Tagungsband: Non-Profit-Organisationen und ihre Herausforderungen

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Wie begegnen Non-Profit-Organisationen (NPOs) den Megatrends – langfristigen und tiefgreifenden Mustern gesellschaftlicher Veränderung – und wie passen sie zugleich ihre Strukturen und Prozesse an die Handlungszwänge kurzfristiger Entwicklungen an? Diese Frage leitete das 15. Internationale NPO-Colloquium am 4. und 5. April 2024 in Frankfurt a.M. mit zahlreichen Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis. 25 von ihnen sind im Tagungsband „Nonprofit-Organisationen im Wandel“ zu lesen, der im Dezember 2025 erschienen ist. Sie widmen sich in einem Abschnitt den Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels für NPOs, in einem zweiten Abschnitt dem Management mit neuen Steuerungs- und Leitungsformen und den Herausforderungen, mit Unsicherheit umzugehen, Spenden zu gewinnen und politisch Einfluss zu nehmen. Außerdem gibt es einen Abschnitt zur Freiwilligenarbeit und einen rechtsformspezifischen Abschnitt zu Genossenschaften, Vereinen und Stiftungen. Unter anderem befassen sich Stefan Nährlich und Jonas Rugenstein von der Stiftung Aktive Bürgerschaft mit Stiftungsfonds bei Bürgerstiftungen. Herausgeber des Tagungsbandes sind Prof. Dr. Michael Vilain, PD Dr. Susanne Kirchhoff-Kestel und Prof. Dr. Matthias Heuberger von der Evangelischen Hochschule Darmstadt, die die Tagung zusammen mit Partnern ausgerichtet hat.

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Neue Zahlen zu Spaltung und Zusammenhalt in der Gesellschaft

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Eine breite Mehrheit in Deutschland ist sich einig, dass der Klimawandel bekämpft werden muss. Doch an der Frage, wie das aussehen soll, scheiden sich die Geister. 70 Prozent viele sorgen sich um zunehmende Konflikte, und ein beträchtlicher Teil der Menschen fürchtet, dass Arbeitsplätze vernichtet werden und ihr Lebensstandard sinkt. Die Folge könnte sein, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt sinkt, stellt das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) in seinem zweiten Zusammenhaltbericht fest, der am 13. November 2025 veröffentlicht wurde und auf Klimaschutz fokussiert. Die Wissenschaftler empfehlen, in der Klimapolitik für sozialen Ausgleich zu sorgen und medial eine Überrepräsentation ablehnender Stimmen zu vermeiden. Der Zusammenhaltsbericht arbeitet mit Daten aus vier Panels, darunter zwei quantitative Studien mit insgesamt rund 12.000 Befragten.

Andere Zahlen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt veröffentlichte das Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) im Oktober 2025 in seinem Polarisierungsbarometer 2025. Demnach nehmen 81 Prozent der Deutschen die Gesellschaft als gespalten war und schreiben dem Thema Zuwanderung das größte Spaltungspotenzial zu. Ideologisch polarisieren offenbar Klimaschutzmaßnahmen und die Unterstützung der Ukraine am stärksten. Für das Barometer wurden 34.000 Menschen in acht europäischen Ländern befragt, darunter 4400 Menschen in Deutschland.

Zum Zweiten Zusammenhaltsbericht des FGZ
Zum Polarisierungsbarometer von MIDEM

Analyse: Wie über einen „Gesellschaftsdienst“ diskutiert wird

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Gesellschaftliche, politische und wissenschaftliche Akteure haben viele Argumente und Ansichten über einen sogenannten Gesellschaftsdienst ausgetauscht, der vorzugsweise junge Menschen zum Dienst an der Gemeinschaft verpflichten soll. Doch verbleibe die Debatte „seltsam befangen“ in einer Welt normativer Deutungen und Verantwortungszuweisungen, ohne Fragen der politischen Legitimation, institutionellen Form und des Ressourcenbedarfs eines überhaupt auch nur ansatzweise zu diskutieren, kritisieren Dr. Holger Backhaus-Maul und Lina Hehl vom Forschungsinstitut für Gesellschaftlichen Zusammenhalt (FGZ) in der Studie „Gesellschaftsdienst und Wehrpflicht. Rekonstruktion einer vielstimmigen Debatte“, die im November 2025 von der Friedrich-Ebert-Stiftung publiziert worden ist. Die Autoren referieren Modelle aus Politik, Wohlfahrtsverbänden und Wissenschaft und blicken auch auf Alternativen wie Service Learning. Ein Gesellschaftsdienst erscheine völlig unrealistisch, wenn staatlicherseits nicht einmal der Ausbau der bestehenden Freiwilligendienste gewährleistet werden könne, so ihr Fazit.

