ZEIT: Bei Wikipedia engagieren als junger Mensch

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Die Onlineenzyklopädie Wikipedia wird 25 Jahre alt. Aus diesem Anlass hat Meike Laaff für die ZEIT ein Treffen junger Menschen in Fürth besucht, die sich für das weitgehend ehrenamtlich getragene Projekt engagieren. Wikipedia ist eine der wichtigsten Informationsquellen weltweit. Doch in Deutschland sinkt die Zahl der ehrenamtlichen Autoren, überdurchschnittlich viele Freiwillige sind zwischen 55 und 75 Jahren alt, zudem dominierten Männer. Entsprechend interessiert ist der Verein Wikimedia Deutschland am Nachwuchs. Er betreute und förderte auch das Treffen junger Autoren, die Laaff in Fürth besuchte. Doch von 40 Mitgliedern der Jung-Wikipedianern reisten nur neun an. Der Einstieg in die Mitarbeit ist schwierig, es gibt Regeln und wenige noch offene Themen. Viele Jung-Wikipedianer haben sich eine thematische Nische gesucht, erfuhr Laaff. Und: Man habe in der Wikipedia durchaus Nachteile, wenn man sein Alter offenlege. Manche zweifeln dann die Kompetenz an. „Nicht jeder, der jung ist oder Frau, macht das in der Wikipedia transparent“, berichtet Laaff. Sie berichtete über interessante Diskussionen und was nach ihrem Eindruck trotzdem trägt: Überzeugung und Gemeinschaft. Die Reportage „Hobby: das freie Internet retten“ ist online am 18. Januar 2026 erschienen.

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Tagesschau, heute: CDU bekam 2025 die meisten Großspenden

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2025 hat die CDU von allen Parteien mit Abstand die meisten Großspenden über 35.000 Euro erhalten, berichteten am 31. Dezember 2025 die Tagesschau und am 30. Dezember 2025 die ZDF-Nachrichtensendung heute. und Berufung auf die Bundestagsverwaltung. Sie bekam rund 6,6 Millionen Euro. Die AfD kam auf 5,1 Millionen Spenden, allerdings hat die Bundestagsverwaltung davon knapp die Hälfte einbehalten, weil der Verdacht besteht, dass eine Großspende von 2,35 Millionen Euro von einem Strohmann kommt, was unzulässig wäre. Die AfD klagt dagegen. Der FDP wurden 3,2 Millionen Euro gespendet, die SPD erhielt 2,3 Millionen Euro, Bündnis 90/Die Grünen kamen auf 1,2 Millionen Euro und die Linke auf 300.000 Euro. Die CSU erhielt 1,2 Millionen Euro. Die meisten Spenden flossen vor der Bundestagswahl. Nur die CDU erhielt auch danach noch Zuwendungen in beträchtlicher Höhe von 2,4 Millionen Euro.

Zu den großen Spendern zählen laut heute-Bericht die Trading-Plattform Bitpanda, die insgesamt 1,75 Millionen Euro an CDU, CSU, SPD und FDP spendete. Die AfD erhielt eine Spende von mehr als 1,5 Millionen Euro von dem Mediziner und Unternehmer Winfried Stöcker.

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ZEIT online: Was ist gut?

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Die Welt ist besser, wenn sie friedvoller, nachhaltiger, gerechter ist: So beschrieb Ole von Uexküll im Interview mit ZEIT online die Vision der Right Livelihood Award Stiftung. Die Stiftung verleiht jedes Jahr die Alternativen Nobelpreise und Uexküll ist ihr Direktor. Skeptischen Interviewfragen angesichts erstarkender autoritärer und rechtsgerichterer Bewegung setzte er entgegen: „Unsere Sicht auf die Welt wird weltweit von einer großen Mehrheit der Menschen geteilt, keineswegs bloß von progressiven oder linken Gruppen, wie oft suggeriert wird.“ Die Zustimmung zur Demokratie sei Langzeitstudien zufolge hoch, das Vertrauen in ihre Handlungsfähigkeit allerdings geringer. Der erste Schritt, um die mehrheitlich befürworteten Transformationsziele umzusetzen, sei, dass die Mehrheit sich ihrer selbst als politische Kraft gewahr werde. Das Interview „Es gibt weltweit große Mehrheiten für das Gute“ führte Elisabeth von Thadden und es erschien am 7. Januar 2026 auf ZEIT online.

