Mitstiften: Mit Geld, Zeit, Ideen!

 

Sie möchten Ihre Bürgerstiftung vor Ort unterstützen? Hier finden Sie Informationen dazu, wie Sie aktiv werden können, was Sie davon haben und worauf Sie achten sollten.

Die Bürgerstiftung ist eine der innovativsten und dynamischsten Stiftungsformen weltweit. Heute gibt es mehr als 1.800 Bürgerstiftungen in über 50 Ländern. Dies hätte sich der Bankier und Anwalt Frederick Goff wohl nicht träumen lassen, als er 1914 in Cleveland, Ohio, die Bürgerstiftung erfand. Seine Vision: Akteure und Probleme vor Ort verändern sich, die Bürgerstiftung bleibt dauerhaft bestehen. Jeder kann zustiften. Orts- und sachkundige Bürger tragen in den Gremien dafür Sorge, dass die finanziellen Mittel sinnvoll eingesetzt werden - jetzt und in zukünftigen Generationen. Durch ihren breiten Stiftungszweck kann die Bürgerstiftung flexibel auf sich verändernde Herausforderungen vor Ort reagieren.

Seit Mitte der 1990er Jahre in Gütersloh und Hannover die ersten deutschen Bürgerstiftungen gegründet wurden, ist viel passiert. Die Bürgerstiftungen haben Fuß gefasst und verzeichnen eine sehr positive Entwicklung.

Werden auch Sie Teil dieser Erfolgsgeschichte!




 

 

 

Wie Sie mitstiften können

 

  • Persönliches Engagement: Engagieren Sie sich ehrenamtlich in den Organen, Arbeitskreisen oder Projekten der Bürgerstiftung. Bringen Sie dort Ihr Wissen und Ihre Kompetenz ein, wie etwa in den Bereichen Finanzen, Steuern, Projekt- oder Öffentlichkeitsarbeit.

  • Spenden: Spenden Sie einmalig für ein konkretes Projekt oder unterstützen Sie die Arbeit der Bürgerstiftung kontinuierlich durch einen regelmäßigen Förderbetrag oder durch eine spezielle Patenschaft.

  • Anlass-Spende: Besondere Ereignisse können Anlass für Ihr gemeinnütziges Engagement werden. Bitten Sie anlässlich eines runden Geburtstages oder eines Firmenjubiläums anstelle von Geschenken um eine Spende für Ihre lokale Bürgerstiftung. Ihre Anlass-Spende kann zweckfrei sein oder einem speziellen Projekt zugutekommen.

  • Stiften: Helfen Sie der Bürgerstiftung durch eine Zustiftung in das Grundstockvermögen, nachhaltig Gutes zu tun. Das Vermögen bleibt ewig bestehen, nur die Erträge werden für die Förderung von Bildung, Kultur, Jugend usw. verwendet.

  • Eigene Stiftung: Gründen Sie Ihre eigene Stiftung in Form eines Stiftungsfonds oder einer Treuhandstiftung unter dem Dach einer Bürgerstiftung. Kostengünstig in der Gründung und Verwaltung, kommt so möglichst viel Geld den Förderzwecken zugute. Sie entscheiden darüber, was gefördert wird, die Bürgerstiftung kümmert sich um die Formalitäten. Dies ist nicht nur für Privatpersonen und Unternehmen interessant, sondern auch für gemeinnützige Organisationen. Wie Sie Ihre eigene Stiftung gründen können...

  • Letztwillige Zuwendung: Indem Sie die Bürgerstiftung testamentarisch als (Mit-)Erbin oder Vermächtnisnehmerin einsetzen, können Sie sicherstellen, dass die Ihnen am Herzen liegenden gemeinnützigen Zwecke dauerhaft in Ihrem Sinne verfolgt werden.

  • Matching Fund: Sie wollen nicht nur selbst etwas tun, sondern auch andere dazu anstiften? Mit einem bestimmten Betrag, einem sog. Matching Fund, verdoppeln Sie die Zustiftungen von anderen, bis der von Ihnen festgesetzte Betrag aufgebraucht ist. Die Bürgerstiftung und damit die Region gewinnen doppelt.