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Debatte in USA: Bürgerstiftungen sollen Demokratie von unten stärken

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Die Erneuerung der US-amerikanischen Demokratie muss von unten kommen und die Community Foundations – die Bürgerstiftungen – können den Weg weisen: Diese These stellt Daniel Stid, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am American Enterprise Institute, in einem Beitrag für The Chronicle of Philanthropy auf. Partizipation in der Nachbarschaft vor Ort biete den Menschen jene Erfahrung, sich als Teil des Gemeinwesens zu fühlen, Verantwortung zu übernehmen und mitzumachen, zu geben und zu nehmen, die es brauche, um die Polarisierung zu überwinden. Drei von vier Amerikanerinnen und Amerikaner hätten einen negativen Blick auf die Bundesregierung. Drei von fünf Amerikanern blickten jedoch positiv auf ihre lokale Regierung. Die Community Foundations könnten auf Institutionen und Kultur vor Ort aufbauen.

Stid ruft dazu auf, die Aufmerksamkeit von den medialen Schlammschlachten auf nationaler Ebene abzuwenden. Community Foundation könnten lokale Medien unterstützen, Innovationen im Gemeinwesen fördern, in die zivilgesellschaftliche Infrastruktur investieren und zivilgesellschaftliche Organisationen nicht nur als Anbieter von Dienstleistungen unterstützen, sondern als Institutionen, die Bürgerinnen und Bürger stärken.

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npoR: Wie Stiftungen fördern

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59 Prozent der rechtsfähigen Stiftungen waren 2023 ausschließlich fördernd tätig, weitere 23 Prozent zusätzlich auch operativ tätig. Die Förderstiftungen unterstützen mit finanzieller Zuwendung Projekte, Programme und Capacity Building. Und sie investieren in unternehmerische Ansätze zur Lösung gesellschaftlicher Probleme. In der Zeitschrift für das Recht der Non Profit Organisationen (npoR) veröffentlichten Dr. Andrea Hasl, Dr. Karsten Timmer und Luise Burkhardt eine Auswertung der Befragung des Stiftungspanels des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen zum Schwerpunkt „Wie fördern Stiftungen?“ mit Daten von rund 414 Stiftungen. Demnach sind knapp 80 Prozent der fördernden Stiftung überwiegend lokal tätig. Die jährlichen Fördersummen bewegten sich zwischen 5000 Euro und 50 Millionen Euro. Das Budget stammt meistens aus den Erträgen. In zwei Drittel der Förderstiftungen liegt das Fördermanagement bei Ehrenamtlichen.

Im Fördermanagement unterscheiden sich die Stiftungen unter anderem darin, dass sie zwar alle viel Wert auf die Kontrolle der Fördermittelverwendung legen, aber nur teilweise das Capacity Building unterstützen, also institutionell fördern oder Overheadkosten der Geförderten übernehmen. Der Beitrag „Wie fördern Stiftungen? Charakteristika und Typologie der Förderlandschaft in Deutschland“ erschien in Ausgabe 6/2025 der npoR vom 1. November 2025.

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Vorwürfe und Erkenntnisse: Studien zur Finanzierung der Zivilgesellschaft

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Drei aktuelle Veröffentlichungen analysieren die Vorwürfe gegen zivilgesellschaftliche Organisationen und die staatliche Förderung.

Zivilgesellschaftliche Organisationen hätten sich zu politischen Akteuren entwickelt und betrieben unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit und finanziert mit öffentlichen Mitteln parteipolitische Einflussnahme, fassten Dr. Siri Hummel und Dr. Peter Schubert von der Maecenata Stiftung in ihrem im September 2025 erschienen Arbeitspapier „Das Anti-NGO-Narrativ“ das Problem zusammen. Unter anderem monierten sie, dass die Kritiker nicht zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen und professioneller arbeitenden Nichtregierungsorganisationen unterschieden. „Statt einer strukturellen Machtkritik bleibt es bei einem ideologischen Zerrbild, das professionelle Organisationsstrukturen mit Machtübernahme verwechselt und gemeinwohlorientiertes Engagement mit Pfründesicherung. Was bleibt, ist der Versuch einer politischen Delegitimierung unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeitsdebatte“, so Hummel und Schubert.

Die Nichtregierungsorganisation „Lobbycontrol“ führte in der Analyse „Zivilgesellschaft unter Druck“ verschiedene Akteure an, die ihrer Einschätzung nach hinter der „Diffamierung“ zivilgesellschaftlicher Organisationen in Brüssel und Berlin stecken. Neben Medienportalen wie „NIUS“ nannte sie Energieunternehmen und Chemieunternehmen, die ihre Geschäftsinteressen durch Umweltorganisationen bedroht sähen. Die Autorinnen der Studie, Dr. Christina Deckwirth und Nina Katzemich, forderten unter anderem europaweit einen grenzüberschreitenden rechtlichen Rahmen für Nichtregierungsorganisationen.