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FAZ: Stiftungen mit Vorschlag für Bildungsförderung, aber ohne gemeinsame Strategie

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Bildungsförderung, die vom Kind ausgeht, stand im Mittelpunkt einer fachpolitischen Tagung am 15. Januar 2026 mit Politikern aus Bund und Ländern sowie 23 Stiftungen, die in der „Initiative BildungsgeRECHTigkeit“ zusammengeschlossen sind. Am 17. Januar 2026 berichtete Heike Schmoll in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) darüber. Unter dem Titel „Gegen das Silodenken in der Bildung“ zeichnete sie ein ambivalentes Bild von den zivilgesellschaftlichen Akteuren. Einerseits brachten sie den Vorschlag ein, zentrale Steuerungsplattformen auf Landes-, Bezirks- und kommunaler Ebene einzurichten, um die Akteure besser zu koordinieren. Damit sollen die Blockaden durch die schwierige Zuständigkeitsaufteilung von Bund und Ländern überwunden werden. Ziel ist, Mittel für frühkindliche, schulische und außerschulische Bildung bedarfsgerecht vom Kind ausgehend zuzuweisen. Andererseits stellte Schmoll fest, es gebe „kein von allen Akteuren gemeinsam getragenes Zielbild und auch keine Gesamtstrategie für die Bildung“. Selbst die vermeintliche Selbstverständlichkeit, dass Kinder und Jugendliche im Zentrum stehen sollen, werde unterschiedlich verstanden. Schmolls Bericht endet mit ungewisser Aussicht: „Die Stiftungen sind davon überzeugt, dass sich das Grundrecht auf Bildung, das vom Bundesverfassungsgericht in seinem Beschluss vom November 2021 festgestellt hat, durch ein handlungsfähigeres Bildungssystem einlösen lässt. Dafür brauchen sie die Bildungsministerkonferenz, die sich bisher wenig kooperationsbereit zeigt.“

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Süddeutsche Zeitung: Wie umgehen mit der AfD im Verein?

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Ausgehend von dem Entschluss des katholischen Sozialverbandes Kolping, AfD-Mitglieder auszuschließen, veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung am 6. Dezember 2025 ein „Pro und Contra“ zum Umgang mit AfD-Mitgliedern in Vereinen. „Es geht darum, Menschen, die andere diskriminieren, keinen Raum zu geben“, argumentierte Redakteurin Johanna Pfund in ihrem „Pro“ für den Ausschluss. Die Partei fordere Nationalbewusstsein und „Remigration“. „Was würde das in der Konsequenz für einen Fußballverein bedeuten, dessen Spielerinnen und Spieler zur Hälfte einen Migrationshintergrund haben?“, fragte Pfund. Ihr Kollege Ronen Steinke dagegen sprach sich in seinem „Contra“ für Kommunikation aus: „Demokratie ist Streit. Anders überzeugt man niemanden“, schrieb er. Zudem seien rassistische, sexistische, homophobe und diskriminierende Beleidigungen nicht allein bei der AfD zu finden. Die Debatte erschien unter dem Titel „Sollen Vereine AfD-Mitglieder ausschließen?“.

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Frankfurter Rundschau: Erstmals Förderung für AfD-nahe Stiftung?

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Die Desiderius-Erasmus-Stiftung, die der AfD nahesteht, bekommt möglicherweise erstmals eine staatliche Förderung. Sie habe bereits im April 2025 einen Antrag auf Globalzuschüsse eingereicht, berichtete Jan Sternberg am 22. November 2025 in der Frankfurter Rundschau. Das Bundesinnenministerium prüfe derzeit, ob eine Förderung von rund 18 Millionen Euro für 2026 bewilligt werde. Es geht um Mittel aus dem Haushaltsposten „Globalzuschüsse zur gesellschaftspolitischen und demokratischen Bildungsarbeit“. Formal hat die AfD mit ihrem dritten Einzug in den Bundestag die Voraussetzungen in diesem Jahr erfüllt. „Heikler wird es beim inhaltlichen Aspekt: „Die Stiftung muss ‚aktiv für die freiheitliche demokratische Grundordnung sowie für den Gedanken der Völkerverständigung‘ eintreten“, schrieb Sternberg unter dem Titel „Innenministerium prüft Millionenförderung für AfD-nahe Stiftung“. Aus dem Ministerium wollte man keine Auskunft zum laufenden Verfahren geben.

