann, thematisiert die Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (APuZ) unter dem Titel „Gesellschaft im Ernstfall“ (Ausgabe 22-24/2026). Unter anderem plädiert der Politikwissenschaftler André Förster für eine „Bildung zur Wehrhaftigkeit“, die lebenslanges Lernen in verschiedenen Bildungsbereichen und -phasen vorsieht. Der Historiker Jonathan Voges stellt das Konzept der „Preparedness“ vor, die Vorbereitung auf Katastrophen unabhängig von ihren Ursachen und Wahrscheinlichkeit. Weitere Beiträge befassen sich mit der Forschung über das Verhalten von Menschen in Extremsituationen, dem gesetzlichen Rahmen des Zivilschutzes und dem Bewusstsein in der Zivilgesellschaft für Krieg und Katastrophen. Das Heft ist am 22. Mai 2026 erschienen.

Zur APuZ

Kinderreport: Schüler wünschen Mitbestimmung und Projekte mit außerschulischen Partnern

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Schülerinnen und Schüler legen Wert auf Projekte mit Partnern außerhalb der Schule mit Vereinen oder der Nachbarschaft, um Demokratie zu erleben. Das sagten 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die das Kinderhilfswerk für den Kinderreport 2026 befragte. Der Report berichtet über die Umsetzung der UN-Kinderrechte in Deutschland. 88 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler fanden es wichtig, über Regeln und Projekte in der Schule mitzubestimmen. Für den Report 2026 wurden auch Erwachsene befragt. Zu den zentralen Forderungen der Befragten gehören mehr Mittel für Bildung und Partizipation, verbindliche Demokratiebildung in den Schulen sowie flächendeckende Sozialarbeit in den Schulen, um Bildungschancen benachteiligter Kinder und Jugendlicher auszugleichen.

Zum Kinderreport

Civic Space Report 2026: Mehr Einschränkungen für die Zivilgesellschaft in Europa

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Einschränkungen friedlicher Proteste sind in Deutschland und Europa an der Tagesordnung, stellt der Civic Space Report 2026 fest. In Deutschland seien vor allem Klimademonstrierende, die Palästina-Solidaritätsbewegung und antifaschistische Demonstrierende betroffen, heißt es. 2025 seien in sieben EU-Ländern neue restriktive Gesetze vorgeschlagen oder verabschiedet worden. In neun EU-Ländern seien Fälle übermäßiger Gewaltanwendung durch Strafverfolgungsbehörden festgestellt worden. Der Report wurde vom European Civic Forum (ECF) erstellt, das dabei mit Mitglieds- und Partnerorganisationen zusammenarbeitet. Den Länderbericht über Deutschland erstellte die Maecenata Stiftung.

Presseinformation der Maecenata Stiftung

Stiftungen als Förderer: Mehr Flexibilität gewünscht

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Mangelnde Flexibilität bei der Verwendung von Mitteln und umfangreiche Berichtspflichten: Das sind die größten Probleme, die entstehen, wenn Stiftungen fördern – jedenfalls aus der Sicht der Empfänger der Fördermittel. Das ist im FörderMonitor des Stiftungsnetzwerks #VertrauenmachtWirkung und des Deutschen Fundraising Verbandes e.V. (DRFV) zu lesen, für den 500 zivilgesellschaftliche Organisationen befragt wurden. Als Herausforderung wurde auch der Druck genannt, das geförderte Projekt an die Ziele der fördernden Stiftung anzupassen sowie fehlende Augenhöhe. 74 Prozent der Befragten bewerteten jedoch die Förderbeziehungen zu den Stiftungen insgesamt als positiv. Der Monitor bringt den Ansatz „Vertrauensbasierte Förderung“ ins Spiel, der die genannten Probleme mit Flexibilität und Augenhöhe adressieren will. Von den Organisationen, die damit Erfahrungen haben, sagten 62 Prozent, sie nähmen positive Effekte wahr, 33 Prozent nahmen keine Effekte wahr.