Die CDU-nahe Konrad Adenauer Stiftung schlug unter dem Titel „Staatliche Förderung der Zivilgesellschaft“ einen „Neustart im Verhältnis von Zivilgesellschaft und Staat“ vor und warnte davor, die Sphäre des Staates mit der Sphäre der Bürgergesellschaft zu vertauschen. Letztere vertrete ihre Interessen, organisiere Selbsthilfe und trete als Themenanwälte auf. Nicht die Bürgergesellschaft müsse neutral sein, sondern der Staat. Autor Tobias Montag forderte neue Kriterien für die staatliche Förderung, darunter ein Kriterium „gesellschaftlicher Zusammenhalt“.

Arbeitspapier der Maecenata Stiftung
Studie von Lobbycontrol
Monitor der Konrad-Adenauer-Stiftung

„Bildungskompass“: Wer fördert Schülerinnen und Schüler in Deutschland?

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Der Stifterverband hat am 6. Oktober 2025 zusammen mit der Unternehmensberatung McKinsey den „Kompass Bildungsförderung Deutschland“ veröffentlicht. Er verzeichnet gemeinnützige Stiftungen, Initiativen und Unternehmen, die schulische Bildung in Deutschland fördern. Es sind Organisationen und Initiativen in der Bildungsförderung mit überregionaler Tätigkeit und weiterem Skalierungspotenzial und nur solche Angebote, die „klar definierte Förderziele verfolgen und deren Wirksamkeit nachweislich über eine validierbare Messung belegt ist“, heißt es. Nach diesen und weiteren Kriterien kamen 130 Akteure in den Kompass, darunter auch die Stiftung Aktive Bürgerschaft als Trägerin des Service-Learning-Programms sozialgenial.

Mit einem Online-Tool lässt sich die Liste der Förderer nach verschiedenen Kriterien filtern. Der Kompass soll Schulen, Stiftungen und Verwaltungen als Wegweiser dienen, wenn sie Förderung oder Partnerschaften suchen oder sich allgemein informieren wollen. Die erfassten Förderer unterstützten zusammengenommen mehr als eine Million Schülerinnen und Schüler, hieß es in der Pressemitteilung. Bereits im Februar 2025 hat der Stifterverband die Initiative „Allianz für Schule Plus“ ins Leben gerufen. „Das übergreifende Ziel ist, in einer Welt im Wandel ein Bildungssystem zu gestalten, das schnell mehr Menschen mit den notwendigen Kompetenzen ausstattet“, heißt es in der Einleitung des Kompasses.

Zu Kompass Bildungsförderung Deutschland

Neuer Freiwilligenmonitor für die Schweiz

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41 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer engagieren sich in Vereinen oder Organisationen, am meisten in Sportvereinen oder kulturellen Vereinen. 17 Prozent üben ein Amt aus. Das meldet der fünfte Schweizer Freiwilligenmonitor, der im September 2025 veröffentlicht wurde. Er hat auch Daten zur informellen Freiwilligenarbeit erhoben – damit ist Engagement und Hilfe für andere Menschen außerhalb des eigenen Haushalts gemeint, oft Betreuung oder Pflege. Dies dazu gerechnet, kommt der Monitor auf insgesamt 86 Prozent der Bevölkerung, die sich im Laufe eines Jahres in irgendeiner Form freiwillig engagieren.

Unter den 60- bis 74-Jährigen ist der Anteil der Engagierten in Vereinen und Organisationen am größten. 49 Prozent der Menschen aus Haushalten mit einem monatlichen Einkommen von mehr als 11.000 Schweizer Franken engagieren sich hier freiwillig, 32 Prozent sind es bei Haushalten mit bis zu 5000 Schweizer Franken. Auf dem Land ist die Freiwilligen-Quote etwas höher als in Städten, in der Deutschschweiz liegt sie über der Quote im Tessin und der romanischen Schweiz.

Der Monitor wurde zuvor 2007, 2010, 2016 und 2020 veröffentlicht. Herausgeber ist die Schweizerische Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG).

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Wie Engagement für Geflüchtete dauerhaft bleibt

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Neben dem persönlichen Einsatz einzelner Engagierter sind gute Kooperationen mit etablierteren Partnern wesentlich, um aus spontanen Hilfsinitiativen langfristig tragfähige Gemeinschaften zu machen. Diese Schlüsselfaktoren hat die Studie „Civic Refugee Report: The Shifting Landscape of Pro-Refugee Communities in Germany After 2015“ identifiziert. Sie untersuchte, was aus dem zivilgesellschaftlichen Engagement für Geflüchtete 2015 wurde, und fand heraus: Bei der Kooperation zwischen hauptamtlich geführten Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände und ehrenamtlichen Initiativen kam es darauf an, gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Arbeitsweisen zu entwickeln. Außerdem konnten dauerhafte zivilgesellschaftliche Hilfsgemeinschaften entstehen, wenn die Kommunalverwaltungen sie mit Räumen und finanziell unterstützten und ein Schulterschluss stattfand. Die ehrenamtlichen Initiativen hatten schlechte Chancen, sich weiterzuentwickeln, oder gaben frustriert auf, wenn sie von dominierenden etablierten Organisationen und der Kommunalverwaltung ignoriert wurden. Die Studie von Clara van den Berg vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) ist eine Dissertation und sie wurde im Juli 2025 veröffentlicht.