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rnd: Bundesregierung will Bundesfreiwilligendienst aufstocken – Lob und Kritik von Verbänden

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Der Bundesfreiwilligendienst soll um 15.000 Plätze aufgestockt werden. Das berichtete Christine Mühlberg am 15. November 2025 im RedaktionsNetzwerk Deutschland (rnd) und sammelte Reaktionen aus den Wohlfahrtsverbänden. Sie waren durchweg positiv. Diana Zinkler, Sprecherin des Arbeitersamariterbundes, begrüßte die Entscheidung, legte aber Wert auf die Feststellung, dass Engagement freiwillig bleiben müsse. Das Technische Hilfswerk mit 88.000 Ehrenamtlichen erklärte, mit den zusätzlichen Stellen im Bundesfreiwilligendienst seine 669 Ortsverbände weiter ausbauen zu können. Wie Mühlberg in ihrem Beitrag „Bundesregierung schafft 15.000 neue Plätze im Freiwilligendienst: Verbände loben die Entscheidung“ auch berichtete, sind 2025 35.000 Bundesfreiwillige im Einsatz.

WWW.RND.DE/POLITIK/BUNDESREGIERUNG-ERWEITERT-FREIWILLIGENDIENST-UM-15-000-PLAETZE-AL55HO7VLZGK5BWDADW7VFLRYI.HTML

Meller Kreisblatt: Chronik eines Scheiterns an der Bürokratie

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Eine Hörspielbox, die Kindern die Stadtgeschichte näherbringt, wollte Kai Friedering aus Melle in Niedersachsen produzieren und kostenlos in Geschäften und gastronomischen Einrichtungen verteilen. Die EU bewilligte 42.000 Euro aus ihrem Programm „Leader“ für die Strukturförderung ländlicher Regionen. Doch dann scheiterte das Projekt: Wie Michael Hengehold im Meller Kreisblatt unter dem Titel „42.000-Euro-Projekt liegt auf Eis“ berichtete, war es nicht möglich, seine Gemeinnützigkeit mit dem Finanzamt zu klären, ohne einen Steuerberater einzuschalten, für den es in dem Non-Profit-Projekt jedoch kein Budget gab. Die Auszüge in dem Beitrag aus dem Schriftverkehr mit Details zu Auskunftsregeln, Gebühren und Vorschriften in schönstem Amtschinesisch lassen nachvollziehen, warum Friedering von seinem Vorhaben absah. Im zusätzlich verfassten Kommentar „Keine Behördenarroganz des Finanzamts“ zeigte Hengehold dennoch Verständnis für das Finanzamt: „Steuerrecht ist kompliziert, Laien steigen da nicht durch“, schrieb er. „Trotzdem kann Beratung aber nicht Aufgabe des Finanzamts sein. (…) Wenn man sich vorstellt, es riefen dauernd Bürger an – oder mailten – , die sich diese und jene Vorschrift erklären lassen möchten, wären mutmaßlich ganze Teile des Finanzamts stillgelegt.“ Artikel und Kommentar erschienen am 14. November 2025.

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FAZ: „Mo“, der Fußballtrainer

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„Wenn ich hinschmeiße, fällt hier alles zusammen“: Mit diesen Worten zitiert David Kirchner den ehrenamtlichen Fußballtrainer Moustapha Adraoui, den in seinem Fußballverein TSG 51 Frankfurt alle nur „Mo“ nennen. Jeden Samstag, oft auch den Sonntag, verbringt er auf dem Fußballplatz, so viel Zeit, dass ihm auch seine Frau dorthin folgt. In dem Porträt „So einen wie Mo habe ich noch nie erlebt“ kommt auch die schwierige Jugend als Kind von Einwanderern zur Sprache und der Weg ins bürgerliche Leben mit Vollzeitjob bei einem Versicherungskonzern, Haus, Auto und Kind. „So deutsch war ihr Leben geworden, so kleinbürgerlich und sorgenfrei“, schreibt Kirchner. Als der Sohn zum Fußball wollte, nahm „Mo“ sein Ehrenamt auf. Der Text ist am 11. November 2025 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erschienen.