Zum FörderMonitor

Neue Zahlen: 436 neue gemeinnützige Stiftungen in Deutschland

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat seine Jahresstatistiken fortgeschrieben und meldet für 2025 einen Anstieg der rechtsfähigen Stiftungen in Deutschland auf insgesamt 27.082. Neu gegründet wurden 436 gemeinnützige, steuerbegünstigte Stiftungen. Das sei der höchste Wert seit 2021, so der Bundesverband. Er verwies auch darauf, dass darüber hinaus Treuhandstiftungen und Stiftungsfonds an Bedeutung gewännen, die in der Statistik nicht enthalten sind. Mehr Neugründungen gab es im steuerpflichtigen, nicht gemeinnützigen Bereich: Hier wurden 459 weitere neue Stiftungen errichtet. Der Anteil der gemeinnützigen Stiftungen an allen Stiftungen sank damit auf 88 Prozent.

ZUR PRESSEINFORMATION

Baden-Württemberg: Jugendlichen fehlt Zeit für Engagement

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Zeitmangel ist das größte Hindernis für Jugendliche im ländlichen Raum Baden-Württembergs, sich ehrenamtlich zu engagieren. Das hat eine Studie der Jugendstiftung Baden-Württemberg ergeben. 37 Prozent der befragten 15- bis 19-Jährigen engagierten sich bereits.

Als potenzielle Anreize nannten die Nichtengagierten an erster Stelle mehr Zeit (54 Prozent), gefolgt von finanziellen Vorteilen wie Aufwandsentschädigung, freiem Eintritt oder kostenlosem öffentlichen Nahverkehr (48 Prozent) und persönlichen Vorteile wie Zertifikaten oder Fortbildungen (46 Prozent).

Informationen über ehrenamtliches Engagement wünschten sie sich mit Abstand am häufigsten von der Schule (55 Prozent) und Social Media (44 Prozent) – die Angaben korrelierten mit den Informationsempfehlungen der Jugendlichen, die sich bereits engagierten und ebenfalls vor allem Social Media und die Schule nannten. Bei der Frage, wie sie zu ihrem Engagement gekommen waren, gaben sie Engagierten allerdings „über Familie oder Freunde“ (54 Prozent) und „direkte Ansprache vom Verein“ (30 Prozent) an.

Für die Studie wurden knapp 2000 Jugendliche aus Schulen und Berufskollegs befragt. Sie wurde im April 2026 veröffentlicht. Auftraggeber war der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum der Landesregierung.

Zur Studie

Nachlassspenden am liebsten für Tierschutz

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Rund 23 Prozent der Deutschen ab 50 Jahren können sich vorstellen, an eine gemeinnützige zu vererben – unter den kinderlosen Befragten betrug die Quote rund 35 Prozent: Diese Zahlen meldeten am 17. April 2026 die Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ und der Deutsche Fundraising Verband. Die Daten stammen aus dem Spendenmonitor 2025 (bürgerAktiv berichtete). Am häufigsten als Motive genannt wurde, etwas Wichtiges über den Tod hinaus weiterzugeben (mehr als 34 Prozent) sowie zu verhindern, dass das hinterlassene Geld an den Staat fließt (knapp 29 Prozent). Mit 43 Prozent wollten die meisten Befragten für Tierschutz spenden, 32 Prozent hatten Umwelt- und Naturschutz, rund 28 Prozent Kinder im Sinn. Im regionalen Vergleich wollten mit 33,4 Prozent Befragten in Bremen die meisten Menschen gemeinnützig vererben, Schlusslicht waren die Befragten in Hessen mit einer Quote von 14,3 Prozent. Die Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ meldete ergänzend, dass ihre 26 Mitgliedsorganisationen 2025 zusammen 148 Millionen Euro aus Nachlässen erhalten hätten.

Zu den Zahlen

Baden-Württemberg: Jugendlichen fehlt Zeit für Engagement

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Zeitmangel ist das größte Hindernis für Jugendliche im ländlichen Raum Baden-Württembergs, sich ehrenamtlich zu engagieren. Das hat eine Studie der Jugendstiftung Baden-Württemberg ergeben. 37 Prozent der befragten 15- bis 19-Jährigen engagierten sich bereits.