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Musikfestivals leben vom Ehrenamt

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79 Prozent der Musikfestivals werden in wesentlichen Teilen von Ehrenamtlichen organisiert, auf dem Land sogar 87 Prozent. In der Regel helfen die Ehrenamtlichen sowohl bei der Planung als auch bei der Organisation und Durchführung der Festivals. Je kleiner das Festival, desto größer die Beteiligung von Ehrenamtlichen. Nach Genre unterschieden, leben vor allem Rockfestivals vom ehrenamtlichen Engagement. Relativ viele kommerzielle Festivals verzichten dagegen auf Ehrenamtliche. Diese Zahlen stammen aus der Studie „Musikfestivals in Deutschland“, die im September 2025 von der Initiative Musik, der Bundestiftung Livekultur und dem Deutschen Musikinformationszentrum veröffentlicht wurde. Das Institut für Demoskopie Allensbach führte die Erhebung durch, an der sich 638 Festivals im Winter 2024/25 beteiligten.

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Zivilgesellschaft: „Subsidiaritätsprinzip wird untergraben“

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Wo steht die Zivilgesellschaft aktuell? Darauf blickte der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Michael Vilain von der Evangelischen Hochschule Darmstadt im Gespräch „Die Freiheit der Zivilgesellschaft ist Kern unserer demokratischen Gesellschaft“ mit der Fundraising Akademie. Am Beispiel der zivilgesellschaftlichen Hilfe für Geflüchtete 2015 kritisierte er, dass viele Aufgaben danach re-kommunalisiert wurden. Er verwies auf das Subsidiaritätsprinzip in der Verfassung, den Vorrang der jeweils kleineren Einheit vor der größeren. „Dieses Prinzip wird meiner Ansicht nach immer mehr untergraben, indem wir sehr starke staatliche Aktivitäten bis in kleinste Lebensbereiche haben.“ In diesem Sinn ist nach seinen Ausführungen auch staatliche Engagementförderung zweischneidig, da sie einerseits die Zivilgesellschaft in Abhängigkeiten führt und andererseits den Eindruck staatlicher Fernsteuerung hervorrufen kann. Vilain stellte außerdem einen „Verfall von gemeinschaftsstiftenden Narrativen“ fest, nachdem große Organisationen wie die Kirchen oder Gewerkschaften ihre Rolle in der Entwicklung großer Narrative verloren haben. „Die Frage ist, wie organisieren wir die heterogenen Lebensrealitäten oder Bubbles der Menschen, sodass sie sich noch vertreten fühlen“, sagte er. Das Gespräch wurde am 29. August 2025 veröffentlicht.

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VM: Wie NPO mit Künstlicher Intelligenz arbeiten können

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Erstmal ausprobieren und Erfahrungen sammeln, dann die Mitarbeitenden niedrigschwellig ins Boot holen, dann Transparenz und fachübergreifende Zusammenarbeit in der Unternehmenskultur etablieren: So kann man sich als Nonprofit-Organisation (NPO) der Arbeit mit Künstlicher Intelligenz (KI) nähern, empfehlen Udo Michel und Chet Michel in ihrem Beitrag „KI für NPO: So gelingt der Einstieg – am Beispiel des Entlastungsdienstes“. Er ist in der Ausgabe „Künstliche Intelligenz in NPO“ der in der Schweiz erscheinenden „VM – Fachzeitschrift für Verbands- und Nonprofit-Management“ (VM) 1/25 zu lesen, die jetzt online freigeschaltet ist. Autorinnen und Autoren aus verschiedenen NPO geben ihre Erfahrungen weiter und empfehlen Wege, KI in die Arbeit zu integrieren und das gesamte Team dabei mitzunehmen.

WWW.VMI.CH/DE/VM-MAGAZIN/AUSGABEN/KUNSTLICHE-INTELLIGENZ-IN-NPO/

Die Stiftung: Bürgerstiftung Mittelhessen als Prototyp

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Die Bürgerstiftung Mittelhessen ist in der Fachzeitschrift „Die Stiftung“ als typisches Beispiel für eine Bürgerstiftung in Deutschland porträtiert worden. Vom Wachstum des Kapitalstocks über das Verhältnis zur Volksbank Mittelhessen, die an der Gründung als Gründungsstifterin beteiligt war, bis zur Rollenfindung in der Engagementstruktur der Region zeigt sich an der Entwicklung der Bürgerstiftung Mittelhessen, welche Herausforderungen Bürgerstiftungen in Deutschland zu bewältigen haben und wie sie das schaffen. Die Bürgerstiftung Mittelhessen ist erfolgreich durch Zustiftungen gewachsen und hat aktuell sechs thematisch fokussierte Themen-Stiftungsfonds aufgelegt, an denen sich Zustifter auch mit kleinen Beträgen beteiligen können. Typisch ist auch, dass sich mit dem Erfolg neue Herausforderungen stellen, nämlich, Ehrenamtliche zu finden, die die wachsende Menge an Aufgaben stemmen können. Der Beitrag „Für Stadt und Region“ von Tim Goldau ist in der August-Ausgabe 2025 erschienen.