  • Botschafter sein: Erzählen Sie Ihren Freunden, Bekannten und Kollegen von der Bürgerstiftung.

Sprechen Sie Ihre Bürgerstiftung vor Ort an, wie Sie konkret aktiv werden können. Geben Sie Ihre Postleitzahl in unseren Bürgerstiftungsfinder ein. Dort finden Sie die Kontaktdaten und weitere Informationen zu Ihrer Bürgerstiftung.




 

 

 

Gute Gründe fürs Mitstiften

 

  • Bürgerstiftungen arbeiten lokal und stärken unser Lebensumfeld, indem sie gemeinnütziges Engagement für Bildung, Integration, Soziales, Jugend, Kultur usw. vor allem finanziell, aber auch durch ideelles und persönliches Engagement oder durch Beratung unterstützen.

  • Bürgerstiftungen sind zukunftssicher, denn ihre vielfältigen Förderzwecke ermöglichen ein flexibles Reagieren auf künftige gesellschaftliche Herausforderungen. Um dennoch fokussiert zu arbeiten, werden für einen bestimmten Zeitraum Förderschwerpunkte gebildet.

  • Bürgerstiftungen wirken nachhaltig, denn das Stiftungsvermögen bleibt bestehen, nur die Erträge aus dem Vermögen und Spenden werden für die Förderung eingesetzt. Das angelegte Stiftungsvermögen bleibt in der Region und kommt ihr dauerhaft zugute.

  • In Bürgerstiftungen engagieren sich Menschen aus der Region, seien es Privatpersonen, Unternehmen, Vereine oder Banken. Durch das gemeinsame Dach sind auch kleinere Förderbeiträge oder begrenzte Engagements wirkungsvoll. Die Verwaltungskosten bleiben durch das ehrenamtliche Engagement gering.

  • Bürgerstiftungen verwalten und gehören sich selbst. Ein Kontrollorgan überwacht die Arbeit der Bürgerstiftung, zusätzlich prüfen Finanzamt und Stiftungsaufsicht die Einhaltung der formellen Anforderungen. Häufig testiert ein Wirtschaftsprüfer die Buchhaltung.

  • Bürgerstiftungen informieren und beraten potentielle Spender und Stifter und bieten verschiedene Engagementmöglichkeiten aus einer Hand: Vom ehrenamtlichen Engagement über Spendenprojekte und Zustiftungsmöglichkeiten bis hin zur eigenen Stiftung.



 

 

 

Mitstiften wird belohnt

 

Der Fiskus fördert das Stiften, Spenden und das ehrenamtliche Engagement für das Gemeinwohl.

  • Spenden: Spenden an eine Bürgerstiftung können insgesamt bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte oder 4 Promille der Summe der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und Gehälter als Sonderausgaben abgezogen werden (§ 10b Einkommensteuergesetz). Wenn die Zuwendung 200 Euro nicht übersteigt, genügt der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung eines Kreditinstituts als Nachweis für das Finanzamt.

  • Stiften: Die Gründung einer Stiftung oder eine Zustiftung in den Vermögensstock einer Bürgerstiftung kann auf Antrag des Steuerpflichtigen im Veranlagungszeitraum der Zuwendung und in den folgenden neun Veranlagungszeiträumen bis zu einem Gesamtbetrag von 1 Million Euro zusätzlich zu den vorgenannten Höchstbeträgen abgezogen werden (§ 10b Einkommensteuergesetz). Bei zusammen veranlagten Ehepaaren bis zu einem Gesamtbetrag von 2 Millionen Euro.

  • Vererben: Ist die Bürgerstiftung Ihr (Mit-)Erbe oder Vermächtnisnehmer, bleibt die Zuwendung an die Bürgerstiftung von der Erbschaftssteuer befreit. Haben Sie selbst geerbt und stiften oder spenden dieses Erbe bzw. einen Teil davon innerhalb von 2 Jahren an eine Bürgerstiftung, wird Ihnen dafür die Erbschaftsteuer erlassen bzw. erstattet (§ 13, 29 ErbStG).