Als potenzielle Anreize nannten die Nichtengagierten an erster Stelle mehr Zeit (54 Prozent), gefolgt von finanziellen Vorteilen wie Aufwandsentschädigung, freiem Eintritt oder kostenlosem öffentlichen Nahverkehr (48 Prozent) und persönlichen Vorteile wie Zertifikaten oder Fortbildungen (46 Prozent).

Informationen über ehrenamtliches Engagement wünschten sie sich mit Abstand am häufigsten von der Schule (55 Prozent) und Social Media (44 Prozent) – die Angaben korrelierten mit den Informationsempfehlungen der Jugendlichen, die sich bereits engagierten und ebenfalls vor allem Social Media und die Schule nannten. Bei der Frage, wie sie zu ihrem Engagement gekommen waren, gaben sie Engagierten allerdings „über Familie oder Freunde“ (54 Prozent) und „direkte Ansprache vom Verein“ (30 Prozent) an.

Für die Studie wurden knapp 2000 Jugendliche aus Schulen und Berufskollegs befragt. Sie wurde im April 2026 veröffentlicht. Auftraggeber war der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum der Landesregierung.

Zur Studie

Nachlassspenden am liebsten für Tierschutz

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Rund 23 Prozent der Deutschen ab 50 Jahren können sich vorstellen, an eine gemeinnützige Organisation zu vererben – unter den kinderlosen Befragten betrug die Quote rund 35 Prozent: Diese Zahlen meldeten am 17. April 2026 die Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ und der Deutsche Fundraising Verband. Die Daten stammen aus dem Spendenmonitor 2025 (bürgerAktiv berichtete). Am häufigsten als Motive genannt wurde, etwas Wichtiges über den Tod hinaus weiterzugeben (mehr als 34 Prozent) sowie zu verhindern, dass das hinterlassene Geld an den Staat fließt (knapp 29 Prozent). Mit 43 Prozent wollten die meisten Befragten für Tierschutz spenden, 32 Prozent hatten Umwelt- und Naturschutz, rund 28 Prozent Kinder im Sinn. Im regionalen Vergleich wollten mit 33,4 Prozent Befragten in Bremen die meisten Menschen gemeinnützig vererben, Schlusslicht waren die Befragten in Hessen mit einer Quote von 14,3 Prozent. Die Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ meldete ergänzend, dass ihre 26 Mitgliedsorganisationen 2025 zusammen 148 Millionen Euro aus Nachlässen erhalten hätten.

Zu den Zahlen

Mikroförderung: Wichtig, aber unübersichtlich

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Für bis zu 5000 Euro Laptops anschaffen oder Veranstaltungen finanzieren: Maximal 40 Prozent der zivilgesellschaftlichen Organisationen nutzen Mikroförderungen, hat ZiviZ im Stifterverband ermittelt. Den anderen 60 Prozent fehlt oft die Information über Förderangebote oder sie finden keine passende Förderung. 39 Prozent finden die Beantragung zu aufwändig. Tatsächlich zeigt die Fördermittelstudie „Kleine Summen, große Hilfe? Die Bedeutung von Mikroförderung für zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland“ von ZiviZ, dass der Aufwand für Antrag und Abwicklung bei vier bis zehn Stunden liegt. Die Organisationen kritisierten insbesondere die Nachweispflichten. Sie wünschen sich vor allem Mehrfachförderungen erprobter Ideen, eine Abrechnung über Pauschalen sowie überjährige Förderung, so ZiviZ.

Zu den Hauptförderern gehören der Untersuchung zufolge Bürgerstiftungen, Sparkassen-Stiftungen und Lottostiftungen. Die Landschaft der Fördergeber sei sehr unübersichtlich. Die wichtigste Informationsquelle über Förderungen für die Organisationen seien persönliche Kontakte (64 Prozent), gefolgt von Webrecherchen und Infos von Dachverbänden und aus Förderdatenbanken. Künstliche Intelligenz und Beratungsstellen werden nur von 13 Prozent der befragten Organisationen genutzt.