Die Stiftung (+)

World Giving Report: In Afrika spenden die Menschen am meisten

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72 Prozent der Afrikanerinnen und Afrikaner spenden an Bedürftige, Hilfsorganisationen oder Religionsgemeinschaften. Damit liegt der Kontinent an der Spitze, gefolgt von Asien (69 Prozent) und Europa (59 Prozent). Mit 1,54 Prozent des Einkommens liegen die Afrikanerinnen und Afrikaner auch in Sachen Großzügigkeit an der Spitze – weltweit sind es im Schnitt nur 1,04 Prozent des Einkommens, in Europa sogar nur 0,64 Prozent. Diese Daten berichtet der World Giving Report 2025, für den die Charities Aid Foundation (CAF) zusammen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen insgesamt 55.000 Menschen weltweit befragte und das Spendenverhalten in 101 Länder analysiert. Die Maecenata Stiftung, die bei den Erhebungen zu Deutschland (Giving in Germany) mit der CAF zusammengearbeitet hat, bezeichnet die Spendenkultur in Deutschland als „ambivalent“: Im internationalen Vergleich sei die Spendenbereitschaft niedrig – 49 Prozent der Bevölkerung spenden und der Anteil der Spenden am Einkommen liegt bei 0,39 Prozent laut der Erhebung. Andererseits sei das Vertrauen in lokale Organisationen hoch und die Qualität der gemeinnützigen Infrastruktur in Deutschland gelte als stabil.

World Giving Report
Giving in Germany

Genoverband: Regional optimistisch, Zukunftserwartungen durchwachsen – Studie

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Vor Ort in der Region kann etwas positiv beeinflusst werden: Das sagte die knappe Mehrheit der Befragten in der Studie „Zukunft verWIRKlichen“, die der Genoverband am 3. Juli 2025 veröffentlicht hat. Bei anderen Themen wie Wohnen, finanzielle Absicherung, Bildung oder gesellschaftlicher Zusammenhalt überwogen pessimistische Erwartungen. Um die Herausforderungen zu bewältigen, setzen 29 Prozent Hoffnung in technische Innovation. Nur 23 Prozent trauen der Regierung etwas zu. Diese Werte haben sich alle gegenüber der Vorgängerbefragung aus 2022 verschlechtert. Leichte Verbesserung gab es bei der Einschätzung zur Lösungsfähigkeit von Bürgerinitiativen (21 Prozent) und Gemeinnützigen und Nichtregierungsorganisationen (16 Prozent). Genossenschaften schnitten mit 8 Prozent am schlechtesten ab. Sie seien zu unbekannt, stellt der Genoverband fest, der 2600 der rund 7000 Genossenschaften in Deutschland als Mitglieder hat. Ein Drittel der Bevölkerung sei das genossenschaftliche Prinzip unbekannt. In der Umfrage konnten sich nur 16 Prozent vorstellen, selbst eine Genossenschaft zu gründen – 2022 waren es noch 23 Prozent. Für die aktuelle Studie wurden 2001 Personen befragt. Die Ergebnisse sind nach Gewichtung repräsentativ.

WWW.GENOVERBAND.DE/NEWSROOM/PRESSE/PRESSEMITTEILUNGEN/STUDIE-GENOSSENSCHAFTEN-STAERKEN-DAS-WIR-GEFUEHL-IN-DER-REGION/

Studie: Demokratie als strategische Frage für Unternehmen

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Ökologische Themen wie Energieeffizienz haben in der Unternehmensstrategie Priorität, bei gesellschaftspolitischen Themen wie Diversität oder demokratische Werte üben sich Unternehmen eher in Zurückhaltung. Das ist ein Ergebnis einer Online-Befragung des Marktforschungsinstituts Civey. Zwar sähen fast 60 Prozent der 1500 befragten Unternehmen demokratische Stabilität und Minderheitenschutz als wesentlichen Faktor für die Zukunft ihres Unternehmens. Dabei handele es sich jedoch weniger um „moralische Imperative“, sondern um strategische Erwägungen wie Planungssicherheit, Rechtsstaatlichkeit und Investitionsklima. Nur 23 Prozent der befragten Unternehmen planten konkrete Maßnahmen oder Positionierungen zugunsten demokratischer Werte. Diese und weitere Ergebnisse sind in dem Kurzbericht „ESG 2025 – Relevanz, Herausforderungen und strategische Perspektiven in deutschen Unternehmen“ nachzulesen, den Markus Scholz, Professor an der TU Dresden, und Steffen Braun, geschäftsführender Vizepräsident von Civey, veröffentlicht haben.