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Süddeutsche Zeitung: Einfluss der Gates-Stiftung auf die WHO

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Über neue Erkenntnisse, wie sich der Einfluss der Gates-Stiftung auf die Weltgesundheitsorganisation WHO auswirkt, berichtete Berit Uhlmann am 3. November 2025 in der Süddeutschen Zeitung. Einer Studie der Londoner Queen Mary University zufolge betrugen die Mittel der Gates-Stiftung in den vergangenen zehn Jahren knapp zehn Prozent der Einkünfte der WHO. Da sie zweckgebunden für den Kampf gegen Infektionskrankheiten eingesetzt werden müssten, kämen andere, quantitativ gravierendere Gesundheitsprobleme eigentlich zu kurz, so die Autoren der Studie. So seien nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Leiden, Stoffwechselstörungen oder Krebs weltweit für 74 Prozent der Todesfälle verantwortlich, drei Viertel davon in Staaten mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Für die von ihnen ausgemachte Schieflage kritisierten die Studien-Autoren jedoch weniger die Gates-Stiftung als vielmehr die Staaten, deren Pflichtbeiträge nur noch zehn Prozent der Mittel der WHO ausmachen – der Rest kommt aus freiwilligen Zahlungen anderer Geber wie der Gates-Stiftung. Wenig verwunderlich: „Ihre Verwendung wird fast ausschließlich von den Interessen der Geber bestimmt“, so Uhlmann. Der Artikel erschien unter dem Titel „Wie Bill Gates die Arbeit der WHO beeinflusst“.

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Süddeutsche Zeitung: Mit Engagement zur Digitalkompetenz – in Taiwan

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Die Digitalbotschafterin und ehemalige Digitalministerin Taiwans, Audrey Tang, hat den alternativen Nobelpreis bekommen, wie die Right-Livelihood-Stiftung am 1. Oktober 2025 bekannt gab. Sie wurde für ihren visionären Einsatz digitaler Technologien ausgezeichnet, um die Demokratie zu stärken, die Zivilgesellschaft einzubinden und den Zusammenhalt zu stärken. Der Süddeutschen Zeitung erklärte Tang im Interview, wie es in Taiwan gelang, mit digitaler Bürgerbeteiligung das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen. Dazu gehörte, den Lehrplan umzukrempeln, um die jungen Menschen mit der nötigen Digitalkompetenz auszustatten. Man setze dabei auf Neugier, Zusammenarbeit und bürgerschaftliches Engagement: „Wir lassen die Schüler beispielsweise während der TV-Duelle im Wahlkampf in Echtzeit die Aussagen der Kandidaten auf ihre Richtigkeit überprüfen. Laut der International Civic and Citizenship Education Study sind unsere 15-Jährigen heute weltweit führend, wenn es um staatsbürgerliches Wissen geht. Und das ist es, was unseren Geist gegen Polarisierungsangriffe und Empörung immun macht. Es geht nicht darum, dass jemand die Fakten für mich checkt. Wichtig ist der kollektive Akt der Faktenprüfung“, erläuterte sie unter anderem. Das Interview führten Alex Rühle und Kai Strittmatter. Es erschien am 17. Oktober 2025 unter dem Titel „Wir sagen ihnen: Das ist der Wille unseres Volkes“.

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Nürnberger Nachrichten: Empfängerüberprüfung verwirrt Spender

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Eine neue Herausforderung für Spendenorganisationen mit etwas komplizierteren Namen haben die Nürnberger Nachrichten durch den Hinweis eines Lesers entdeckt: die Empfängerüberprüfung bei Echtzeit-Banküberweisungen, die die Banken und Sparkassen seit 9. Oktober 2025 vornehmen müssen. Nicht immer hätten Spender den genauen Namen des Empfängers parat, so Stefanie Banner, die Autorin des Beitrags „Eine Katastrophe für Spenden“. Wer beispielsweise „Feuerkinder“ statt „Deutsche Stiftungstreuhand AG SV Stiftung Feuerkinder“ schreibe, erhalte einen Warnhinweis. Dies verunsichere manche Spendenden und könne dazu führen, dass sie von der Überweisung absähen. Der Gründer der Stiftung Feuerkinder berichtete dem Blatt, manche Spendenden hätten über Google eine andere Organisation gefunden, „die auch Feuerkinder im Namen hat – und dann leider an die falsche gespendet.“ Er wird in dem Bericht mit den Worten zitiert: „Eine Katastrophe für das gesamte Spendenaufkommen“. Der Bericht erschien am 18. Oktober 2025 in den Nürnberger Nachrichten.