Zur Studie

Fundraising Magazin: Nicht in Abhängigkeiten einrichten

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Eine emanzipierte Zivilgesellschaft wirkt auf manche Politikerinnen und Politiker bedrohlich. Vor allem im konservativen Lager versuche man deshalb, sie zu diskreditieren, sagt Dr. Rupert Graf Strachwitz von der Maecenata Stiftung im Interview mit dem Fundraising Magazin 2/2026. In dieser Atmosphäre hielten sich viele Organisationen inzwischen mit öffentlichen Äußerungen zurück. „Sie erhalten öffentliche Fördermittel und sind deshalb vorsichtig geworden“, so Strachwitz. Einige Organisationen begännen allerdings, sich neu zu positionieren, so bezeichne sich die Caritas ausdrücklich als zivilgesellschaftliche Organisation und das Bündnis für Gemeinnützigkeit mache deutlich, den Diskurs mitgestalten zu wollen. Doch sie seien Ausnahmen. Strachwitz warnt in dem Gespräch davor, sich in Abhängigkeiten einzurichten. Er kritisiert, dass es zu wenig Austauschformate zwischen Politik und Zivilgesellschaft gebe und dass die Medien wenig interessiert seien an dem Thema. Rupert Graf Strachwitz ist Politikwissenschaftler, Gründer und Senior Strategic Advisor der Maecenata-Stiftung. Das Interview, in dem er auch über die vielfältige Struktur der Zivilgesellschaft spricht, wurde von Patrick Tapp geführt und ist unter dem Titel „Wer die Zivilgesellschaft schwächt, gefährdet die Demokratie“ erschienen.

Zum Fundraising Magazin (+)

APuZ: Staat, Zivilgesellschaft und Neutralität

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Bürgerengagement als Instrument der gesellschaftlichen Transformation: Diesem Vorwurf setzte sich die Ampelregierung aus SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP mit ihrer Demokratieförderung aus. Unter dem „Deckmantel der ‚Demokratiepolitik‘“ sei versucht worden, die Gesellschaft von oben herab in eine bestimmte Richtung zu verändern, anstatt ihre Entwicklung bloß zu begleiten. So analysiert Tobias Montag, Referent bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, in der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (APuZ) die Schwierigkeiten, Demokratieförderung und politische Neutralität unter einen Hut zu bringen. Er fordert in seinem Beitrag „Zeit für einen Neustart“ bessere Indikatoren für die Neutralität staatlich geförderter Organisationen, klarere, politikfeldbezogenere Zielsetzungen für Förderungen und eine Verständigung von Staat und Zivilgesellschaft über die gegenseitigen Erwartungen. Der Text ist einer von sechs Beiträgen zum Thema „Zivilgesellschaft“, dem sich die APuZ in ihrer Ausgabe 13/2026 vom 21. März 2026 widmet. Die APuZ erscheint als Beilage der Zeitschrift „Das Parlament“.