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Die Stiftung: Gründung der ersten Bürgerstiftung in Österreich steht bevor

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Anders als in Deutschland waren gemeinnützige Stiftungen in Österreich bislang die Ausnahme, doch nach einer Gesetzesänderung nimmt die Entwicklung Fahrt auf. Nun steht die Gründung einer ersten Bürgerstiftung bevor, berichtet Rico Stehfest im Fachmagazin Die Stiftung (Ausgabe 3, Juni 2025) unter dem Titel „Bürgerstiftungen starten in Österreich“. In der Region Mühlviertler Alm wollen sich zwei Verbände zusammentun und eine Gemeinschaftsstiftung gründen, um Eigeninitiativen von Bürgerinnen und Bürgern zu fördern. Die Stiftungszwecke deckten ein breites Spektrum ab, so Stehfest. Die Förderaufrufe können in ganz Österreich ausgeschrieben werden. Die Gründung soll noch 2025 stattfinden.

Die Stiftung Juni 2025 (+)

Blätter der Wohlfahrtspflege: Wo steht die Zivilgesellschaft?

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Die Fachzeitschrift „Blätter der Wohlfahrtspflege“ hat in ihrer Ausgabe für Mai und Juni 2025 (Heft 3|2025) die aktuellen Entwicklungen in der Zivilgesellschaft in den Blick genommen. In dem Schwerpunkt „Gemeinnützigkeit & Zivilgesellschaft“ kritisieren unter dem Titel „Staatliche Regulierung der Zivilgesellschaft in der Demokratie“ Holger Backhaus-Maul und Lina Hehl von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie der Politikwissenschaftler Rudolf Speth, „dass der Begriff der liberalen repräsentativen Demokratie in Deutschland auf Variationen und Entwicklungen des demokratischen Staates verengt wird. Mit dieser Staatszentriertheit des Demokratieverständnisses werden, erstens, das demokratische Verhältnis von Staat und Gesellschaft und, zweitens, die innerorganisatorische Demokratisierung sträflich vernachlässigt.“ Unter anderem, weil die Mehrzahl der Nonprofit-Organisationen Zuwendungen vom Staat erhielten und öffentliche Dienstleistungen erbrächten, könne von einer „unvollendeten Demokratisierung der deutschen Gesellschaft“ gesprochen werden.

In weiteren Beiträgen des Schwerpunkts befassen sich unter anderen Siri Hummel und Rupert Graf Strachwitz vom Maecenata Institut mit den Einschränkungen der Zivilgesellschaft („shrinking spaces“), die in vielen Ländern zu beobachten sind, reflektiert Stefan Wallner vom österreichischen Bündnis für Gemeinnützigkeit die Folgen der von vielen Menschen als Dauerkrise empfundenen Entwicklungen und den Bedeutungsverlust von Werten und Institutionen, und analysiert Ulrike Petzold vom DAKU Dachverband der Kulturförderung zusammen mit Jan Wenzel vom VENRO Verband den aktuellen Kurs der Engagementpolitik.

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Monitor Unternehmensengagement: Mehr Krise, weniger Bildung

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Deutsche Unternehmen engagieren sich besonders häufig für Sport. Das ist im Unternehmensmonitor 2025 des Think & Do Tanks Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) im Stifterverband zu lesen. Im Vergleich zur letzten Erhebung 2018 sind Bevölkerungs- und Katastrophenschutz stärker ins Blickfeld der Unternehmen gerückt, außerdem der Klimaschutz. Das Engagement vor allem kleiner und mittlerer Unternehmen in den Krisen-Bereichen gehe zulasten von Bildung und Erziehung, heißt es im Monitor. Die häufigste Engagementformen ist die Geldspende, 56 Prozent spenden regelmäßig, 32 Prozent der Unternehmen in Einzelfällen. Mehr als die Hälfte engagieren sich mit kostenlosen Dienstleistungen oder stellen Räume oder Fahrzeuge zur Verfügung. Eigene Engagementprojekte haben 31 Prozent. Das ist eine leichte Steigerung gegenüber 2018. Im Vergleich rückläufig sind unter anderem der Anteil der Unternehmen, die Sachspenden geben und der Anteil der Unternehmen, die Mitarbeiter freistellen. Deutlich rückläufig ist der Anteil der Unternehmen, die Unternehmensstiftungen als Teil ihres Engagements nennen.

Die Angaben basieren auf den Auskünften von 4431 Unternehmen, eine Stichprobe von 125.000 war zur Teilnahme angeschrieben worden. Wie in der Vorgängeruntersuchung kommt etwas mehr als die Hälfte der Angaben aus Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten.