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Berliner Morgenpost: „Man muss Zeit haben, um Zeit zu schenken“

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Weniger Menschen sind bereit, ein Ehrenamt auszuüben. Das liege einerseits an sinkenden Kapazitäten der einzelnen Menschen, sagte Thomas Härtel, Präsident des Landessportbundes Berlin, im Interview mit der Berliner Morgenpost: „Man muss auch Zeit haben, um Zeit schenken zu können. Die Bedingungen haben sich in den letzten Jahren sehr verändert. Die Anforderungen im Beruf, im Studium, in der Ausbildung und auch in der Familie sind für viele Menschen gewachsen, es bleibt daneben wenig Zeit für gesellschaftliches Engagement.“ Außerdem seien die bürokratischen Hürden gestiegen: „Wenn man einen Antrag auf Unterstützung eines Projekts stellt, nehmen wir zum Beispiel Mädchenfußball, muss plötzlich ein Förderantrag von zehn bis 15 Seiten ausgefüllt werden. Das ist manchen Menschen dann einfach zu viel zusätzlich.“ Härtel wurde zusammen mit Frederic Roßbeck, Vorstand der Feuersozietät, interviewt, der auf die notwendige Unterstützung von Arbeitgebern hinwies.

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HNA: Strategien gegen den Schwund der Ehrenamtlichen im Sport

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Schon vor der Corona-Pandemie, 2014 bis 2019, verlor der Sport eine Million ehrenamtlich engagierter Menschen. Dieser Trend habe sich fortgesetzt, zitierte Nadja Gering auf HNA.de das Vorstandsmitglied der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE), Jan Holze. Laut dem im Sommer 2025 veröffentlichten aktuellen Sportentwicklungsbericht 2025 habe mehr als die Hälfte der Vereine Probleme, genug Ehrenamtliche zu finden. In ihrem Beitrag „Ehrenamt-Exodus im Sport“ berichtet sie, wie Sportbünde Lehrgängen und Social-Media-Kampagnen versuchen, die Vereine in ihrem Kampf um Ehrenamtliche zu unterstützen, und sie erzählt von einem Trainer, der unter seinen 12- bis 13-jährigen Triathleten immer einige zu Sporthelfern ernennt und ihnen so ein Gefühl dafür vermittelt, wie Ehrenamt und Verantwortung sie stärken können. Der Beitrag erschien am 10. Oktober 2025.

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NDR: Mecklenburg-Vorpommern zieht sich aus Klima-Stiftung zurück

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Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns ist per Satzungsänderung aus der Stiftung Klima- und Umweltschutz MV ausgeschieden, berichtete am 7. Oktober 2025 der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Bis dato konnte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) den Vorstand bestimmen und das Kuratorium benennen. Die Satzungsänderung sei vom Justizministerium genehmigt worden. Die Klima-Stiftung ist 2021 mit Kapital von Nord Stream, einer Tochter des russischen Gazprom-Konzerns, gegründet worden, um die Fertigstellung der Gas-Pipeline Nord Stream 2 trotz der Sanktionsdrohungen der USA abzusichern. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine beschloss der Landtag, die Stiftung aufzulösen, doch das scheiterte juristisch (bürgerAktiv berichtete). Im Landtag ist ein Untersuchungsausschuss mit der politischen Aufarbeitung der Stiftungsarbeit befasst. Im Oktober 2025 wurde Ex-Kanzler Gerhard Schröder vom Ausschuss vernommen. Ein weiterer „Höhepunkt“ dürfe der Auftritt von Ministerpräsidentin Schwesig einen Tag vor Nikolaus sein, so der NDR. „Dann will die Opposition sie ins Kreuzverhör nehmen und nach ihrer Rolle bei dem Stiftungs-Deal mit der russischen Seite befragen.“

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WDR: sozialgenial-Schüler engagieren sich mit Tischtennis für Parkinson-Erkrankte