Zur APuZ

FJSB: Resilienz der ukrainischen Zivilgesellschaft

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Vier Jahre Krieg in der Ukraine und kein Ende in Sicht: Die ukrainische Zivilgesellschaft sei Rückgrat, Motor und Moderator der Demokratie und Resilienz der Ukraine, „auch und gerade im Krieg“, postuliert Dr. Susanne Worschech von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) im Forschungsjournal Soziale Bewegungen (FJSB, Jg. 39/2026, Heft 1). Gerade unter den Bedingungen des Krieges sei ihre Rolle für Demokratisierung und Rechtsstaatlichkeit gewachsen. Bereits vor 2022 hatte sie Aufgaben wie die Versorgung von Binnenflüchtlingen, Think-Tank-Koalitionen und auch die Unterstützung von Streitkräften übernommen; zudem etablierten sich professionell arbeitende Nichtregierungsorganisationen als Partner der internationalen Demokratieförderung, analysiert Worschech. Aktuell gehört die Ukraine laut World Giving Index zu den Ländern mit den höchsten Engagementquoten der Welt. Zahlreiche lokale Initiativen unterstützen formell oder informell den Wiederaufbau in kriegszerstörten Städten und Dörfern. Teilweise engagieren sich Bürgerinnen und Bürger auch als Unterstützer der ukrainischen Streitkräfte, beispielsweise führen sie als „Cybervolonteries“ koordinierte Angriffe gegen russische Server aus. Andere sammeln Daten über kriegsbedingte Umweltschäden. In den Kriegsjahren habe sich eine Art „civic entrepreneurship“ herausgebildet: „eine in ihrem Grundsatz unternehmerische, gewissermaßen klassisch-liberale Haltung, die sich aus Unternehmertum und Innovation, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die je eigene soziale Gemeinschaft und ein gewisses Misstrauen in staatliche Institutionen speist“, so Worschech. „Trotz nur semidemokratischer Institutionen konnte sich eine aktive, prodemokratische Zivilgesellschaft mit einem starken Selbstverständnis als Wächterin der Demokratie etablieren“, schreibt sie unter dem Titel „Aktivismus im Krieg: Entwicklung und Handlungsrepertoires der ukrainischen Zivilgesellschaft seit 2022“.

Zum FJSB (+)

Wie Unternehmen sich für Bildung engagieren

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Die Zahl der Unternehmen, die sich für Bildung engagieren, ist rückläufig, ergab die Erhebung „Monitor Unternehmensengagement 2025“ von ZiviZ im Stifterverband (bürgerAktiv berichtete). Immerhin sind es noch 43 Prozent (2018: 51 Prozent), nur für Sport engagieren sich noch mehr (61 Prozent). In einer im Februar 2026 veröffentlichten Extra-Auswertung der Daten zum Bildungsengagement stellt ZiviZ fest, dass Unternehmen sich meist für die schulische Bildung engagieren. Meist geht es um die Entwicklung von sozialen und unternehmerischen Kompetenzen sowie Kompetenzen in den sogenannten MINT-Fächern. Nur wenige Unternehmen engagieren sich für Demokratiebildung, Kultur, künstlerische Kreativität oder Diversität. Hauptsächlich ist die Förderung finanziell; nur die größeren Unternehmen mit 250 Mitarbeitenden oder mehr setzen auch eigene Projekte um und legen Stipendienprogramme auf.

Über die Zusammenarbeit mit Schulen äußerte sich eine Mehrheit der befragten Unternehmen positiv. Allerdings wünschten sich rund zwei Drittel mehr regelmäßigen Austausch. Insgesamt wurden Wissenstransfer und eine höhere Kooperationsbereitschaft staatlicher Stellen gewünscht. Die Auswertung beruht auf den Auskünften von 4500 kleinen, mittleren und großen Unternehmen.

Zur Studie

Bilanz des Helfens 2025: Weniger Spender und Spenden, größere Einzelspenden

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

2025 spendeten Privatpersonen in Deutschland 4,649 Milliarden Euro, meldete am 18. Februar 2026 der Deutsche Spendenrat e.V. Das ist ein Rückgang um neun Prozent. Auch die Zahl der Spenderinnen und Spender ist in dieser „Bilanz des Helfens 2025“ rückläufig. Im Durchschnitt spendeten sie mit 46 Euro jedoch 3 Euro mehr als im Vorjahr. Die Zahlen bestätigen teilweise die Trends, die der Deutsche Fundraisingverband Ende 2025 in seinem „Spendenmonitor“ veröffentlichte (bürgerAktiv berichtete). Allerdings weichen die Summen deutlich voneinander ab.

Zur „Bilanz des Helfens 2025“

Edelman Trust Barometer 2026: Vertrauen wird lokal

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Sieben von zehn Menschen weltweit vertrauen vor allem Personen und Organisationen, die ihnen kulturell und vom Lebensstil her ähnlich sind und die ihre Überzeugungen teilen. In Deutschland liegt der Wert sogar bei 8 von 10. Das ist im Edelman Trust Barometer 2026 zu lesen, für das 33.938 Personen in 28 Ländern befragt wurden (1200 bis 1500 pro Land). Insgesamt 61 Prozent der Befragten vertrauen der eigenen Geschäftsführung im Unternehmen und den eigenen Nachbarn, nur 48 Prozent den Unternehmensleitungen insgesamt sowie Journalisten. Gleichzeitig sehen viele Befragte die Notwendigkeit, diese Gräben zu überbrücken.