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Europa und weltweit: Eingeschränkte Zivilgesellschaft

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Um die Freiheit der Zivilgesellschaft steht es weiterhin schlecht. Nur 3,5 Prozent der Weltbevölkerung leben in Staaten mit voller Meinungs- und Versammlungsfreiheit, und 85 Prozent der Weltbevölkerung leben dagegen in Staaten mit eingeschränkter, unterdrückter oder geschlossener Zivilgesellschaft. Das zeigt der Report „Atlas der Zivilgesellschaft 2025“, der am 2. Juni 2025 von der Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ veröffentlicht wurde. Dabei haben sich die Werte sogar leicht verbessert; 2024 lebten nur 2,1 Prozent der Weltbevölkerung in als „offen“ klassifizierten Staaten, und auch in den Vorjahren waren die Werte etwas schlechter. Die Daten beruhen auf dem CIVICUS Monitor, für den das weltweite zivilgesellschaftliche Netzwerk CIVICUS Beobachtungen und Daten von zivilgesellschaftlichen Organisationen zur Vereinigungs-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit in den Ländern auswertet. Der aktuelle Monitor verzeichnet unter anderem in Jaimaika, Japan, Slowenien sowie Trinidad und Tobago Verbesserungen der Bedingungen für die Zivilgesellschaft.

Für Europa beklagt das European Civic Forum (ECF) in seinem Civic Space Report 2025 eine Rückentwicklung zivilgesellschaftlicher Freiheiten in den europäischen Staaten. Der Report wurde am 4. Juni 2025 veröffentlicht. Im Deutschland-Kapitel, das die Maecenata Stiftung verfasste, werden unter anderem Angriffe und Delegitimierungsversuche gegen Klima- und Umweltaktivisten sowie die Palästina-Solidaritätsbewegung kritisiert. Zudem bemängelt der Bericht hier Belastungen durch die Bürokratie und verweist auf ungleiche Zugangschancen zum bürgerschaftlichen Engagement, die der vierte Engagementbericht der Bundesregierung festgestellt hatte (bürgerAktiv berichtete).

Atlas der Zivilgesellschaft
Civic Space Report 2025

 

Gehaltsstudie: Mangelnde Perspektiven im Non-Profit-Sektor

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Die Fluktuation von Mitarbeitenden im Non-Profit-Bereich habe mehr mit mangelnden Perspektiven zu tun als mit der schlechten Bezahlung: Das leitet die Personalberatung Talents4Good aus ihrem „Gehaltsreport des Non-Profit-Sektors 2025. Zwischen Glaubenssätzen und Realität“ ab, den sie am 22. Mai 2025 veröffentlicht hat. So gaben in der Umfrage etwa 35 Prozent der Auskunft gebenden Sozialunternehmen an, regelmäßig wegen zu geringer Gehälter Mitarbeitende zu verlieren, aber ebenso oft wegen mangelnder Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten. Letzteres benannten bei Förderstiftungen sogar 41 Prozent der befragten Organisationen. Die Gehälter der Non-Profit-Organisationen lagen auf allen Ebenen unter den Verdiensten in anderen Branchen. Am größten war der Unterschied bei den Geschäftsführern. Die Befragung war von Januar bis März 2025 frei zugänglich. 234 Organisationen haben Auskunft gegeben.  

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ZStV: Gemeinnützigkeit und Journalismus

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Gemeinnützigkeit setzt geistige Offenheit und parteipolitische Neutralität voraus: Diesen verfassungsrechtlich fundierten Grundsatz wendete in der Zeitschrift für Stiftungs- und Vereinswesen (ZStV, 2025 Heft 2) Jan Fischer auf die gemeinnützige journalistisch arbeitende Correctiv GmbH an. Fischer, rechtswissenschaftlicher Doktorand an der Universität in Kiel, fokussierte auf den Correctiv-Bericht über ein Treffen rechtsextremer Politiker im Januar 2024 in Potsdam. Correctiv hatte berichtet, dass dort über einen „Masterplan“ zur massenhaften Abschiebung von Menschen mit Migrationshintergrund diskutiert worden war. Die Darstellung sei insofern verzerrt gewesen, als Correctiv die Rolle von AfD-Politikern bei dem Treffen übermäßig betont habe, so Fischer. Die Folge aus gemeinnützigkeitsrechtlicher Sicht: „Der mit der Recherche verbundene gemeinnützigkeitsrechtliche Beitrag zur politischen Bildung wird dadurch (leider) enorm relativiert“, schreibt Fischer. „In der Gesamtschau hat Correctiv den politischen Bogen im Rahmen der Potsdam-Berichterstattung überspannt und die Voraussetzungen des Gemeinnützigkeitsrechts in Bezug auf die politisch zulässigen Betätigungen verletzt.“ Die „tatsächliche Geschäftsführung“ von Correctiv entspreche nicht den Vorgaben des § 63 Abs. 1 der Abgabenordnung. Juristisch schlussfolgert der Autor, eine Erweiterung des Katalogs der gemeinnützigen Zwecke in der Abgabenordnung sei nicht notwendig, da gemeinnütziger Journalismus bereits rechtlich zulässig sei. Allerdings könne der Anwendungserlass dahingehend ergänzt werden, dass Falschdarstellungen zugunsten oder zulasten politischer Parteien zum Verlust der Gemeinnützigkeit führten.  