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Für die Sendung „Lokalzeit“ besuchte ein Team des Westdeutschen Rundfunks (WDR) das Training der inklusiven „PingPongParkinson Tischtennis“-Sportgruppe in Sendenhorst, NRW, um zu filmen, wie sich drei Schüler von der Montessori-Schule Sendenhorst für die an Parkinson erkrankten Tischtennisspieler engagierten. Im Rahmen eines sozialgenial-Projekts spielten sie eine Woche lang mit der Sportgruppe Tischtennis und halfen beim Auf- und Abbau der Tischtennisplatten. Während sich die Erkrankten über das Engagement und die sportliche Bereicherung ihres Trainings freuten, lernten die Schüler viel über die Krankheit, die Bedeutung des Sports für die gesellschaftliche Einbindung und den Umgang mit älteren Menschen. Sie hätten festgestellt, „dass man mit kleinem Aufwand ganz viel erreichen kann“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Sabine Menninghaus im anschließenden Studiogespräch. Die Sendung wurde am 11. Juli 2025 ausgestrahlt und ist online abrufbar.

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FR: Tafel kapituliert vor Jobcenter-Bürokratie

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Die Darmstädter Tafel beendet ihre Zusammenarbeit mit dem Jobcenter wegen der bürokratischen Hürden und beschäftigt keine Ein-Euro-Jobber und Langzeitarbeitslosen mehr, berichtete am 4. September 2025 Annette Schlegl unter dem Titel „Zu viel Bürokratie für die Tafel“ in der Frankfurter Rundschau (FR). Das Problem seien die Lohnabrechnungen: Die Tafel zahle den Beschäftigten den Lohn aus und bekomme ihn vom Jobcenter zurück. Die Lohnabrechnungen ihres Steuerbüros gingen an das Jobcenter. Trotzdem müssten die Arbeitslosen selbst auch noch den Lohnzettel dem Jobcenter vorlegen oder seine Daten in eine App eintragen, die allerdings ein entsprechendes Smartphone und technische Kenntnisse voraussetze. Der Tafel-Vizevorsitzende „versteht nicht, warum die Lohnzettel der Tafel-Beschäftigten beim Jobcenter nicht von einer Abteilung in die andere wandern können“, so Schlegl. Der vom Jobcenter beauftragte Integrationsdienstleister sei weder hier in der Lage zu helfen noch bei anderen Anliegen wie etwa Arztbesuchen. Der Versuch, die Probleme zwischen Tafel und Jobcenter zu lösen, endete offenbar in einem Kommunikationschaos.

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Die ZEIT: Freiwillige Feuerwehrleute im Gespräch

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Zusammenhalten, aufeinander verlassen, Gemeinschaft: So begründeten fünf freiwillige Feuerwehrleute im Gruppeninterview mit der ZEIT, dass sie jederzeit alles stehen und liegen lassen, um Brände zu bekämpfen, Katastrophenhilfe zu leisten oder Unfallopfer zu retten. Dem guten Gefühl, helfen zu können, standen die zeitlichen Herausforderungen gegenüber und auch die psychische Belastung, wenn in einem Einsatz nicht allen Betroffenen geholfen werden kann. Der einzige Feuerwehrmann in der Runde, der nicht schon als Kind zur freiwilligen Feuerwehr stieß, hat türkische Wurzeln und berichtete von der Irritation seines Umfelds darüber, dass er kein Geld verdient mit seinen Einsätzen. Alle waren sich einig, dass Rechtsextremismus bislang Einzelfälle seien. Alle wünschten sich mehr Wertschätzung und für Ausbildung und Ausrüstung nicht betteln zu müssen. Uneinigkeit bestand in der Geschlechterfrage: Kann man Frauen auch zu körperlich sehr herausfordernden Arbeiten schicken? Das Gespräch „Die Menschen, die du nicht retten kannst, vergisst du nie“ erschien in der ZEIT vom 11. September 2025. Die Fragen stellten Stefanie Flamm und Alana Tongers.