Die wichtigsten Informationen zum Thema steuerliche Förderung finden Sie hier oder bei Ihrer Bürgerstiftung vor Ort.

 

 

 

 

 

 

 

Mitstiften, aber richtig

 

Worauf Sie z.B. achten sollten, wenn Sie sich als Stifter, Spender oder Ehrenamtlicher engagieren wollen:

  • Wie hoch sind die Kosten für die Gründung und Verwaltung einer Stiftung? Wie viel bleibt an Erträgen zur Förderung der Zwecke übrig? Reicht für das, was beabsichtigt ist, auch ein Stiftungsfonds aus?

  • Wie sicher ist das Stiftungsvermögen angelegt? Wie hoch ist die zu erwartende Rendite?

  • Wer verantwortet die Arbeit der Bürgerstiftung und sorgt z. B. dafür, dass Spenden richtig verwendet werden?

  • Welche Projekte und Maßnahmen werden durch die Bürgerstiftung gefördert, und wer entscheidet darüber?

  • Werden Stifter und Spender regelmäßig über die Arbeit der Bürgerstiftung informiert, z. B. durch einen Rundbrief, einen Jahresbericht oder durch eine Veranstaltung der Stiftung?

  • Welche zeitlichen und fachlichen Anforderungen werden an Organmitglieder gestellt? Welches Haftungsrisiko ist mit einem Amt verbunden? Ist für solche Fälle eine Versicherung abgeschlossen?

  • Ist die Bürgerstiftung eine unabhängige "Stiftung von Bürgern für Bürger" und  entspricht den "10 Merkmalen einer Bürgerstiftung"?

Bürgerstiftungen bemühen sich um größtmögliche Transparenz und Information in ihrer Arbeit. Bevor Sie sich engagieren, informieren Sie sich. Vergleichen Sie ggf. auch die Angebote anderer Organisationen und gewerblicher Dienstleister, wenn Sie sich z. B. für eine eigene Stiftung interessieren. Sie werden sehen, die Bürgerstiftungen sind ein guter Partner für Ihr Engagement mit vielfältigen Möglichkeiten und attraktiven Angeboten.

 

 

 

 

Bürgerstiftung: Mitstiften! Mit Geld, Zeit, Ideen


Wie können sich Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Vereine, Verbände, Banken, Kirchengemeinden und Kommunen für die Bürgerstiftung in ihrer Nähe engagieren? Antworten gibt der Ratgeber "Bürgerstiftungen mitStiften" der Stiftung Aktive Bürgerschaft. Die 20seitige Broschüre im Taschenformat gibt konkrete Tipps, wie Sie die Bürgerstiftung in Ihrer Nähe unterstützen können – mit persönlichem Engagement, als Spender, als Stifter oder mit einer eigenen Stiftung. Sie zeigt auf, warum sich dieses Engagement lohnt und worauf man achten sollte. Der Ratgeber enthält zudem Hinweise zu steuerlichen Vorzügen.

Aktive Bürgerschaft (Hrsg.): Bürgerstiftung: Mitstiften! Mit Geld, Zeit, Ideen. Tipps für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Banken, Vereine, Kirchen und Kommunen. 2. aktualisierte Auflage, Berlin 2013, 20 Seiten.

Sie können den Taschenratgeber als PDF kostenlos herunterladen oder kostenpflichtig als Printausgabe im Shop bestellen.











 

 

 

 

Bürgerstifter: Warum wir uns engagieren und was wir tun

 

In den bundesweit 380 Bürgerstiftungen sind viele Stifter, Spender und Ehrenamtliche aktiv. Sie engagieren sich mit Geld, Zeit oder Ideen: für die Stadt oder Region, in der sie leben. Für Bildung und gute Nachbarschaften, für Kultur und Umwelt. Sie bestimmen selbst, was sie tun und wie sie sich einbringen. Immer mehr Menschen werden aktiv. Warum sie das tun?

15 Bürgerstifter erzählen ihre Geschichte.




 

 

 

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