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Sportentwicklungsbericht: Vereine suchen mehr Ehrenamtliche

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Die Zahl der ehrenamtlichen Übungsleiterinnen und Trainer in Sportvereinen ist stabil, aber die Mitgliederzahlen steigen, sodass Engpässe entstehen. Das meldet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in seinem neunten Sportentwicklungsbericht, der auf Erhebungen aus den Jahren 2023 bis 2025 basiert und am 12. Mai 2025 veröffentlicht worden ist. 17,5 Prozent der Vereine haben demnach in einem Ausmaß Probleme, ehrenamtliche Funktionsträger zu finden und zu binden, dass sie sich in ihrer Existenz bedroht sehen. Auch punktuell Helfende für Veranstaltungen zu finden, ist schwieriger geworden. Weitere Probleme, die die Vereine in der Befragung nannten, waren die Bindung und Gewinnung von Mitgliedern und der bürokratische Aufwand durch Gesetze und Vorschriften. Insgesamt nannten 44 Prozent der Vereine existenzielle Probleme. Gewichtet nach Mitgliedern, sind 39,6 Prozent der Mitglieder in Vereinen mit existenziellen Problemen organisiert.  

An der Befragung im vierten Quartal 2023 nahmen 18.862 der 86.378 deutschen Sportvereine teil. Zudem wurden Trainerinnen, Übungsleiter und Vorstandsmitglieder befragt.  

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Studien: Junge Menschen brauchen mehr Beteiligungschancen

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Die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind regional unterschiedlich. Das wirkt sich auch auf ihre Möglichkeiten aus, mitzugestalten. In der Studie „Teilhabeatlas Kinder und Jugendliche“ von der Wüstenrot Stiftung, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und dem Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung stellten Wissenschaftler fest, dass in Regionen mit hoher Kinderarmut auch der Anteil von Schulabgängerinnen und Schulabgängern ohne Abschluss hoch ist. Über die Datenauswertung hinaus ergaben Gespräche mit 222 jungen Menschen an acht Orten, dass junge Menschen Freundschaften pflegen, Sport treiben oder Musik machen und digitale Medien nutzen wollen. Es mangele jedoch an Infrastruktur und Möglichkeiten für sie, die dafür nötigen Räume mitzugestalten. Fehle etwa eine eigenständig nutzbare Verkehrsverbindung mit Bus und Bahn oder sichere Radwege, um nach einer Beiratssitzung nach Hause zu kommen, sei dies ein Hindernis für gesellschaftliche Teilhabe, ebenso wie der Mangel an Beteiligungsformaten mit Augenhöhe. Auch böten Gymnasien mehr Mitsprache als Real- oder Mittelschulen. In Jugendbeiräten seien überwiegend Gymnasiasten und Gymnasiastinnen aus wohlhabenderen Familien vertreten. Der Teilhabeatlas wurde am 12. Mai 2025 veröffentlicht. 

Ebenfalls im Mai 2025 ist die Studie „Jugend in Deutschland 2025“ erschienen, eine repräsentative Befragung, die eine pessimistische Einstellung zur gesellschaftlichen Entwicklung verzeichnet. Junge Menschen blickten zwar optimistisch in die Zukunft, was ihr Privatleben betreffe, sie fühlten sich aber politisch nicht repräsentiert, heißt es in der Studie. 

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Zur Trendstudie „Jugend in Deutschland 2025“ 

Neue Zahlen zum Engagement im Zivil- und Katastrophenschutz

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Drei Prozent der Menschen in Deutschland – 1,76 Millionen – engagieren sich ehrenamtlich im Zivil- und Katastrophenschutz. Trotzdem suchen zwei Drittel der Organisationen nach weiteren Mitgliedern. Der Grund liegt offenbar darin, dass die Anforderungen steigen, beispielsweise führen Extremwetterereignisse wie Starkregen oder Stürme zu mehr und längeren Einsätzen. Außerdem mangelt es an ehrenamtlichen Leitungskräften. Diese Erkenntnisse hat die Studie „Engagement im Ernstfall“ des Thinktanks „Zivilgesellschaft in Zahlen“ (ZiviZ) im Stifterverband im Auftrag des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gezeitigt. Sie wurde am 22. April 2025 in Berlin veröffentlicht.  

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