Nichtregierungsorganisationen haben weltweit mit einem Durchschnitt von 58 Prozent der Befragten, die ihnen ihr Vertrauen aussprechen, ihren Wert gehalten. In Deutschland verbesserte er sich um einen Prozentpunkt, liegt aber nur bei 41 Prozent.

Edelman PR ist ein weltweit agierendes PR-Unternehmen mit 6000 Mitarbeitenden in 28 Ländern. Sein Trust Barometer veröffentlichte es zum ersten Mal 2001.

Zum Edelman Trust Barometer Deutschland
Zum globalen Edelman Trust Barometer

USA: Wie die Trump-Administration die Non-Profit-Organisationen unter Druck setzt

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Zivilgesellschaftliche Organisationen in den USA sehen sich seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump massiven Angriffen ausgesetzt. In der Observatorium-Reihe der Maecenata Stiftung beschreibt Mark Sidel, Professor für Recht und öffentliche Angelegenheiten an der University of Wisconsin-Madison, wie die Trump-Administration, der Kongress und einzelne Bundesstaaten mit Verordnungen, Untersuchungen und Gesetzesinitiativen gegen Stiftungen und gemeinnützige Organisationen vorgehen. Sidel berichtet von massiven Mittelkürzungen durch die Regierung und Untersuchungsverfahren gegen einzelne Stiftungen. Die Regierung plane Steuervergünstigungen für den gemeinnützigen Sektor abzuschaffen und die Unterstützung US-amerikanischer Organisationen für Menschen in anderen Ländern weiter einzuschränken. Die Organisationen gerieten wirtschaftlich unter starken Druck, viele Mitarbeiter seien entlassen worden, so Sidel, Programme mussten eingestellt werden und vor allem die individuell unter Druck geratenen Stiftungen und Organisationen sehen durch die behördlichen Untersuchungen beträchtliche Ressourcen gebunden. Die Organisationen versuchen sich mit öffentlichem Protest und juristisch zu wehren. Der Widerstand wachse, schreibt Sidel. Sein Beitrag mit dem Titel „The Nonprofit Sector and Philanthropy in the United States in the Trump Era“ erschien als Observatorium 89 im Januar 2026.

Zum Beitrag

WZB-Studie: Wissenslücken bei Wirksamkeit von Strategien gegen Rechtsaußen

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Leitbilder, Handreichungen, Unvereinbarkeitsregeln: An Strategien und Material gegen Rechtsextremismus herrscht bei zivilgesellschaftlichen Organisationen kein Mangel, stellen die Autorinnen und Autoren der Studie „Wirksam gegen Rechtsaußen. Evidenzbasierte Strategien gegen die extreme Rechte“ fest. Man vernetzt sich, bildet und klärt über extrem rechte Narrative auf, demonstriert und fährt öffentlicheitswirksame Kampagnen. Doch während die Strategien gut dokumentiert sind, fehlen Erkenntnisse über ihre Wirksamkeit. Die Studie untersuchte 191 Handreichungen aus den letzten 20 Jahren von 42 deutschen zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie 56 internationale sozialwissenschaftliche Studien aus fünf Jahrzehnten zur Wirksamkeit von Ansätzen gegen die extreme Rechte. Für keines der fünf Strategiefelder finden sich in der Forschung überzeugende und kohärente Erkenntnisse zur Wirksamkeit. Teils fehlen entsprechende Untersuchungen, teils widersprechen sich die Ergebnisse, teils liegen nur vereinzelte Untersuchungen vor. Neben methodischen Problemen scheint auch die Trennung von Praxis und Forschung die Erkenntnisfindung zu erschweren: Das Praxiswissen der Organisationen findet nur selten den Weg in eine wissenschaftliche Auswertung.