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taz: nebenan.de und die Gemeinnützigkeit

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Über Ärger mit der Nachbarschaftsplattform nebenan.de berichtete Johann Weinz in der taz: Gewerbetreibende, aber auch gemeinnützige Organisationen müssten hier ein kostenpflichtiges Profil erwerben, wenn sie auffindbar sein wollten. Posts von Privatpersonen würden gelöscht, wenn sie auf Angebote gemeinnütziger Organisationen hinwiesen, denen eine „Gewinnabsicht“ unterstellt werden könne – als Beispiel nennt Weinz den Post einer Nutzerin, die auf ein Vereinsfest hinwies, für das ein Euro Eintritt vorgesehen war. Den Betreibern des Portals sei die Kritik bekannt und sie seien dabei, Feedback der gemeinnützigen Organisationen einzuholen, so Weinz. Die Plattform hat 3,6 Millionen Nutzende. Sie gehört zum Medienkonzern Hubert Burda Medien und finanziert sich über Spenden, die Gebühren für die Profile und über Werbung. Der Beitrag mit dem Titel „Nachbarschaftlich profitorientiert“ erschien am 29. August 2025.

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BR: Schnelle Hilfe, kurze Dauer – zehn Jahre „Wir schaffen das“

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Zum Jahrestag der großen zivilgesellschaftlichen Hilfsbereitschaft gegenüber den vielen Geflüchteten aus Syrien 2015 fragte Leon Wohlleben im Bayerischen Rundfunk, was davon geblieben ist. Unter dem Titel „Zehn Jahre nach ‚Wir schaffen das‘ – So steht es um das Ehrenamt“ zog er ein „Fazit mit gemischten Gefühlen“. So gibt es etwa in München noch den Verein „Münchener Freiwillige“, der sich in den Krisentagen gegründet hatte. Doch, so Wohlleben: „Es melden sich zwar immer sehr schnell viele Leute, viele hören aber auch bald darauf wieder auf.“ Er zitiert die Vorsitzende des Vereins: „Es sei eben nur eine Ausnahmesituation.“ Andernorts sieht es ähnlich aus, erst war die Hilfsbereitschaft groß, auf Dauer nahm sie wieder ab, etwa in Passau. Hier „verschwinden die Organisationen und Initiativen, die Hilfe wie Sprachprojekte oder Begegnungsangebote für Geflüchtete anbieten“, berichtet Wohlleben. Sein Beitrag erschien am 28. August 2025.

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Berliner Morgenpost: Umkämpfte Kleingarten-Vereine

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„Wir müssen rein in die Schützenvereine, wir müssen rein in die Jagdgenossenschaften, wir müssen rein in die Kirchengemeinden, wir müssen rein in die Kirmesgesellschaften.“ So zitierte Christian Unger in seiner Reportage „Im Kleingarten rekrutiert – wie Michel in die AfD rutschte“ den Landessprecher der Thüringer AfD, Björn Höcke. Welche Taten solchen Worten folgen, schilderte Unger am Beispiel eines jungen Mannes, der im Kleingartenverein für die AfD eingenommen wurde. Die AfD wolle ihre radikalen Positionen durch Einsatz in Vereinen normalisieren und „gesellschaftsfähig“ werden, sagt er heute – inzwischen ist er aus der Partei ausgetreten. Die AfD bestreitet das in Ungers Bericht und wirft im Gegenzug anderen gemeinnützigen Vereinen und Initiativen vor, politischen Aktivismus zu betreiben. Der Beitrag erschien am 20. August 2025 in der Berliner Morgenpost und weiteren Zeitungen der FUNKE Mediengruppe.

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Plusminus: Enttäuschte Stifter

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Vermögen in eine Stiftung einbringen und mit den Erträgen dauerhaft Gutes tun: Dieser Plan funktioniert bei kleinen Stiftungen oft nicht, wenn sie eigenständig sind, weil die Erträge von kleinen Vermögen gering sind und von den Verwaltungskosten aufgefressen werden. Ein konkretes Beispiel einer enttäuschten Stifterin schilderte Sven Marcinkowski unter dem Titel „Gemeinnützige Stiftungen – wenn Stifter draufzahlen müssen“ in der ARD-Sendung Plusminus vom 6. August 2025. Die Stifterin gründete diesem Bericht zufolge eine Stiftung mit 50.000 Euro Grundkapital und musste für die Verwaltungskosten Geld nachschießen, denn das Grundvermögen der Stiftung darf dafür nicht angetastet werden. Um wirkungsvoll zu arbeiten, muss das Vermögen eine ausreichende Größe haben, stellte in dem Beitrag auch der Stifter Peter Ackermann von der Kreuzberger Kinderstiftung fest.