Die Studie wurde am 5. Februar 2026 vom Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und der Freien Universität Berlin als Policy Brief veröffentlicht. Autorinnen und Autoren sind Dr. Hans Jonas Gunzelmann, Prof. Dr. Swen Hutter, Christin Jänicke und Dr. Teresa Völker.

Zur Studie

Schweiz: Nettowachstum bei gemeinnützigen Stiftungen

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Unter dem Strich ist 2025 die Zahl der gemeinnützigen Stiftungen in der Schweiz um 72 gestiegen: 325 gemeinnützige Stiftungen wurden neu gegründet, 253 wurden aufgelöst. Zum Jahresende gab es 13.782 aktive Stiftungen in der Schweiz. Die Zahlen werden jährlich erhoben und kommen vom Center for Philanthropy Studies (CEPS) der Universität Basel, vom Verband SwissFoundations und vom Zentrum für Stiftungsrecht an der Universität Zürich. Besonders hohe Nettozuwächse meldeten sie für den Kanton Genf, hier entstanden unter dem Strich 31 zusätzliche Stiftungen. Im Tessin entstanden 16 zusätzliche Stiftungen. Diese Zahlen wurden vorab veröffentlich, die ganze Statistik und weitere Analysen sollen am 26. Mai 2026 im Schweizer Stiftungsreport veröffentlicht werden.

Zur Meldung

Spendenmonitor 2025: Weniger Menschen spenden, aber größere Summen

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Die Zahl der Menschen, die für gemeinnützige Zwecke spenden, ist 2025 zurückgegangen. Das meldete am 2. Dezember 2025 der Deutsche Fundraising Verband, der seine Statistik im „Spendenmonitor“ veröffentlicht. Sie basiert auf der repräsentativen Befragung von 5008 Internetnutzern zwischen dem 15. Oktober und dem 15. November. Demnach sank die Spendendenquote von 50,2 (2024) auf 49,2 Prozent. Die Summe pro Spender stieg aber von 174 auf 187 Euro für 2025. Insgesamt kam so laut Spendenmonitor ein leichtes Wachstum von 6 Milliarden auf 6,3 Milliarden Euro zustande. Der Monitor fragt nur nach Spenden bis 1500 Euro. Die Statistiken in Deutschland weichen stark voneinander ab (bürgerAktiv berichtete).

Zum Monitor

Tagungsband: Non-Profit-Organisationen und ihre Herausforderungen

150 150 Stiftung Aktive Bürgerschaft

Wie begegnen Non-Profit-Organisationen (NPOs) den Megatrends – langfristigen und tiefgreifenden Mustern gesellschaftlicher Veränderung – und wie passen sie zugleich ihre Strukturen und Prozesse an die Handlungszwänge kurzfristiger Entwicklungen an? Diese Frage leitete das 15. Internationale NPO-Colloquium am 4. und 5. April 2024 in Frankfurt a.M. mit zahlreichen Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis. 25 von ihnen sind im Tagungsband „Nonprofit-Organisationen im Wandel“ zu lesen, der im Dezember 2025 erschienen ist. Sie widmen sich in einem Abschnitt den Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels für NPOs, in einem zweiten Abschnitt dem Management mit neuen Steuerungs- und Leitungsformen und den Herausforderungen, mit Unsicherheit umzugehen, Spenden zu gewinnen und politisch Einfluss zu nehmen. Außerdem gibt es einen Abschnitt zur Freiwilligenarbeit und einen rechtsformspezifischen Abschnitt zu Genossenschaften, Vereinen und Stiftungen. Unter anderem befassen sich Stefan Nährlich und Jonas Rugenstein von der Stiftung Aktive Bürgerschaft mit Stiftungsfonds bei Bürgerstiftungen. Herausgeber des Tagungsbandes sind Prof. Dr. Michael Vilain, PD Dr. Susanne Kirchhoff-Kestel und Prof. Dr. Matthias Heuberger von der Evangelischen Hochschule Darmstadt, die die Tagung zusammen mit Partnern ausgerichtet hat.

Zum Tagungsband (+)

Stiftung Aktive Bürgerschaft
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.