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Zeit: Suche nach den linken Förderempfängern

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„Der Staat päppelt die Linken – ist an diesem Vorwurf etwas dran?“, fragte am 11. August 2025 Anna Mayr in der ZEIT. Die Antwort konnte nur eine Annäherung sein, denn, so Mayr, „es gibt keine Liste aller von der Bundesregierung geförderten Projekte.“ Also zählte sie eine Reihe von Organisationen auf, darunter das Recherchebüro Correctiv und das Thomas Mann House in Los Angeles, wies auf den „Förderkatalog des Bundes“ hin, der die Forschungsförderung auflistet und fand schließlich den Bund der Steuerzahler, das Prometheus-Institut und die Denkfabrik Republik 21 als geförderte Organisationen aus dem konservativ-liberalen Spektrum. Das Vorhaben der Autorin endete mit einem Besuch bei den Verantwortlichen im Bundesfamilienministerium für das Programm „Demokratie leben!“ und der Entdeckung, dass für die Bewilligung der Anträge ein beachtlicher Begutachtungsaufwand betrieben wird, woraus Mayr den Schluss zog: „Wäre schon einfacher, wenn Kitas, Schulen, Hochschulen, Kommunen einfach ihre Aufgaben erfüllen könnten. (…) Vielleicht bräuchte es dann auch gar keine Methoden des Forumtheaters mehr, um die Leute von der Demokratie zu überzeugen.“

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Schwabacher Tageblatt: Viel Aufwand für gemeinnützige Arbeit für Asylsuchende

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Asylsuchende in gemeinnützige Arbeit zu bringen, verursacht in der bayrischen Gemeinde Schwabach offenbar einen hohen bürokratischen Aufwand. Seit März 2025 seien von den derzeit 240 Menschen im Asylverfahren sechs Personen an Einsatzstellen für gemeinnützige Tätigkeit vermittelt worden, berichtete das Schwabacher Tageblatt am 5. August 2025. Einerseits seien unter den Asylsuchenden Kinder und Menschen, die sich in einer Qualifizierung befänden. Andererseits müssten zunächst Stellen gefunden werden, die den Anforderungen entsprächen, anschließend müssten sie den Asylsuchenden angeboten werden, unter Umständen sei ein Zwangsverfahren durchzuführen und in jedem Fall sei zu kontrollieren, ob die Betreffenden regelmäßig erschienen. „Um flächendeckend rund 200 Asylbewerber mit Arbeitsgelegenheiten zu versorgen, bräuchte es wohl ein bis zwei hauptamtliche Stellen mehr in der Sozialverwaltung“, zitiert die Autorin des Beitrags, Jana Vogel, einen Stadtrat. Der Beitrag erschien unter dem Titel „Schwabach verpflichtet Asylbewerber zu gemeinnütziger Arbeit – das ist nicht immer einfach“.

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HNA: Bürokratie macht Kirmesverein zu schaffen

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Zwanzig Seiten Sicherheitskonzept für den Kirmesumzug: Der Aufwand, ein Dorffest zu veranstalten, wächst und wächst. Darüber war in der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) zu lesen. Autor Julian Brückmann besuchte Ehrenamtliche in Istha bei Kassel und erfuhr: Reichte es früher, den Veranstaltungsort zu schmücken, so braucht es heute Sicherheitsmaßnahmen und seitenlange Formulare. Nicht zu vergessen die Terrorsperren, die aus Kostengründen der Verein in Istha selber baut und antransportiert. Die bürokratischen Anforderungen steigen ständig. Mal durfte der Kirmes-Schriftzug nachts nicht mehr beleuchtet werden, weil er den Verkehr hätte stören können. Dann musste ein Veranstaltungsort aufgegeben werden, weil Vögel dort nisteten. Die Kritik der um Nachwuchs besorgten Verantwortlichen richtet sich allerdings nicht gegen die Behörden vor Ort, sondern gegen die „politische Ebene“: Sie sei gefragt, endlich Rahmenbedingungen zu schaffen, die nicht behinderten, sondern unterstützten, sagen die Ehrenamtlichen in Brückmanns Bericht. Dieser erschien am 25. Juli 2025 mit Titel „Ehrenamt in Gefahr: Bürokratie bremst Engagement im Wolfsburger Land“.

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